Spezial: Eine Filmbeschreibung zu A Serbian Film

FilmkritikenOD präsentiert eine Live-Filmbeschreibung zu A Serbian Film. Verstörende Abgründe eröffnen sich.

Vorbericht

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© centralfilm

Ruhepuls: Kein Messgerät. Aber ich bin aufgeregt. A Serbian Film gilt als einer der kontroversesten Filme der letzten Jahre und soll so schreckliche und gewalttätige Szenen zeigen, dass er auf einem Unterhaltungslevel ungenießbar sei. Naja, es gibt auch Leute, die Slaughtered Vomit Dolls einen künstlerischen Anspruch abgewinnen können und da ist der Name Programm. Ich sag nur Vomerophilie.
Aber genug davon, kommen wir zurück zu A Serbian Film, der erst letztes Jahr von Indizierungs-Liste B auf Liste A umgetragen wurde. Salopp gesagt, wurde ihm also attestiert, dass er keinerlei strafrechtliche Relevanz habe und eine Beschlagnahme nicht mehr zur Debatte stehe. Prima. Oder Schade? Egal.
Wir schauen uns heute also dieses kontroverse Stück Filmhistorie an, das im Internet sowohl als gewaltverherrlichende Scheiße, als auch als gelungene Parabel auf die serbische Geschichte betitelt wurde. Lassen wir uns überraschen. Ich bin auf nahezu alles gefasst und habe auf meiner linken Seite einen Kotzkübel und auf meiner rechten Seite eine Packung Taschentücher stehen. Damit sollte ich für alle Gefühlsregungen gewappnet sein.
Damit wir auf dem gleichen Level sind, erzähle ich noch kurz, was ich von der Geschichte weiß: Die männliche Hauptfigur ist ein Ex-Pornodarsteller, heuert aber aus Geldnöten nochmal für eine Produktion an. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei allerdings um einen Snuff-Film. Ein Streifen, bei dem Menschen tatsächlich vor laufender Kamera getötet werden. Soviel dazu.
Achja, vom Hörensagen her spielen auch Säuglinge in der Produktion eine Rolle. Puh. Wenn ich so in mein DVD-Regal schaue, sollte ich vielleicht doch lieber die limitierte Äffle & Pferdle Box einschmeißen. Da liegt mein Rekord bei elf Minuten am Stück. Ach was, das schaffen wir! Für euch.
Wünscht mir Glück. Euch viel Spaß bei diesem Experiment.

Es beginnt

Ein letztes Durchschnaufen. Ich bilde mir ein, dass es irgendeinen weltverbessernden Anspruch hätte, was ich hier tue und gehe meine Rede für den Grimme-Preis nochmal durch. Ach, was soll’s. Ich zögere das Unvermeidliche nur unnötig hinaus.
Kopfkissen an die Wand, angelehnt und… Play. Es geht los.

Exposition

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© centralfilm

Contrafilm. Srpski Film. Club Filth. Das sieht doch ganz ordentlich aus. Ist das eine Nutte? Wildes Brustgelecke. Doggy-Style neben einem Motorrad. Es kommt heraus, dass ein kleiner Junge den Porno gerade im Fernsehen schaut. Es ist der Sohn des Hauptdarstellers.
„Was hat Papa mit der Frau gemacht?“ Er wird von seinen Eltern überrascht und Papa Porno scheint kein Problem damit zu haben, dass sein Paul sich ansieht, was er damals mit seinem Paulchen angestellt hat. Uninspirierte Filmmusik, während Milos [der Vater, d. Red.] in Erinnerungen schwelgt. Habe ich bereits eine Anspielung auf Serbiens Vergangenheit verpasst?

