5 Zimmer, Küche, Sarg – Filmkritik

Eine Filmkritik von FilmkritikenOD zur Mockumentary 5 Zimmer, Küche, Sarg über eine Vampir-WG.

Wer Vampire nur als weinerliche Glitzerwesen kennt, der tut mir Twilight. Wobei auch in der hier besprochenen Mockumentary Vampire nicht als die harten Killerwesen dargestellt werden, die sie in meiner angeregten Fantasie sind, wenn ich nachts alleine aus dem Wald zurücklaufe.

Worum geht es?

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© Weltkino Filmverleih

5 Zimmer, Küche, Sarg ist nicht nur ein blühendes Beispiel für einen Film, dem die Deutschen ausnahmsweise einen guten Titel verpasst haben (OT: What we do in the shadows), sondern auch ein komödiantisch gelungenes Vorzeigeobjekt für eine Dokumentations-Parodie.

Es geht um eine Vampir-WG in der heutigen Zeit mit Problemen, die jedem, der augenblicklich in einer Wohngemeinschaft verweilte, bekannt sein dürften: Geschirr seit 3 Jahren nicht gewaschen; das Kellerkind, das seine Gruft nur einmal im Halbjahr verlässt; und natürlich das Sofa, das einmal im Monat von Blut getränkt ist (ich schaue niemanden an…).
Neben den ganz normalen Problemen, die so ein WG-Leben birgt, müssen sich die Blutsauger mit den Begebenheiten des dritten Jahrtausends herumschlagen und bekommen im Laufe des Films einen menschlichen Freund, der ihr Leben auf den Kopf stellt. Wobei das für eine Fledermaus der Normalzustand sein sollte.

Kritik

Allein die Anfangsszene, in der das morgendliche Weckerklingeln dafür sorgt, dass unser Protagonist sich den Schädel an seinem Sarg anschlägt, hat mich zum Lachen gebracht und zeigt gut, was die restliche Laufzeit noch folgen wird. Aber nicht nur Slapstick und Vampirklischees sondern auch noch mehr Slapstick und Vampirklischees wissen das Zwechfell zu erregen. Die Geschichte um den bevorstehenden Maskenball ist vernachlässigbar, kann die Doku aber bis zum Ende tragen. Genug Gags auch abseits des Trailers sind vorhanden und wer es lustig findet, wenn einem Vampir nicht erlaubt wird, als Blade zum Maskenball zu gehen, der wird hier voll und ganz auf seine Kosten kommen.

Neben der vorherrschenden Strömung der Gross-Out-Komödien mit möglichst irrwitzigen Einfällen rund um Alkohol, Scheiße & Sperma, ist 5 Zimmer, Küche, Sarg eine gelungene Abwechslung im Genre. Das mit den Einfällen rund um Blut lassen wir jetzt mal außen vor, es ist immerhin ein Vampirfilm. Und Werwölfe kommen auch vor – Oberkörper bedeckt.

Wer Lust auf eine amüsante Pseudo-Doku mit peinlich agierenden Wesen in schrecklich schrillen Outfits hat, der kramt das Hochzeitsvideo seiner Eltern hervor. Ist das nicht zur Hand, nehmt 5 Zimmer, Küche, Sarg.

 

Simons Meinung

© Weltkino Filmverleih

Nunja, auf wahren Begebenheiten beruht diese Doku augenscheinlich nicht. Ist der Vampir doch ein altertümliches Fabelwesen, das heutzutage seinen Schrecken komplett verloren hat. Da ist die GEZ der größere Blutsauger. Ich zahle nicht! Das machen meine Eltern für mich. In der dadurch gewonnen Zeit kann ich mich wichtigeren Dingen widmen. Ich stehe kurz davor, die vierte Wilson-Primzahl zu entdecken. Es ist nicht 4815162342. Oder etwa doch? Gebt mir meinen Taschenrechner würde ich jetzt sagen, wenn ich das nicht im Kopf könnte. Zu den Vampiren: bewerbet euch beim Roten Kreuz. Ach, verdammt es ist natürlich gerade keine. Ihr habt mich abgelenkt. Aber vielleicht 4815162343

 

Die Kritik zu 5 Zimmer, Küche, Sarg wurde soeben auf Platz 5 unserer ersten zehn Kritiken gewählt. Lest mehr in der Top10 der bisherigen Kritiken.

Fledermaus!

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Ein Gedanke zu “5 Zimmer, Küche, Sarg – Filmkritik

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