Von 5 bis 7 – Filmkritik

Eine Filmkritik von FilmkritikenOD zum romantischen Drama Von 5 bis 7: Eine etwas andere Liebesgechichte mit Bérénice Marlohe und Anton Yelchin.

Kritik zur Neuerscheinung bei Amazon Prime Video | OD steht heute für Ohne Doppelung (eines Wortes; ab jetzt:)

Inhalt

Worte blühen einzigartig, wie die Liebe zweier Menschen. Er: jugendlich, erfolgloser Schriftsteller, US-Amerikaner, verliebt. Sie: erwachsen, ehemaliges Model, Französin, verheiratet. Von ihr kommt Vorschlag regelmäßiger Treffen im Zeitraum fünf bis sieben Uhr. Seinem lechzenden Mund entweicht ein moralisches Nein – zunächst. Gegenseitiges Verlangen übersteigt ehrbaren Anstand und mündet schwitzend inmitten eines quietschenden Hotelbetts. Offene Ehe hier, nach mehr gierende Affäre dort. Kann dies gut enden?

Kritik

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© Capelight Pictures (AL!VE)

Woody-Allen-nachahmende Liebesgeschichte, deren Intention beklatschenswert, Dialoge hingegen häufig zum Verteufeln verschwurbelt sind. Schöne Ausschnitte einfangende Kamera trifft pointierte Einstellung des richtigen Blickwinkels. Fehlende Chemie zwischen beiden Hauptpersonen beeinträchtigt das Gesamtbild leider nachhaltig. Wunderhübsche Darstellerin inklusive Sanduhr-Figur (Bérénice Marlohe), Lächeln gleicht aufgehender Sonne über Fujiyama, Charme für Armee aus brasilianischen Sambatänzerinnen. Deutsche Synchronstimme ähnelt jedoch kaltem Fisch hinter flatternder Klarsichtfolie. Überspitzt formuliert, versteht sich.
Männlicher Schauspieler (Anton Yelchin) spielt okay, passt aber selten zur darzustellenden Rolle. Negativ auch fehlgeleitete Witze plus nervige Kinder. Geschichte eigentlich genau mein Ding, stattdessen durch einigen Kitsch am Ende zerstört – trotz überbordender Traurigkeit der gewollten Erzählung.
Festhalten an Heiratsgelübde ohne Zuneigung, oder brotkrumenmäßig neu aufkeimenden Gefühlen folgen? Verdammt schwierige Entscheidung. Film wählt zwar nachvollziehbar, demgegenüber verkochen zu viele Zitate gehobener Literatursprache den Brei. Anstelle Zimt mitsamt Zucker wird Tränen versalzenes gereicht. Schade. Weniger Pathos wäre erfreulich gewesen.

Fazit

Idee einer Anti-Romanze lobenswert gewählt, Umsetzung kopfschüttelnder Weise doch voller unnötigem, romantischem Anklang. Warum nicht Vollgas gegen Beton, statt immer wieder leicht abzubremsen, um vor dem Ziel stehenzubleiben? Wer einem Sicherheitsgurt kein Vertrauen schenkt, soll jedes Anschnallen gleich sein lassen. Verständlich? Drehbuch will Neues auf krummen Rücken alter Konventionen ausprobieren. Funktioniert allenfalls ansatzweise. Dank optischem Leckerbissen (ich meine natürlich Bildkomposition + Filmbox-Fahrten) einerseits, Vergleiche Vereinigter Staaten Amerikas gegenüber frankophiler Kultur andererseits, sowie Grundkonstrukt dritterseits dennoch anschaubar (nur Originalton!) – mit genannten Vorbehalten, Einschränkungen, Nachteilen. Alles in allem gibt es heute keine Empfehlung.

Nächster, bitte!
 
 
 
Massen-Bewertungen (Stand: 22.11.2016)

Portal
Ergebnis
Abstimmungen
IMDb
7,1 / 10
10.167
moviepilot
6,7 / 10
57
Filmstarts-User
3,1 / 5
3
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Ein Gedanke zu “Von 5 bis 7 – Filmkritik

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