Hah, ein lustiger Spruch, Eine Freundin von Milos begrüßt ihn und sie reden über Pornos. Sie hat ein sehr offenherziges – nennen wir es mal – Oberteil an. Ist das ein Penis-Feuerzeug? Riesending. Jetzt bekommt er das Angebot für einen letzten Dreh. Vukmir ist der Produzent. Ob der nur im Deutschen so heißt? Milos‘ Bruder taucht auf und macht der Pornofreundin eindeutige Anvancen. Wo bin ich hier gelandet? Wohlstandsbauch grüßt. Belangloses Gewäsch über Freundschaft in Serbien. Ach ne, das ist eine Kritik an Serbien. Nahaufnahme eines Hasen. Ohne Muschi, wie vorhin erklärt wurde. Aber was soll der kleine Paul dann damit anfangen.

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© centralfilm

Paul muss ins Bett. Er erklärt, dass sich in seiner Hose Rädchen gedreht haben. Das sei ganz normal, antwortet Frau Mama. Gut zu wissen.

Milos macht schwedische Witze im Ehebett. Langweilig. Sie legen einen Porno ein. Von Milos persönlich. Er scheint sich gern beim Vögeln zu sehen. Und seine Frau ihn auch. Ein Rädchen greift ins andere. Kuschelzeit!
„Fehlt dir das Drehen?“
Haha, was hat der für eine Maske auf? Seine Frau wird geil und freut sich daran, dass Milos sie nicht wie Dreck behandelt. Noch nicht. Ohrfeige. Haare ziehen. Brust entblößen. Und jetzt wird Liebe gemacht. Hart und dreckig. Milos weiß, wie der Hase läuft. Schon vorbei? Wie bei meinen lauten Nachbarn. Grüße an dieser Stelle. Küsschen. Ah ne, jetzt kommt die Missionarsstellung. So wie ich ein Missionar auf dem Gebiet der Filmbeschreibung werde. Uninspirierte Filmmusik. Ist sie gekommen? Ich kann das nie erkennen.

Telefonat zwischen Vukmir & Milos ertönt im Off. Milos steigt in ein Auto Richtung Ruhm und Geld. Ist das Vukmir? Tatsächlich.
„Die rechte Hand ist das Sexzentrum eines Mannes. Deine Hand ist was ganz besonderes.“
Was ein Dialog.
„Du bist der Gott der Fickkunst.“
Ich muss Lächeln.
„Es gibt Pornos, damit die, die nichts zu ficken haben, auch was zum Abspritzen haben.“
Hört, hört. Vukmir philosophiert weiter. So wie wir heute von Aristoteles sprechen, werden sich unsere Nachfahren in Äonen über Vukmir die Köpfe zerbrechen. Milos und seine Pornofreundin hängen an seinen Lippen. So wie er bald an ihren Lippen hängen wird, nehme ich an. Die Sprache ist von einem seriösen Drehbuch, das Milos nicht kennen wird. Mysteriös, mysteriös. Von Milos wird verlangt, dass er sich wundliegt. Hat der liegt gesagt? Mein Hörgerät muss rausgefallen sein.
Heidenei, die Serben haben aber hüsche Frauen. Milos wird der Vertrag vorgesetzt. Er sieht die Gage und… will nochmal wissen, was genau im Drehbuch steht. Es wird ihm nicht erzählt. Mysteriös, mysteriös. Was kann das nur sein? Das muss diese gewaltverherrlichende Scheiße sein, von der so viel gesprochen wird. Macht Milos das alles mit?

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Eine Sängerin singt. Milos kommt nach Hause. Ah, seine Frau hat so schön gesungen. Hat viele Talente die Kleine. Bisher zähle ich vier. Milos hat eines und jetzt überlegt er sich, dieses mal wieder einzusetzen.
„Wie viel Geld hat er dir geboten?“
Er flüstert es ihr ins Ohr und sie wird geldgeil. Aber Milos hat wohl abgelehnt.

