Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 – Filmkritik

Eine Filmkritik von FilmkritikenOD zum letzten Teil der Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2 mit Jennifer Lawrence in der Hauptrolle.

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© Studiocanal

Harry Potter, Twilight und Tribute von Panem haben nicht nur gemeinsam, dass sie die erfolgreichsten Verfilmungen von Jugendliteratur sind, sondern auch, dass aus ihrem letzten Band gleich zwei Filme gedreht wurden. Während ich zu Twilight keine eigene Meinung äußern kann, muss ich bei Harry Potter gestehen, dass ich die Zweiteilung gutheiße. Einerseits mit meiner Fanbrille auf der Nase, denn so konnte ich meinen liebgewonnenen Zauberer ein weiteres Mal auf der großen Leinwand bewundern. Andererseits weil besonders Teil 7.2 enorm von dieser Entscheidung profitierte. So konnte der langweiligste Teil der Bücher – die Zelt-Geschichte im Wald – in Film 7.1 verbannt werden, um wichtigen Begebenheiten am Ende mehr Platz einzuräumen.
Man kann natürlich ohne weiteres argumentieren, dass es dem Studio nur um mehr Einnahmen ging und hat damit wahrscheinlich nicht ganz unrecht, aber rein qualitativ halte ich die letzten beiden Teile zusammen mit dem dritten Film für die besten Umsetzungen – rein filmisch gesehen.  Es kann demzufolge keine so schlechte Entscheidung gewesen sein. Weder für das Filmstudio, noch für die Zuschauer.

Würden wir an dieser Stelle noch den kleinen Hobbit mit in die Diskussionsrunde packen, dann käme ich zu einem anderen Schluss, aber rein von der Warte Harry Potter aus, muss eine Zweiteilung keine schlechte Entscheidung sein.
Kommen wir zur abschließenden Frage, wie schaut das bei den Hunger Games aus?

Darum geht es

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© Studiocanal

Die Rebellen wollen mit Hilfe von Katniss Everdeen auch die letzten Distrikte von ihrem Kampf gegen Präsident Snow und dessen Armeen überzeugen. Diese setzen sich jedoch mit aller Waffengewalt zur Wehr.
Derweil zweifelt Katniss daran, dass die von Julianne Moore gespielte Alma Coin eine gut Nachfolgerin für das Amt des Präsidenten wäre. Am Ende prallen alle Parteien aufeinander.
Das ist Mockingjay Teil 2 oder: Krankenhaus und Schusswechsel.
Tatsächlich sieht man unsere Heldin die meiste Zeit entweder im Krankenhaus oder im Schusswechsel verweilen. Dazu muss sie sich in der schwächsten Stelle der gesamten Filmreihe gegen amateurhaft animierte Monster beweisen und leidet darunter, dass dem Zuschauer nicht alle Figuren gleichermaßen ans Herz gewachsen sind.

Wie ich im Special zu Verfilmungen von Jugendbüchern bereits vorweggenommen habe, funktioniert für mich die Zweiteilung bei Tribute von Panem leider nicht. Allgemein betrachtet wird die Serie von Teil zu Teil schlechter und erreicht den traurigen Höhepunkt mit dem Abgang. Bis auf 15 Minuten kurz vor Schluss konnte ich dem Schauspiel leider gar nichts abgewinnen. Ob das an der Buchvorlage liegt, kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Was ich hingegen sagen kann, Mockingjay Teil 2 ist die Geschichte über ein Friedenssymbol, das zwar auf vielen Schlachtfeldern umherspringt, aber nie im Krieg zu sehen ist. Die wahre Fehde wir über ihren Kopf hinweg geführt. Und ja, mir ist bewusst, dass das so sein soll. Allerdings eignet sich das in meinen Augen nicht für die Umsetzung, wie sie hier gewählt wurde. Im Roman mag das aufzufangen sein, aber ein Film, bei dem die Hauptfigur eigentlich keine Relevanz mehr hat, müsste anders aufgebaut sein. So weiß man nicht, wobei man Jennifer Lawrences Figur überhaupt mitfiebern soll. Ohne dass dem Zuschauer ein Ziel vor Augen klar wird, dümpelt die Geschichte unmotiviert vor sich hin. Abwechselnd von Aufenthalten im Krankenhaus und derer im Schusswechsel.

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© Studiocanal

Die gelungene Viertelstunde setzt dann an, wenn es um moralische Entscheidungen geht, die Katniss zu treffen hat und die sie dann auch trifft. Entscheidungen, mit denen sie die Welt um sich herum beeinflusst und Entscheidungen, die uns ihren Charakter näherbringen. Ganz im Gegensatz zur ersten Kussszene nach nur 6 Minuten, die besonders die Zielgruppe rund um pubertierende Mädels befriedigen soll. Leider war ich zum Zeitpunkt der Sichtung kein Teenie-Girl mehr. Dass das Ende von Kitsch nur so trieft, sei dann wieder verziehen und jedem Fan nach vier Teilen gegönnt.
Ach, hätte man doch nur einen waschechten Anti-Kriegsfilm aus dem vorhandenen Plot gemacht…


ist die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 der schwächste Teil der Reihe und völlig zu recht derjenige, der die wenigsten Zuschauer in die Kinos gelockt hat. Er ist nach wie vor ein durchschnittlicher bis solider Film für Jugendliche, denen die Geschichte ans Herz gewachsen ist, aber alle über 20 werden sich den letzten Teil nur noch der Vollständigkeit halber ansehen und mit mir einer Meinung sein. Na gut, fast alle.

Kein Gimmick gefunden? Dann war wohl jemand anderer schneller

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