High-Rise – Filmkritik

Eine Filmkritik von FilmkritikenOD zur Buchverfilmung High-Rise mit Tom Hiddleston.

Guten Tag meine Damen und Herren. Ich wünsche sie herzlich Willkommen in unserer Schule für Schlagfertigkeit. Heute: Du hast aber zugenommen.
Antwort: Ja, 100 Kilo seit meiner Geburt.
Das war es mal wieder von unserer nie wiederkehrenden Schule der Schlagfertigkeit. Bis zum nächsten Mal.

Denn High-Rise ist zwar ein Film mit interessantem Konzept, bei dem man aber lieber zum mittlerweile gleichnamigen Roman greifen sollte.

Drei Minuten früher

high-rise-poster

© DCM Film Distribution

Ich kann es nicht leiden, wenn ein Film mit dem Ende beginnt. Das ist eine der billigsten Varianten, wie man Spannung aufbauen kann.
Oh, wie konnte es zu dem Ende kommen, frage ich mich? Schauen wir mal weiter.
Nein. Spannung gehört durch den Grundkonflikt auf die Leinwand geworfen. 2000 Menschen leben in einem autarken Hochhaus und entwickeln eine Parallelgesellschaft, die sich langsam selbst zerfleischt. Reicht doch. Aber High-Rise verlässt sich nicht darauf und zeigt das Ende bereits zu Beginn. Kein Problem, das hat Inception leider auch gemacht. Muss den Film also nicht zerstören.

Danach sehen wir eine Nacktszene von Hauptdarsteller Tom Loki Hiddleston und es wird etwas gesagt, über das ich selbst bereits diskutiert habe: Die wenigsten Menschen sehen ohne Klamotten schöner aus als mit. Ob daran die gute Klamottenindustrie oder die schlechte Schönheitsindustrie Schuld hat, werden wir nie erfahren. Aber es gibt auch Ausnahmen. Denn High-Rise erinnert weniger an einen vertikalen Snowpiercer, wie er teilweise vermarktet wird, sondern vielmehr an einen weitreichenden Herr der Fliegen.

Obwohl die Mieten im gesamten Gebäude hoch sind, bildet sich unten die Unterschicht, in der Mitte die Mittelschicht und oben wird gevögelt, was das Zeug hält. Was bereits zu Unruhen führt, eskaliert völlig, als der Strom ausfällt. Und plötzlich steht ein Pferd auf dem Flur – hinter einer Frau mit nacktem Hintern.

© DCM Film Distribution

Damit habe ich den Film zwar so verwirrend beschrieben, wie er ist, aber irgendwie auch interessanter. Er wird sehr behäbig erzählt mit einem seltsamen Abba-Soundtrack im Hintergrund und ausgewaschenen Farben im Vordergrund. Viel Sex, einiges an Gewalt und völlig abgefuckte Personen bevölkern die Filmrolle. Aber all das kann nicht zu einem stimmigen Ganzen zusammengemischt werden. Immer wieder wird zwischen den Protagonisten hin- und hergeschwenkt, von denen die wenigsten erträglich sind und man sich mit keinem identifizieren kann. Außer ich äußerlich mit Tom Hiddleston. Aber genug der Komplimente für Tom.

Dankenswerterweise wird eine goldene Filmregel eingehalten. Immer dann, wenn ein Kaleidoskop im ersten Akt gezeigt wird, muss bis zum dritten Akt hindurchgeschaut werden. Auch als Tschechows Pistole bekannt. Aber selbst das kann nicht davon ablenken, dass High-Rise zwar interpretationsmäßig in der vorderen Reihe mitspielt, aber mir persönlich unterhaltungstechnisch nichts abgewinnen konnte. Und das trotz Sex. Und das trotz Gewalt. Und das trotz zahlreicher entblößter Männerhintern. Und das trotz der angedeuteten Zoophilie.

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© DCM Film Distribution

Und als ich mich bis zum Ende durchgekämpft habe, was sehe ich dann? Die Szene vom Anfang. Und als Schlussbild eine zerplatzende Seifenblase. Klischeemäßiger geht es wohl kaum. Bei all den Beschwerden konnte ich mich nichtmal über die Thematik auslassen, die durchaus einiges an Interpretationsspielraum und philosophische Ansätzen bietet.
Wer einen wirklich unterhaltsamen Film sehen möchte, der mit Gesellschaftskritik und soziologischen Studien umzugehen weiß, dem sei die Methode, ein argentinischer Streifen über ein Assessment-Center, ans Herz gelegt.
Denn High-Rise ist zwar ein Film mit interessantem Konzept, bei dem man aber lieber zum mittlerweile gleichnamigen Roman greifen sollte.

 

Theodores Meinung

Ich hab den Film nicht gesehen. Aber die Szene mit dem Essen klingt sehr gut. Und so saftig.

Die Kritik zu High-Rise wurde soeben auf Platz 4 unserer ersten zehn Kritiken gewählt. Lest mehr in der Top10 der bisherigen Kritiken.

Hochmut kommt vor dem Knall

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2 Gedanken zu “High-Rise – Filmkritik

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