Komplikation

Milos unterschreibt. Vukmir schwärmt von Milos‘ Erektionsfähigkeit. Sie stoßen an. Mit Gläsern. 22 Minuten sind rum und bisher gab es viele dümmliche Dialoge, etwas Softcore-Sex und ähm… Schreibblockade. Hoffentlich hat Milos gleich keine. Man sieht seinen großen Lümmel, während er sich mental vorbereitet. Ob der echt ist? Fragt Hodor. „Hodor“

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Der kleine Paul isst ein Eis und Milos‘ Bruder will von seiner Schwägerin, dass sie ihm etwas übersetzt. Er schaut ihr auf den Hintern. Er ist halt auch nur ein Mann. Sie isst einen Apfel und er stellt sich vor, dass er der Apfel wäre. Oder der Kern. Dümmlicher Dialog. Er gibt zu, dass er schon länger auf dem Trockenen sitzt. Bzw. auf Feuchttüchern und Gleitgel. Er wird so erregt, dass er auf die Toilette geht und dort masturbiert. Okay. Ein Kreuz baumelt an seinem rechten Ohr. Kirchenkritik? Wahrscheinlich. Welch Kust, welch hohe Kunst.

Milos geht zu Vukmir. Bedrohliche Musik. Geht es endlich los? Die Sensationsgeilheit in mir erwacht und ich schäme mich. Für nichts. Milos will endlich filmen und erneut wissen, was die Story ist. Story in einem Porno? Da ist Serbien Deutschland wohl etwas voraus. Alaaaaarm, Alaaaaaaarm! In drei Tagen gehe es los, verspricht Vukmir.

Heißt der Sohn gar nicht Paul? Jetzt habe ich seinen Namen wieder verpasst. Vater-Sohn-Gespräch. Er erklärt ihm auf schöne Art und Weise, wie man masturbiert. Erinnerungen werden wach. Also in Milos, nicht in mir.

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Bedrohliche Musik. Glatzkopf mit Schlangen-Tattoo ist zurück. Die Schlange ist aber eine Filmrolle. Doppelzüngiges Filmgeschäft? Hohe Kunst, hohe Kunst, sag ich nur. Milos ist am Drehort angekommen und bekommt über ein Ear-Piece Anweisungen von Vukmir. Ein Schild, das ich nicht lesen kann. Wahrscheinlich „bitte eintreten“, wobei das „eintreten“ durchgestrichen ist, nachdem die Tür wirklich mal jemand eingetreten und vor Gericht recht bekommen hat. Ups.
Das scheint eine Schule zu sein, wo wir uns befinden. Die Lehrerin kommt aus der Tür. Ich will zurück in die Schule! Oh, ein junges Schulmädchen sitzt traurig auf der Treppe und lächelt ihn an. Die Mutter der Kleinen gibt ihr eine Standpauke. Milos, räche das Mädchen, räche sie!

Das war’s schon? Altes Weisenhaus war das, erfahre ich.

Pornodialog im Waisenhaus. Kein Wunder ist Lord Voldemort so geworden, wie er war. Da ist die Lehrerin wieder. Allein. Sie umarmt Milos. Die beiden betreten einen dunklen Raum. Kuss. Sie spielt mit ihm. Harr, harr. Sie umfasst etwas, das in seiner Hose steckt. So sehe ich auch aus, wenn ich Chips ins Kino schmuggle. Sie beginnt Milos oral zu verwöhnen. Man sieht es nicht direkt, aber dafür sieht man, wie Milos auf zwei Bildschirme starrt. Auf diesen schminkt sich das kleine Mädchen von vorhin. Und isst ein Eis. Milos scheint das zu erregen. Er ist fertig. Das Mädchen auch – mit dem Eis. Beide leergeschleckt.

