Whiplash – Filmkritik

Eine Filmkritik von FilmkritikenOD zum vielleicht besten Film 2015: Whiplash mit J. K. Simmons und Miles Teller.

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© Sony Pictures

Was ist euch im Leben am wichtigsten? Ist es Erfolg im Job und viel Geld scheffeln, um sich all das leisten zu können, was einem die Werbung offeriert? Oder wollt ihr für euer restliches Dasein einen treusorgenden Partner, bei dem ihr ganz ihr selbst sein und dem ihr alles anvertrauen könnt? Oder soll es jeden Tag eine neue Erfahrung für euch sein, Spaß und Freude am Reisen, jedes Land der Welt entdecken? Viele Kinder euer Eigen nennen? Etwas erschaffen, das euren Tod überdauert und die Welt daran erinnert, dass ihr auf der Erde verweiltet? Die jetzige Ordnung beeinflussen und unseren Lebensraum zu einem (in euren Augen) besseren Ort machen? Menschen helfen, die kein Glück bei der Wahl ihres Geburtsortes hatten? Alles unter einen Hut bringen wollen und eure 100% so gut es geht aufteilen? Die länger werdende Liste nacheinander abarbeiten? Euch Gedanken machen, was ihr im Leben wollt und das wahre Treiben an euch vorbeisegeln sehn?

Es gibt viele Wege, wie man sein Leben in der relativ sicheren Industrienation Deutschland gestalten kann. Ob die Realität mit der Wunschvorstellung mithalten kann, steht auf einem anderen Blatt. Plötzlich wird man krank, schwanger, arbeitslos, verliert eine wichtige Person, stößt an seine Grenzen oder verliebt sich neu und das bisherige Leben wird auf den Kopf gestellt. So viel Buchstaben beinhaltet das Alphabet nicht, wie man Pläne bräuchte, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Oder man verfolgt genau einen:

Worum geht es?

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© Sony Pictures

Der von Miles Teller (Divergent, Project X) gespielte Andrew ist ein junger Schlagzeuger, der in New York von einem sadistischen Bandleader namens Fletcher (J. K. Simmons – Spiderman 1-3) entdeckt wird. Es prallen die Träume des jungen Andrew auf die strenge Hand seines neuen Lehrers. Das geht soweit, bis Andrew alles andere in seinem Leben aufgibt, um seinem Traum vom professionellen Schlagzeuger näherzukommen. Doch Mr. Fletcher hat andere Pläne.

Was ein genialer Film. Und dabei habe ich weder Ahnung vom Trommeln, wie es im Volksmund heißt, noch habe ich mich bislang dafür interessiert. Lasst euch vom Grundthema nicht abschrecken. Denn selbst wenn euch Musik an den Ohren vorbeigeht, weiß jeder etwas damit anzufangen, was es heißt, einem Traum zu haben. Was es heißt, für diesen Traum zu kämpfen. Risiken einzugehen. Falsche Entscheidungen zu treffen. Auf die Schnauze zu fallen. Und dann vor der Wahl zu stehen: Kämpfen oder aufgeben? Umkehren oder weiterfahren?

Bei Whiplash stimmt so vieles, dass ich nur auf wenige Punkte eingehe:

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© Sony Pictures

Die Schauspielerei der beiden Hauptdarsteller kitzelt am Rande der Perfektion. Besonders J. K. Simmons als Musiklehrer mit fragwürdigen Methoden ist eine derartige Wucht, dass man sich auf jede Szene mit ihm freut, wie vergleichsweise bei Heath Ledgers Joker.
Dazu ein perfekt abgestimmtes Ende, das dem mit 100 Minuten straff inszenierten Film die Krone aufsetzt. Jede Entscheidung der Protagonisten ist nachvollziehbar – nicht weil man selbst so handeln würde, sondern weil es ihrem Charakter entspricht. Kamera, Schnitt, Szenen, Momente, ach, alles andere, was ich jetzt noch schreiben würde, wäre nur eine einzige Lobeshmymne, weswegen ich nach zwei weiteren Sätzen abbreche. Und das ist wohlgemerkt mein Fazit nach dem zweiten Anschauen.

Wenn ihr Filme mögt, dann seht euch diesen an.

Die Kritik zu Whiplash wurde soeben auf Platz 1 unserer ersten zehn Kritiken gewählt. Lest mehr in der Top10 der bisherigen Kritiken.

Trommelwirbel

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5 Gedanken zu “Whiplash – Filmkritik

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