The Human Centipede 3 – Filmkritik

Eine Filmkritik von FilmkritikenOD zum Horrorfilm Human Centipede 3 mit Dieter Laser und Bree Olson.

human-centipede-3-poster

© IFC Films

Es muss gegen Ende des Jahres 2010 gewesen sein, als ich in meiner damaligen Lieblingsbar verweilte. Mehrere Arbeitskollegen aus dem Kino saßen zusammen und diskutierten darüber, wie kurz der Rock einer Frau maximal sein dürfe, um nicht schlampig zu wirken. Um Stephen Kings Foreshadowing-Technik zu kopieren: Sechs Jahre später sollte ich die Antwort erfahren.
Des Themas überdrüssig werdend, prustete einer den folgenden Satz heraus, der sich bis heute in mein Hirn brannte:
„Ich war auf dem Fantasy Filmfest und habe the Human Centipede gesehen“.
„Den was?“, fragte ich nach, denn irgendwie schaffte er es, selbst bei diesem Satz mehrere Ti-Eitsches falsch auszusprechen.
„Das ist so ein Film über einen kranken Wissenschaftler, der es sich zum Ziel gesetzt hat, drei Menschen aneinanderzunähen. Und jetzt passt auf: jeweils mit dem Mund des Hintermannes an den Arsch des Vordermannes.“
„Waren da auch Frauen dabei?“, hakte ein anderer Kollege nach.
„Ja, zwei sogar.“
„Geil.“

Nicht viel später hat er gekündigt. Keine Ahnung, ob es deswegen war, oder weil er erwischt wurde, wie er unter der Treppe kauernd unsere Rock-These bei den Kinobesuchern aus nächster Nähe überprüfte.
Nachdem unser Gelächter langsam abgeflaut war und auch dem letzten Kollegen klar wurde, dass es nicht unbedingt eine Ehre darstellt, die Fäkalien einer grazilen Schönheit seinen Rachen heruntergleiten zu lassen, unterhielten wir uns angestrengt darüber, ob das Standardmodell der Teilchenphysik eine spektrale Lücke vorhersagt.

Darum geht es

Das hat unsere Susi gemalt

© IFC Films

Der berüchtigte Gefängniswärter Bill Boss (gespielt von Dieter Laser, dem Dr. Heiter des ersten Teiles) und sein treuer Untergebener Dwight Butler (gespielt von Laurence R. Harvey, dem Hauptdarsteller des zweiten Teiles) haben nur noch zwei Wochen Zeit, um ihre Haftanstalt auf Vordermann zu bringen, bevor sie vom Gouverneur gefeuert werden.
Eine Sichtung der beiden vorigen Human Centipede Filme bringt die rettende Idee: Nähen wir doch alle Gefangenen aneinander.

Human Centipede 3 also. Was ein riesiger Haufen Scheiße – der letzte in der Tausendfüßlerreihe wohl schlucken muss? Egal wie groß, Human Centipede 3 ist ein größerer. Hier stimmt nix, aber auch gar nix. Weder Fans von ausufernder Gewalt, noch Fans von kranken Ideen und schon gar nicht Fans des gepflegten Trashs kommen hier auf ihre Kosten.

Erholsamer Schlaf – für einen guten Start in den Tag

© IFC Films

Die Produzenten haben sich wohl im Internet umgeschaut, was bei den Vorgängern besonders gut ankam. Und das waren, wie auch ich zugeben muss, die beiden Hauptdarsteller. Während die zwei bei ihren ersten Auftritten noch funktionierten, schlagen sie hier dem Kot die Nährstoffe raus. Dieter Laser overacted die Rolle seines Gefängnischefs so dermaßen, dass selbst Nicolas Cage mit den Augen rollen würde. Er ist nur am Rumschreien und Rumfluchen und Rum trinken, dass es dem Zuschauer zwangsläufig auf die Eier gehen muss. A prospos, ein kleiner Lichtblick ist die von Bree Olson gespielte Sekretärin Daisy. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, woher ich sie kenne. Jedenfalls sorgte sie dankenswerterweise für die Beantwortung des Rock-Dilemmas bei Minute 11:30.

Aber ansonsten gibt es wenig, worauf man sich freuen kann. Vom Gewaltgrad kommt er nicht an den zweiten ran, von der Machart nicht an den ersten und was Trashfilme anbelangt, amüsiert man sich höchstens über den Auftritt von Eric Roberts. Die anrüchigste Szene sieht man bereits im Trailer und ist nur eine Traumsequenz. Die Idee des Zusammennähens ist mehr als ausgelutscht und sechs Jahre nach dem ersten Streifen wird hier nichts Neues hinzugefügt – nein, selbst die menschliche Raupe entpuppt sich als Rohrkrepierer. Die Schauspieler agieren alle wie wildgewordene Affen und jedes weitere Wort wäre zu viel an Werbung für diesen Schund.
Selbst mit drei Maß Starkbier intus macht ihr lieber einen schwankenden Bogen um Human Centipede 3.

Stattdessen bekommt ihr von mir zwei Alternativen serviert: Story of Ricky und Ichi the Killer.

Mund auf

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