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© centralfilm

Milos ist wieder zu Hause und macht sich rauchend Gedanken über das gerade Erlebte. Alkohol hilft. Ich hoffe inständig, dass er sich nicht an dem kleinen Mädchen vergeifen muss, denn die sieht nicht aus wie 21. Vielleicht zusammen mit ihrer Zwillingsschwester. Solch junge Mädels werden ja häufig mit ihren Zwillingsschwestern gecastet, um den Druck und die Belastung zu halbieren. Milos nicht. Milos braucht kein Double.
Die Mutter ruft ihn an und ist mit dem Sohnemann mitten in der Nacht auf einer Kostümparty unterwegs. 68er-Generation, nehme ich an. Milos bittet seinen Bruder, Vukmir zu überprüfen. Er ist Polizist, habe ich vergessen zu erwähnen.
Und er [der Bruder, d.Red.] hat endlich eine gefunden, die ihm hörig ist. Glückwunsch. Währenddessen schaut er sich Familienvideos an. Aha, das ist eine Prostituierte. Alter Cheater. Pay to win kann ja jeder. Warte mal, Familienvideos? Ahja, die Szene ist in schwarz-weiß.

Jetzt schaut er sich einen Porno von Milos an und ist…. begeistert. Er und die Nutte schwärmen von Milos‘ Erektion. Macht man das so [unter Brüdern?, d. Red.]? Ich bin Einzelkind. Erzählt es mir in den Kommentaren.

Die Pornofreundin erzählt, dass sie es gelegentlich mit Tieren treibt. Sie hat anscheinend mal einem Esel… naja… jetzt zeigt sie ihm die Perle in ihrer Auster. Aber Milos lässt das kalt. Er liebt seine Frau und würde sie nur für Geld betrügen. So gehört sich das. Sein Sohn [kommt nach Hause und, d. Red.] schlägt ihn mit einem Phallussymbol.

Peripetie

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Milos sitzt mit verbundenen Augen im Auto. Er kommt an und eine Frau wird auf einem Schachfeld geschlagen. Milos muss zuschauen, wie die Dame gedemütigt wird. Sie kriecht auf ihn zu. Sie weint. Was sagt man nochmal über Tränen? Sie seien das beste… sie beginnt Milos‘ Penis mit ihrem Mund zu umschließen Das kleine Mädchen schaut zu. Erinnert mich an den Beginn von Henry Millers Opus Pistorum. Milos gefällt das nicht. Ein Mann kommt von hinten und hält ihn fest. Die Frau auf dem Boden beißt ihm in seine offensichtliche Penisatrappe. Das kleine Kind und der Mann schreien Milos an, er solle die Frau endlich schlagen. Milos gehorcht. Mit der Faust. Ins Gesicht. Ja wenn schon, denn schon. Die Frau rubbelt. Milow ergießt sich auf ihrem Gesicht. Das sieht aber nicht gesund aus.
Vukmir betritt den Raum und applaudiert. Naja, so toll war das jetzt nicht. Milos schlägt den Kerl, der ihn festgehalten hat. Er will keine Frauen schlagen. Vukmir erinnert ihn daran, dass Milos bereits Frauen zum Erbrechen gebracht hat. Mahlzeit.

Milos‘ Bruder (wie heißt der denn?) erzählt Milos von Vukmirs Hintergründen. Hört sich „okay“ an. Ein Kinderpsychologe, der für die Staatssicherheit arbeitet. Ja dann, auf ins Gefecht.

Milos steht nackt im Schachzimmer. Eine nackte Frau liegt am Boden und wird von einem anderen Mann getätschelt. Sie sieht ziemlich zugerichtet aus. Ein Mann schwingt einen Riesendildo und weist Milos an, zu der Frau zu gehen. Ist sie tot? Nein, sie packt Milos an den Klöten. Milos‘ Sohnemann sitzt auf einem Stuhl. Ach ne, Traumsequenz. War ja klar. Der künstlerische Anspruch erschließt sich mir nach wie vor nicht. Und allzu brutal und verstörend ist er auch nicht. Das hätte ich jetzt nicht schreiben sollen, nehme ich an. Ach, was soll schon passieren.

