Suicide Squad – Filmkritik

Eine Filmkritik von FilmkritikenOD zur Comicverfilmung Suicide Squad mit Will Smith und Margot Robbie.

suicide-squad-poster

© Warner Bros. Pictures

Während man für alle Superheldenfilme, die seit Iron Man erschienen sind, mehrere Leute mit zusätzlichen Chromosomen benötigt, um die Filme an den Fingern abzählen zu können,
gibt es gerade knapp über eine Handvoll, die mir so richtig gut gefallen haben. Spoiler: Suicide Squad gehört nur zu einer der beiden Gruppen.

Ich könnte an dieser Stelle einiges dazu schreiben, wer im Verlauf des Entstehungsprozesses alles von der Produktion abgesprungen ist, was Will Smith durchgesetzt hat, wie sich die ersten Zuschauerreaktionen auf die Nachdrehs auswirkten, oder wieso ich auf die Frage nach meiner Traumfrau nicht mehr „die junge Denise Richards“ antworte – aber was nutzt einem die Information, wieso der Film so geworden ist, wie er ist? Hier soll es also darum gehen, was Suicide Squad für ein Film geworden ist.

Worum geht es?

Der Geist einer äonenalten Hexe geht in den Körper einer jungen Wissenschaftlerin über und versucht daraufhin die Welt mit ihrer Magie zu unterjochen. Eine Truppe aus talentierten bis übermenschlichen Verbrechern wird von der Regierung rekrutiert, um das noch bösere aufzuhalten.

© Warner Bros. Pictures

Aber sind wir mal ehrlich, die Story ist hier völlig egal.
„Joyce von Familie Inchester und Anna-Pascalina von Familie Pascal, bitte kommt nach vorne. Das ist die erste Runde, es geht demzufolge um die sechs meistgenannten Antworten und um hundert Punkte. Hände hinter den Rücken. Einhundert Leute haben wir gefragt, was sie in dem Film Suicide Squad sehen möchten.“
Buzzergeräusch.
„Joyce war schneller.“
– „Action!“
„Ist Action dabei?“
Düledelüm
„Top-Antwort.
Kommen wir zum Familienvater Robbie Inchester. Robbie, wie…“
– „Und Bruder.“
„Äh ja, Robbie ist auch der Bruder von Susanne. Was Joyce zur Tochter und zur Nichte von Robbie macht. Aber darum soll es nicht gehen. Ähem. Kommen wir zur Frage. Ich wiederhole sie noch einmal für dich, Robbie: Einhundert Leute haben wir gefragt, was sie in dem Film Suicide Squad sehen möchten.“
– „Margot Robbies Arsch.“
„Oho, ein Filmkenner. Ist Margot Robbies Arsch dabei?“
Düledelüm
„Sehr schön, Platz zwei. Susanne, was sagst du?“
– „Will Smiths Brust.“
Düledelüm
„Knapp, aber dabei. O Tion!Ga was ist deine Antwort?“
– „Coole Sprüche.“
Düledelüm
„Sagenhafter Lauf von Familie Inchester. Mal sehen, ob Micky das fortführen kann.“
– „Ich sage Batmans Kinn.“
„Da bin ich mir jetzt nicht so sicher, aber schauen wir mal.“
Düledelüm
„Tatsächlich dabei. Joyce, deine zweite Antwort des heutigen Tages lautet wie?“
– „Jokers Lache.“
Düledelüm
„Jetzt fehlt nur noch eine Antwort und ihr habt die ersten hundert Punkte auf eurem Konto. Robbie, was sagst du?“
– „Steinmenschen erschießen.“

Tja, und so wahnwitzig das klingt, all das ist tatsächlich dabei. Und bis auf die Steinmenschen ist das stellenweise auch okay anzuschauen. Erklärung: Für ein PG-13-Rating in den USA fiel die Entscheidung, dass die Suicide Squad gegen von der Hexe manipulierte Wesen kämpfen soll, die mal Menschen waren, aber wie mit Moos überzogene Steinmenschen ausschauen. In Deutschland ist der Film trotzdem ab 16. Aber der Reihe nach.

1: Action

Ist vorhanden, aber zum Großteil auf schnell geschnittene Schießereien beschränkt, in der Steinmenschen zu Boden fallen. Darüberhinaus gibt es noch ein bisschen Martial-Arts zu begutachten und einen Endkampf der stellenweise an Silent Hill: Revelations erinnert. Und wer den gesehen hat, der weiß, dass das kein Qualitätsmerkmal ist. Die Action sticht nicht besonders hervor, aber ruiniert den Film auch nicht. Sie steht damit auf dem gleichen Treppchen wie die coolen Sprüche, die leider nicht an das Niveau der Marvel-Konkurrenz heranreichen.

