The Neon Demon – Filmkritik

Eine Filmkritik von FilmkritikenOD zum Thriller The Neon Demon von Nicolas Winding Refn mit Elle Fanning.

Was kommt dabei heraus, wenn eine Filmkritik zu den Klängen von Sam Cooke and the Soul Stirrers geschrieben wird? Finden wir es heraus.

Welchen Begriff suchen wir? Steffen (7) erklärt ihn uns:

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© Koch Media/24 Bilder

„Also das sind fast immer Frauen. Denn Männer sind nicht so hübsch. Wie bei Papa und Mama. Aber Mama ist keine, die ist zu alt. Die ziehen sich schöne, schöne Sachen an und dürfen dann nicht hinfallen. Sonst ist H&M ganz sauer und wenn sie sich ein Bein brechen, dann werden sie erschossen. Immer wenn sie was essen sollen, dann zählen sie die Korallen und spucken es dann wieder aus. Also die sind sooo dünn. Drum ist Mama keine. Und die haben immer einen reichen, dicken Mann, der ihnen alles bezahlt. Nur kein Essen. Aber ganz viel Schmuck und Schminke, damit sie noch schöner aussehen. Ich will später kein *Dingsda* heiraten, denn die können nicht gut kochen. Und beim Küssen stößt man sich an den Rippen. Und die können keine Kinder bekommen, denn die haben da drin keinen Platz. Aber die müssen nur fünf Jahre arbeiten und haben dann einen alten Italiener. Später gehen sie zum Schönheitsschirugen, damit sie immer jung aussehen. Ja und Papa hat so ein Heft mit ganz vielen von denen drin. Das hat er vor Mama versteckt. Da sucht er Unterhosen raus, die er Mama schenkt, wenn sie wieder sauer auf ihn ist, weil er…“

Danke Steffen, ich denke, unsere Leser haben ausreichend Hinweise erhalten.

Der Plot. Presented by FilmkritikenOD.

The Neon Demon erzählt die Geschichte der 16-jährigen Jesse, die eine *Dingsda*-Karriere in Los Angeles beginnt. Sie ist mit solch Schönheit gesegnet, dass sie schnell den Neid ihrer Konkurrenz auf sich zieht, die ihr das Leben so schwer wie möglich machen möchte. Doch nicht nur andere *Dingsda* reagieren auf ihre Ausstrahlung: Ihr Vermieter, eine vermeintliche Freundin und selbst ein Puma können sich ihrer Anziehung nicht verwehren. Als sie selbst zu tief in *Dingsda*-Sphären eingedrungen ist und sich wie die Königin der Stadt der verlorenen Engel fühlt, ist es zu spät, um ihre rachsüchtige Umgebung aufzuhalten.

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© Koch Media/24 Bilder

Der neueste Film von Nicolas Winding Refn also. Ein Thriller im *Dingsda*-Milieu, der gelegentlich die Frage beantwortet, wie der dänische Regisseur und Drehbuchautor Das Parfüm verfilmt hätte. Stellt man The Neon Demon seinem früheren Schaffenswerk gegenüber, dann drängen sich Vergleiche zu Only God Forgives auf. Eine gemütliche Erzählweise trifft auf saustarke Einstellungen und Bildkompositionen, was mit der späteren Laufzeit in immer abgefahreneren / schockierenderen Szenen mündet. Von einer ungewollten Schwertschluck-Performance, über ein versinnbildlichtes Blutbad, bis hin zu gleichgeschlechtlicher Nekrophilie wird dem Zuschauer in der zweiten Filmhälfte viel abverlangt. Und das war noch nicht das Ende der Fahnenstange.
Ein Witz für zwischendurch: wie nennt man die Erektion eines Betrunkenen?
Alles stets vor dem Hintergrund eines künstlerischen Anspruchs, mit dem es Refn wie in seinem letzten Werk jedoch bisweilen übertreibt. Zu langweilige und in die Länge gezogene Szenen, in denen erzählerisch wenig geboten wird, und die rein der Anmut der Kameraaufnahmen und der aus den Boxen dröhnenden Beats wegen präsentiert werden. Den größten Teil des Bildmaterials könnte man ohne Umschweife als Werbung für einen Parfümhersteller missbrauchen.

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© Koch Media/24 Bilder

Wie in Drive versucht er einen schwelenden Konflikt durch eine allseits drohende Katharsis mit Spannung zu befeuern, scheitert hier aber daran, dass man mit keiner der unsympathischen Figuren mitfiebern kann. Während man zu Beginn noch zur jungen Jesse hält, wendet sich das Blatt, sobald auch sie von der Oberflächlichkeit zerfressen die Liebe im Käfig ihrer seidenen Haut verschließt. Ihr weiteres Schicksal wird gleichgültig zur Kenntnis genommen.
Ich streite an dieser Stelle nicht ab, dass der Filmemacher genau dieses Gefühl im Publikum hervorrufen, der *Dingsda*-Szene einen gewalttätigen Spiegel unter die operierten Nasen halten und alle Figuren über den Kamm eines gemeinsamen Stylisten scheren wollte, aber funktioniert hat das für mich nicht.
Einen zusätzlichen Fremdkörper stellt Keanu Reeves dar, der eine der, wenn nicht die schlechteste Performance seiner persönlichen Filmgeschichte abliefert. Glücklicherweise hat seine Rolle nur geringen Platz auf dem Zelluloid erhalten.


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© Koch Media/24 Bilder

ist The Neon Demon ein Schauspiel, das den Beinamen „Style over Substance“ mehr als redlich verdient. Wer schon immer sehen wollte, wie sich vom falschen Ehrgeiz und von ehrlicher Furcht angetriebene *Dingsda* im wahrsten Sinne gegenseitig zerfleischen, der dürfte zumindest in der zweiten Filmhälfte auf seine Kosten kommen. Immer unter der Voraussetzung, dass man großer Fan des Refn’schen Augenschmauses ist. Denn eines kann man dem Neon-Thriller nicht abstreiten: „sie ist ein *Dingsda* und sie sieht gut aus“.

Puh, endlich eine Kritik ohne große Schwierigkeiten abges…
„Du, wann bekomme ich denn die Süßigkeiten, die du mir auf dem Spielplatz versprochen hast?“
 
Abblende. Abblende!

Der Film hat in keiner Top-Liste etwas zu suchen und ich erkläre euch jetzt warum.
[Nanu, was hat denn dieser Satz auf einmal hier zu suchen?, d. Red.]

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