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Milos will wohl aussteigen aus dem Projekt. Ich rate, dass das laut Vetrag nicht so einfach geht. Bedrohliche Musik wird gespielt. Seine hübsche Frau verabschiedet ihn. Nicht in die Freiheit, nehme ich an.

Milos erklärt Vukmir, dass er jetzt im Ruhestand ist. Vukmir bietet Milos mehr Geld. Vukmir erzählt, dass ihm die Kinder am Herzen liegen. Ein bisschen zu sehr, wenn ihr mich fragt. Tut aber keiner. Oh, Serbien wird mit einem Waisenhaus verglichen. Etwas plakativ. Aber hohe Kunst, hohe Kunst. Vukmir schreit rum und macht Milos ein schlechtes Gewissen. Porno sei das Rückgrat der Wirtschaft Serbiens. Macht Sinn. Das ist keine Pornographie, das ist das Leben. Blut, Kunst, Liebe. Macht Sinn. Opfer verkaufen sich hervorragend. Das erinnert an Hostel. Und macht natürlich Sinn. Der Dialog geht weiter und weiter. Vukmir fährt eine Leinwand runter. Ohje, was kommt jetzt?
Man sieht eine Schwangere. Ach nö. Ein Arzt in Unterwäsche untersucht sie. Ach nö. Immerhin trägt er Handschuhe. Zum Glück sieht der Bauch sehr unrealistisch aus… ein Babykopf erscheint. Ach nö. Ach nö. Sie presst. Ich muss mich zwingen hinzuschauen. Für die Kunst. Das Baby lebt und ist gesu… What the Fuck?!? What the Fuck!?!
Okay, das war also die Babyszene. Ich gehe nicht näher darauf ein. Milos entstürmt der Szenerie und ich würde gerne das gleiche tun. Naja, für die Kunst. Aber musste das jetzt wirklich sein?
Milos masturbiert im Auto und fasst einer vorbeilaufenden Frau an die Brüste. Ich wittere Traumsequenz. Japp, richtig. Leider hat er die Babyszene nicht geträumt, die ist so wirklich gezeigt worden.

Retardation

Milos wacht auf. Er ist voller Blut und hat seltsame Erinnerungen. Er erkennt, dass er einen Filmriss hat. Seine Familie ist nicht zu Hause. Was ist passiert? Er pisst Blut und immer wieder sieht der Zuschauer blutige Erinnerungsschnippsel. Was ist da nur passiert? Es kommt tatsächlich sowas wie Spannung auf. Aber will ich die Antwort wirklich wissen? Milos steigt in sein Auto und wir sehen eine Frau, die in sein Auto steigt und wohl kurzsichtig ist. Denn anstatt dem Schaltknüppel nimmt sie Milos‘ Penis in die Hand. Also war das keine Traumsequenz sondern die Realität in seiner Erinnerung? Wo bekommt man solche Drogen, frage ich mich nicht ernsthaft.

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Milos ist bei Vukmir, aber dort ist niemand zu finden. In einem Zimmer ist Blut an der Wand. Wir sehen eine Erinnerung:
Rinderaphrodisiakum und Whiskey. Muss ich mir merken. Die Ärztin heißt „Immerfeucht“. Mit Nach- oder Vornamen? Eine nackte Frau wird auf ein Bett geschnallt. Milos wird noch zurückgehalten, aber das Kuhviagra scheint ihn rallig gemacht zu haben. Er springt auf die Frau und legt los. Doggy-Style. Er gibt ihr Klapse auf den Hintern und auf die Nieren, er stößt zu, schlägt zu, beleidigt sie, schlägt mit der Faust, Vukmir erzürnt ihn per Ear-Piece. Es wird ihm eine Machete gereicht. Blut spritzt an die Wand. Ist das jetzt schon Nekrophilie? Blut läuft über den Boden.