2: Margot Robbies Arsch

Margot Robbies Körper

© Warner Bros. Pictures

Die Kunstfigur, die diese Kritiken schreibt, steht ja persönlich drauf, wenn mehr Fleisch auf der Auslage liegt, aber huila muila Margot Robbie war schon in Wolf of Wall Street nicht zu verachten und hier sorgt sie für Highlights am laufenden Band. Sie spielt die Rolle der vor Liebe verrückten Harley Quinn par excellence und weiß nicht nur durch äußerliche Reize zu glänzen. Sie ist es dann auch, die für die beste Szene des Filmes sorgt. Und das ironischerweise gerade dann, wenn sie ihr sexy Outfit nicht trägt. Also sie hat in der Szene andere Kleidung an. Nackt sieht man sie im Gegensatz zu Wolf of Wall Street nicht.
Zusammenfassend ist jede Szene mit ihr ein Erguss. Ich meinte Genuss. Den Preis für geschlechtsspezifische Diversität werden wir in diesem Jahr wohl nicht gewinnen.

3: Will Smiths Brust

Hat sich gut gehalten für sein Alter. Aber leider spielt er wie so häufig sich selbst. Dazu hat er eine Vorgeschichte bekommen, die ihn nicht ganz so schlecht dastehen lässt. Wenn man Will Smith wirklich als arschlochhaftes Superheldenschwein sehen möchte, dann schaut euch die erste Hälfte von Hancock an.
Nichtsdestotrotz ist Will Smith ein sympathischer Jung, den man gerne auf der Leinwand sieht und zusammen mit Margot Robbie und Viola Davis den Laden zusammenhält.

4. Komm endlich zum Punkt!

Suicide Squad unterhält durchweg, hat mit der Hexe aber so ziemlich den schlechtesten Bösewicht aller Comicverfilmungen bekommen. Während Iron Man und Deadpool ihre uncharismatischen Gegenspieler mit viel Witz und einer interessant erzählten Origin-Story aufwiegen können, mangelt es Suicide Squad an bemerkenswerten Ideen im Script.

Warum hast du ne Maske auf?

© Warner Bros. Pictures

Manche Punkte in der Geschichte werden dem Zuschauer gleich drei Mal erklärt, damit er es auch ja kapiert. Andere Begebenheiten ergeben schlichtweg keinen Sinn und wirken genauso deplaziert wie die Figur des Slipknots.
Auch so ein Ding: Während Will Smith als Deadshot und Margot Robbie als Harley Quinn gleich zwei Einführungen bekommen, müssen sich manche Mitglieder der Squad mit keiner oder einer einzigen Szene als Einführung begnügen. Dementsprechend freut man sich auch fast nur auf die Szenen mit den beiden Hauptcharakteren.
Überraschend gut hingegen ist die von Viola Davis (How to get away with murder) gespielte Protagonistin. Sie ist für die Zusammenstellung der Truppe zuständig und agiert dabei genauso scharfzüngig wie undurchschaubar. Leider wird auch ihre Figur zum Ende hin immer weniger wichtig.

In einer Besprechung zu Suicide Squad darf der Joker nicht unerwähnt bleiben.

Trotz all der Fehler und Schwächen wusste der Film über seine gesamte Laufzeit zu unterhalten. Sei es durch die angesprochenen positiven Dinge, oder meistens aus einer Trash-Sicht durch die negativen Aspekte. Ob ich ihn dafür in unnötigem 3D im Kino ansehen würde? Nein.
Wartet besser ab, bis ihr ihn sonntags auf dem Sofa anschauen könnt.
Alternative: Kauft euch den Soundtrack und genießt währenddessen – je nach Geschmack – Bilder von Margot Robbie, Will Smith oder Ki Ka Killercroc, dem kleinen Krokodil.
Nochmal, damit es jeder kapiert: Für mich ist Suicide Squad kein guter Film und er leidet an vielen Fehlern. Aber ich habe mich über die gesamte Laufzeit nicht gelangweilt, denn der Hochglanztrash hatte durchaus seinen Charme.

 

Ähnlichkeiten zwischen der Stringenz und dem Aufbau der Kritik mit dem besprochenen Film sind rein absichtlicher Natur. Style over Substance und Witz über Substanz sind bis auf diesen Satz strikt voneinander zu trennen.

Die Kritik zu Suicide Squad wurde soeben auf Platz 10 unserer ersten zehn Kritiken gewählt. Lest mehr in der Top10 der bisherigen Kritiken.

Hochwürden? Hochwürgen.

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3 Gedanken zu “Suicide Squad – Filmkritik

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