Top10 der bisherigen Kritiken

FilmkritikenOD präsentiert die TOP10 der bisherigen zehn Kritiken.

Ganz Deutschland hat abgestimmt. Ganz Deutschland? Ja, steht da doch.
Nun ist es soweit: wir geben die Top10 der bisherigen Kritiken bekannt. Und als besonderes Bonbon wird der Schreiberling des letzten Platzes feierlich vom Hof gejagt.
Meine Top-Liste mit den Liebesfilmen läuft außer Konkurrenz, obwohl sie allein durch ihren Einleitungssatz hier den ersten Platz verdient hätte.
Aber genug der kurzen Vorrede.

Platz 10: Suicide Squad

Suicide Suad

© Warner Bros. Pictures

Der gezwungen wirkende Versuch, eine Hommage an das Familien-Duell einzubauen, kommt mehrere Jahre zu spät. Dazu das peinliche Einsetzen mehrerer Inzucht-Gags und eine mehr als lahme Pointe setzen dem Treiben, das immerhin ein Drittel der Kritik ausmacht, die Dornenkrone auf.
Die Typen sehen nicht wirklich aus wie Steinmenschen und das für diesen einen Witz zu behaupten, erinnert stark an die vielen misslungenen Einseiter aus dem Lustigen Taschenbuch.
Dann haben wir einen Bruch der eigenen Prämisse, wenn eben doch erklärt wird, warum der Film so ist, wie er ist. Und als wenn das zum Todesstoß noch nicht reichen würde, wird der Endkampf mit Silent Hill verglichen, obwohl Ghostbusters mit dem Rumgeblitze die bessere Analogie gewesen wäre. Und dann erklärt der Schreiber, dass er eine Kunstfigur darstelle. Illusion zerplatzt, weil er sein Umfeld nicht im Gedanken lassen wollte, dass er auf Speerwerferinnen steht.
Die Zusammenfassung ist dann nicht mehr so sehr zu beanstanden, obwohl einige wichtige Punkte weggelassen wurden: der Zusammenschnitt der Szenen, der sicherlich zusammen mit dem Antagonisten der Punkt ist, der den Film den Bach hinabstürzen lässt. Dazu wurde die Bar-Szene nur marginal angesprochen, die gleichzeitig Höhe- und Wendepunkt des Schauspiels darstellt.
Dass der Joker einem Witz zum Opfer fällt, ist bei dem ganzen Mist davor nur konsequent und fällt nicht mehr negativ in die Bewertung ein. Die Wiederholung und die Rechtfertigung am Ende hingegen brechen dir das Genick, lieber Benjamin:
Dein Name wird bis auf diese Ausnahme unwiderruflich von dieser Seite – auch für die Vergangenheit – gelöscht. Du bist der Schwächste, also mach die Biege, Fliege!

Platz 9: Grand Budapest Hotel

Grand Budapest Hotel

© 20th Century Fox

Nochmal knapp von der Planke ins sinkende Schiff zurückgesprungen, lieber Platz 9.
Die Idee, gerade bei Grand Budapest Hotel die Gedichtform als stilistisches Mittel zu wählen, Applaus. Die Umsetzung hingegen, kein Applaus. Mehrere Reime auf derselben Endung, Nicht-Einhaltung des Versmaßes, Inhalt wird dem Reim geopfert, wahllose Sex-Anspielungen und Film- sowie Musikzitate werden uninspiriert dahingeklatscht. In der Hoffnung, das reiche dem Leser für sein Vergnügen aus. Nö.
Der Leser muss bei weitem nicht jede Anspielung, jedes Zitat und jeden Witz kapieren (ich sage nur Fruchttiger), aber die Filmbesprechung muss in sich geschlossen, verständlich und nachvollziehbar sein.
Jetzt wird der Kritikenschreiber natürlich behaupten, dass der Film dies nicht anders handhabe, aber das sehe ich als wachender Gott dieser Seite gegenteilig. Man kann dem Werk von Wes Anderson durchaus seine Schrulligkeit und überbordende Liebe zur symmetrischen Gestaltung vorwerfen, aber wenn einer seiner Filme dieses Korsett durch seine Geschichte durchbrechen kann, dann ja wohl Grand Budapest Hotel. Ob das unser Schreiberling insgeheim mit seinem fehlenden Reim auf ‚GBH‘ andeuten wollte, bleibt dahingestellt. Selbst wenn dies der Fall sein sollte, muss eine Filmbesprechung eindeutig sein.
Weil ich der Meinung bin, dass Kubrick das mit den Zitaten und Symmetrien bei z.B. 2001 besser hinbekommen hat und dazu noch den goldenen Schnitt beherrscht, darfst du trotz Platz 9 und einem zu schnell hingerotzten Gedicht bleiben. Ich bin ein gütiger Gott.