Vukmir übergibt sich in der Jetztzeit. Was sehe ich mir hier an? Kunst, hohe Kunst. Er rennt durch Vukmirs Haus auf der Suche nach… Erlösung? Vergebung? Antworten! Er findet Video-Tapes mit lustigen Bildern auf der Packung. Ein Penis. Hihi. Man sieht seine Pornfreundin und einen Esel. Und jetzt hat er ein Video gefunden, auf dem er selbst zu sehen ist. Der Blowjob vom Anfang. Nicht das, wonach er gesucht hat.

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Milos entflieht dem Horrohaus und schaut sich im Wald Videos an. Ähm okay… Milos sieht sich selbst, wie er bewusstlos auf einer Britsche liegt und ein Typ ihm in den Hintern fickt. Man sieht einen Dialog zwischen der Pornofreundin und Vukmir.
„Was weißt du denn schon über einen freien Fick? Das ist eine Kunst.“
Wir haben es verstanden. Bereits beim ersten Mal, als das gesagt wurde. Wir sehen eine Frau mit entblößten Brüsten, deren Zähne auf dem Boden liegen. Ist das die Pornofreundin? So muss sich das also mit einer Oma anfühlen, die ihre Dritten rausgenommen hat. Ein Mann mit Maske erstickt die Pornofreundin mit seinem.. ach, das könnt ihr euch ja denken. Genau, Geschlechtsatrappe. Okidoki.
Ist das Kunst oder kann das weg? Ich für meinen Teil kann die Frage beanworten und heute Nacht wahrscheinlich nicht gut schlafen. Eine weitere Erinnerung keimt in Milos auf:
Jezna, die kleine Lolita vom Anfang, sitzt vor Milos auf der Couch. Ihre Großmutter(?) bietet die Kleine feil. Es wird von Entjungferung gesprochen. Und Inzucht. Milos nimmt ein Messer und droht damit, seinen Penis abzuschneiden. Stattdessen springt er aus dem Fenster.
„Er ist aus dem Fenster gesprungen.“
Danke, Vukmir, das haben wir gerade gesehen.

Milos sitzt wieder im Auto. Und fährt zum Haus der kleinen Lolita. Will er sich doch noch ihrer annehmen? Das hat doch Zeit, Milos.
Erinnerungssequenz: Milos ist im Supermarkt und sieht überall Pornoheftchen. Er geht wieder. Ja, die Szene haben wir jetzt gebraucht, um das alles zu verstehen. Milos ruft seinen Bruder an und bittet um Hilfe. Stattdessen sieht er wie eine Bordsteinschwalbe von zwei Typen angemacht wird. Milos masturbiert und wird von den zwei Kerlen verprügelt. Der Glatzkopf mit dem Tattoo [kommt mit dem Auto an und, d.Red.] macht kurzen Prozess mit den beiden, darf ihnen aber nicht in den Arsch ficken. Puh. Puh. Puh. Vukmir erzählt Milos eine Geschichte übers Brotbacken. Oder so ähnlich. Der Künstler und sein Mentor. Hach, ist das herzerwärmend.

Katastrophe

Milos kommt an einer Lagerhalle an und erinnert sich zurück:
Vukmir bringt Milos in die Lagerhalle. Milos tötet dort eine sexy Krankenschwster, die ihm das Aphrodisiakum spritzen sollte. Noch knapp 15 Minuten. Hmm.
Wir sehen Leichen in der Jetztzeit auf dem Boden liegen.
In der Erinnerung liegen dort noch keine. Ohje, das verspricht nichts gutes. Milos vögelt auf einem samtenen Bett eine Person mit roter Kapuze über dem Kopf. Doggy-Style natürlich. Schuster bleib bei deinen Leisten. Er ejakuliert. Und macht weiter. Dafür haben sie ihn also engagiert. Ein Meister seines Fachs. Ein ander Mann mit Maske fickt neben Milos eine weitere Person mit roter Kapuze. Doggy-Style. Es ist MILOS BRUDER. Aber wen vögeln die beiden? [Die Masken werden von Vukmir gelüftet, d.Red.]

