Repo Men – Filmkritik

Eine Filmkritik von FilmkritikenOD zur schwarzen Komödie Repo Men mit Jude Law und Forest Whitaker.

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© Universal Pictures

Versicherungen funktionieren wie Telefon-Gewinnspiele im Fernsehen. Wenn 10.000 Leute für 50 Cent anrufen und mitmachen, dann ist es kein Problem, einen Gewinn von 2.000 € auszuschütten. Einer freut sich am Ende. Mit seinem neuen Reichtum geht er dann zu H&M und gönnt sich die gesamte Frühjahrskollektion. Wenn 10.000 Leute für 50 Cent die Stunde arbeiten, dann ist es kein Problem, einen Gewinn von 2.000 € einzustreichen. Einer freut sich am Ende. Zu politisch? Entschuldigung, das ist meine erste Kritik. Filmkritik? Ach so, ich dachte, ich dürfte alles kritisieren.
Jedenfalls gewinnt am Ende immer die Bank, also das Casino, ähm die Lobby-Vertreter, ich meine die Versicherungen. Jetzt habt ihr mich aus dem Konzept gebracht. Blutsauger haben mehrere Milchkühe, denen sie nach und nach ihr Humankapital entreißen, aber nur so viel, dass sie gerade so nicht umfallen. Damit ihnen ihr Leben nicht eintönig und dröge erscheint, gönnen sie sich ab und an etwas von ihrem Lohn. Zum Beispiel montags in die Sneak Preview. Da kann man sich danach immer schön über den Film aufregen und verdrängt andere Probleme. Jaja, jetzt kommt die Überleitung. Lasst mich doch mal machen. Bei meiner Sneak zu Repo Men ging das leider nicht, denn…

Worum geht es?

Jude Law arbeitet in einer Firma, die künstliche Organe vermietet. Der Haken an der Geschichte: wenn man die Raten nicht mehr begleichen kann, dann betreten Jude Law und Forest Whitaker die Bühne und entnehmen das betreffende Organ wieder seiner sterblichen Hülle.
Durch einen Unfall ist Jude Law eines Tages selbst auf ein künstliches Herz angewiesen. Wie das Drehbuch so will, kann er sich seine Lebensversicherung bald nicht mehr leisten und begibt sich auf die Flucht vor seinem ehemaligen Partner.

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© Universal Pictures

…dazu hat er mir viel zu gut gefallen. Fazit am Ende? Ja, aber… Jedenfalls wird Repo Men vom Publikum eher durchschnittlich bewertet und von Kritikern sogar negativ, aber ich persönlich bin der Meinung, das war spitze.
Die schwarze Komödie ist flott inszeniert mit höchstens fünf Minuten Leerlauf und bietet zudem gute Schauspieler, die stets einen lockeren Spruch auf den Lippen haben. Daneben gibt es einen schönen Soundtrack mit vielen Ohrwürmern, eine Action-Hommage an Oldboy, zum Schluss erstaunlich splatterige Szenen für einen FSK16-Film und unterschwellige Science-Fiction-Kritik im Stile von Starship Troopers. Was will das Spenderherz mehr?

Die Kritik, dass er von allem zu viel wolle und deswegen das meiste zu kurz komme, kann ich nicht unterstreichen. Einzig eine letzte Wendung hätte er sich gerne verkneifen können. Aber alles davor macht einen Heidenspaß und war eine positive Überraschung sowohl im Sneak-Allerlei, als auch Jahre später bei der Zweitsichtung. Ein optischer Leckerbissen mit vielen Ideen, die zu einem unterhaltsamen Ganzen genäht werden, das offensichtlich nicht für jeden geeignet ist, aber wenigstens mehr Zutaten bietet, als der Einheitsbrei, den man sonst kredenzt bekommt.


Wer mit schwarzen Komödien, die mitunter etwas härter zur Sache gehen, nichts anfangen kann, dem sei von einer Sichtung abgeraten. Allen anderen kann ich diese persönliche Empfehlung wärmstens in den Brustkorb legen.

Cut.

Soll ich den Take nochmal aufnehmen?

Ja, und dieses Mal bitte mit mehr Verve.

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Habt ein Herz für / von FilmkritikenOD
© Universal Pictures

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