Platz 8: Perfect Blue

Perfect Blue

© Rapid Eye Movies

Wo sind wir gelandet, wenn eine Filmkritik mit so einem Scheiß anfängt? Da könnte sie auch mit dem Spruch ‚Nicht die Titte macht die Brust, sondern der Nippel‘ beginnen.
Der Film selbst ist für jene, die ihn nicht gesehen haben, zu unverständlich vorgestellt. Und gerade dann, wenn es darum geht, einen unbekannteren Streifen der Masse schmackhaft zu machen, ist diese Kunst unabdingbar. Schade, denn so verliert dieser Anime das Publikum, das er zweifelsfrei verdient gehabt hätte.
Stattdessen mal wieder über ein ganzes Drittel der Kritik verteilt ein Gag, der wenig mit dem Film zu tun hat. Für die Leute, die ihn nicht gesehen haben, sogar überhaupt nichts. Und für wen schreibt man letztlich? Diejenigen, die den Film nicht kennen, oder jene, die ihn schon gesehen haben und ihre Meinung bestätigen wollen?
Und doch Alvin, deine Pickel kommen vom Eiweiß-Shake. Außerdem hab ich hab dich letztens in der Dusche gesehen. Du rasierst dich auch nur, damit man überhaupt einen Ansatz erkennt.

Platz 7: Big Bad Wolves

Big Bad Wolves

© Constantin Film

Kalauer über Kalauer, dass selbst das Kölner Dreigestirn neidisch aus ihrem Wagen blicken würde. Wobei mich einige doch zum Schmunzeln gebracht haben. Besonders der, den man in der Story-Beschreibung leicht überliest. Allerdings hätte diese etwas länger ausfallen dürfen, da so dem unbedarften Leser nicht ganz klar wird, inwieweit Selbstjustiz eine Rolle spielt.
Danach eine nicht ganz einwandfreie Anspielung auf diejenigen, die bei Youtube ihren Fame nutzen, um Minderjährigen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich nehme an, dass die Schreiberin der Kritik besonders auf Bibi anspielen wollte, aber das ist nur eine Mutmaßung meinerseits. Kleiner Fehler dabei: was hat das mit dem Film zu tun?
Das lange Fazit ist stellenweise redundant und das Ende unnötig mysteriös. Was da in vier Monaten wohl kommen mag? Es wird sich eh keiner mehr anschauen, also lasst uns das getrost vergessen.

Platz 6: Self/Less

Self/Less

© Concorde Filmverleih GmbH

Wäre wahrscheinlich auf Platz 7 gelandet, wenn Big Bad Wolves nicht von einer Frau rezensiert worden wäre. Sei’s drum.
Gleich zu Beginn der Fehler, dass der ähnlich gelagerte Transfer zwar genannt, aber nicht weiter erklärt wird. Transfer dürften die wenigsten kennen und Eigenarbeit ist nicht nur in der Schule verpönt. In Transfer geht es um ein älteres Ehepaar, das ihren Geist in die Körper zweier junger Menschen transferiert. Allerdings funktioniert das nur tagsüber und nachts erwachen die Seelen der nunmehr im eigenen Körper gefangenen. Wäre das so schwer gewesen? Stattdessen dieser Gefängnis-Spruch, den ich – warte mal, achso, haha, jetzt kapiere ich den. Trotzdem bleibt er Platz 7 in einer Welt, in der Frauen gleichwertig sind.
Der darauffolgende Vergleich mit der Opferung erschließt sich leider auch nur denjenigen, die den Film bereits gesehen haben. Da müssen wir noch etwas üben. Und über den Abschlussgag hüllen wir besser den Mantel des Schweigens.

Platz 5: Zimmer, Küche, Sarg

5 Zimmer, Küche, Sarg

© Weltkino Filmverleih

Ist er nur deswegen auf Platz 5? Wer weiß.
Zu Beginn fehlt die Erklärung, was eine Mockumentary ist. Diese Seite soll nicht nur Filmkenner ansprechen, sondern auch diejenigen, die sich ab und zu berauschen lassen wollen, ohne sich groß über Begrifflichkeiten und Schauspielernamen auszutauschen. Nach dem Satz, der für Leute, die den zugrunde liegenden Pädophilen-Witz nicht kennen, wenig Sinn machen dürfte, fehlen mir persönlich Beispiele für misslungene deutsche Titel. Hier hätte man für sinnvolle Lacher sorgen können, die etwas mit der Materie Film zu tun haben.
Die Filmbeschreibung und die darin enthaltenen Gags sind okay bis gut und geben präzise wieder, was den Zuschauer erwartet. Und so sollte es möglichst sein.
Der Abschluss hingegen ist trotz oder gerade wegen der Lost-Anspielung unnötig wie ein Kropf, aber das gelegentliche Auftreten dieser verstümmelten Abschlussfloskeln in Ich-Form kann ich unseren Schreibern wahrscheinlich nicht austreiben.