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Milos‘ Bruder treibt’s mit Milos‘ Frau und Milos mit seinem eigenen Sohn. Milos‘ Bruder hat sichtlich Spaß. Milos nicht mehr so ganz, als er die Wahrheit erfährt.
„Eine echte, glückliche, serbische Familie.“
Milos beginnt zu weinen. Milos‘ Frau auch. Milos‘ Bruder nicht. Er hat Spaß. Eine halbtote Krankenschwester kommt herein. Sie blutet im Schritt. Milos rastet aus und zerschlägt Vukmirs Kopf auf dem Boden.
„Das ist wahre Filmkunst.“
Ja, Vukmir, wir haben es kapiert.
Der Glatzkopf wird erschossen, Haut wird abgezogen, mit einem Stein wird Milos‘ Bruder von seiner Schwägerin zertrümmert. Milos sticht dem Glatzkopf seinen harten Penis ins Auge. Was zum Teufel sehe ich hier gerade???
Vukmir lebt noch und erfreut sich an der Kunst. Milos‘ Frau droht ihrem Mann mit einem Messer, er haut ihr aufs Maul.
Milos, seine Frau und sein Sohn fahren mit dem Auto Richtung Sonnenuntergang.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Ende.

Nope. Milos fährt in der Jetztzeit wieder Auto. Das beruhigt die Nerven und Fahrtwind hat noch jede Psychose geheilt. Am Bestimmungsort angekommen, sieht er seine Frau und seinen Sohn auf einem Bett. Milos umarmt seine Frau. Jetzt aber Happy End. Abblende. Hach, schön.

Nein, Aufblende. Milos duscht. Seine Frau singt. Eine ganz normale, glückliche Familie. Sie liegen zusammen im Bett. Da werden Erinnerungen wach, als sie das letzte Mal gemeinsam im Bett lagen. Nur der Bruder fehlt zum perfekten Glück. Milos hat eine Waffe in der Hand. Seine Frau gibt ihm nonverbal Zeichen. Sie legen ihre Köpfe ganz eng aneinander. Milos erschießt alle mit nur einer Kugel. Durch den Bauch… wieso denn durch den Bauch?

Ein Filmteam steht in Milos‘ Haus und betrachtet die Leichen der drei. Der Regisseur gibt einem Darsteller die Anweisung, mit dem Kleinen anzufangen. Der Angesprochene knöpft sich die Hose auf. Ende.

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© centralfilm

Direkter Nachbericht

Was amüsant und bisweilen lächerlich beginnt, endet in einem Familienfiasko ohnegleichen. Hätte A Serbian Film doch nur durchdachtere Bösewichte und realistischere Dialoge, dann könnte man sich mit hartgesottenen Nerven das Teil ernsthaft anschauen. Aber so bleibt ein typisches schwarz-weiß-Abziehbild mit drastischen Szenen, das aber sowas von mit dem Vorschlaghammer seine Vergleiche zur serbischen Geschichte vortragen möchte.
Er schockt, das kann man ihm nicht abstreiten. Und dazu hätte man die Szene mit dem Neugeborenen nichtmal gebraucht. Das Fehlen hätte dem Schauspiel eher gut getan.
Er nimmt mit, das kann man auch nicht abstreiten. Ein Partyfilm für Gore-Freunde ist er eher nicht. Dazu ist das, was er erzählen will, nicht genießbar genug.
Er ist nicht schlecht gefilmt. Wahrlich nicht. Aber die Dialoge sind (in der deutschen Synchro) so unterirdisch, dass es bisweilen schmerzt und man aus dem Film gerissen wird.
Eventuell folgt ein weiterer Nachbericht in ein paar Tagen, denn momentan fehlen mir etwas die Worte und ich muss mir erstmal Gedanken machen. Denn leicht verdaulich für zwischendurch ist A Serbian Film ebenfalls nicht.

er steht wieder

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