Platz 4: High-Rise

High-Rise

© DCM Film Distribution

So zum Wegwerfen wie das obige Ende ist hier der Beginn der Kritik. Einfach drüberlesen.
Bei dieser Filmbesprechung klappt das Konzept, dem Film wichtige Pfeiler zu nehmen und sie in literarischer Form darzustellen, um einiges besser, als bei den Kritiken weiter oben. Die Verschmelzung von Wutrede und Inhaltsbeschreibung geht gut von der Hand, aber dann folgt ein Fehler, den wir oben bereits genannt haben: Wenn man wahllos Filme als Vergleich heranzieht, dann kann es nicht schaden, näher darauf einzugehen, um seine Gedanken verständlich zu machen. Dieser stream of consciousness ist gelegentlich nettes Gimmick, aber gerade bei wichtigen Punkten überfordernd.
Dass die ein oder andere Stelle explizit für einen Fan geschrieben wurde, verzeihen wir dem Schreiber dieser Kritik, auch wenn er sich diesbezüglich in Zukunft zurückhalten möge. Das hier ist keine Partnerbörse.
Der Vergleich zwischen Kaleidoskop und Tschechows Pistole kratzt leider am Rande der Unverständnis für jene, die High-Rise noch nicht gesehen haben. Ein stimmiger Vergleich, der möglicherweise vom Regisseur so gewollt wurde, aber vom Leser viel Nachdenkarbeit fordert.
Ahja, die Methode ist wirklich ein klasse Film, den es hierzulande leider nicht gibt, aber eine eigene Kritik verdient, zu der ich mich eventuell von meinem weißen Ross bequeme, um diese selbst zu verfassen. Womit Platz 1 aller weiteren Bestenlisten schon feststünde.
Entgegen der anderen beiden Chipmunks wurde Theodore auf den Punkt getroffen. Netter Abschluss.

Platz 3: Sicario

Sicario

© StudioCanal

Kennt ihr den Namen des dritten Mannes auf dem Mond? So viel zur Bronze-Medaille.
Der Anfang ist bemüht aus FilmkritikenOD etwas anderes als die Blödelwebseite zu machen, für die ich bislang mit meinem Namen stehen musste. Ob das für jeden funktioniert, wage ich zu bezweifeln, aber da wir uns im ersten Jahr befinden, wird die Mühe und das Wagnis noch belohnt. Zudem hat es etwas mit dem Film zu tun und darauf kommt es an. Fruchtig erweitert der Schreiber das Spektrum um Parabeln in die wirkliche Welt, wenngleich bei näherem Hinsehen nicht jeder Punkt gänzlich durchdacht wurde. Schade.
Der Plot wird zur Genüge dargelegt und ist auch für unbedarfte Leser verständlich und interessant genug. Auf einzelne Punkte wird detailliert eingegangen, und die Abstinenz von Humor ist dem Film gut angepasst. Denn dort zünden die One-Liner nur bedingt.
Eine runde Kritik mit mehr Luft nach unten als noch oben.

Platz 2: Der Ja-Sager

Der Ja-Sager

© Warner Bros. Pictures

Unser Buzz Aldrin. Und die bislang persönlichste Kritik. Die Gags laufen anfangs noch unrund, grooven sich jedoch Schritt für Schritt ein. Der Film wird zwar wieder eher für ein Publikum besprochen, das den Film bereits kennt, aber es werden genug Hinweise am Rande des Weges hinterlassen, dass ein mündiger Leser weiß, worauf er sich freuen kann und worauf nicht. So kann das funktionieren. Die Vergleiche zu anderen Streifen sind ausreichend dargelegt und die negativen Aspekte zur Genüge ausgebreitet. Die Alternativen sind passend ausgewählt und die Schlusspointe amüsant genug, dass man ihr verzeiht, dass sie mehr persönlich als filmbezogen daherkommt.
Nur diese Erdogan-Geschichte verstehe ich so gar nicht.

Platz 1: Whiplash

Whiplash

© Sony Pictures

Zu einem so guten Film muss man nicht besonders viel schreiben, das hat unsere Frau fürs Grobe vollkommen richtig erkannt. Dem Leser genug Lust auf Whiplash machen, ohne viel vorweg zu nehmen und trotzdem eine Länge aufweisen, dass die (zwei-)tägliche Vorfreude auf FilmkritikenOD vollumfänglich ausgefüllt wird.
Den Anfang hätte man statt mit einer solchen Vielzahl an Fragen auch mit einer Fabel umschreiben können, zeigt aber treffend, worum es hintergründig in Whiplash geht und worüber man sich Gedanken machen kann, wenn man sich Gedanken machen will.
Dazu drei Likes von Bloggern, die uns damit zeigen, dass wir abgesehen von der SEO-Geschichte nicht alles falsch machen – oder einfach möchten, dass wir ihren Blog zu sehen bekommen. Wer kann schon in die Köpfe anderer hineinschauen.
Hirnchirurg, die Antwort ist Hirnchirurg.

 

Auf die nächsten zwei Wochen bei FilmkritikenOD – dem Kleinod unter den Filmkritiken

Scotty, beam me up

Advertisements

12 Gedanken zu “Top10 der bisherigen Kritiken

Beginne eine Diskussion oder steig mit ein

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s