Sex & Crime – Filmkritik

Eine Filmkritik von FilmkritikenOD zur deutschen Schwarzen Komödie Sex & Crime mit Wotan Wilke Möhring.

Kritik plus Psycho(pathen)test | DVD-Start von Sex & Crime war der 23.9.2016
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Psycho(pathen)test

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© Camino Filmverleih

Wie häufig wacht man morgens auf und es liegt ein lebloser Körper neben einem. Kettensäge & Säurebad geschnappt und das Problem ist gelöst. Vorerst. Du gehst abends wieder aus und suchst nach einer Bettlektüre. Mittlerweile weißt du, was du wie sagen musst, damit du dir deine Hände nicht selbst schmutzig machst. Also in der Nacht.
Das mit der Motorsäge ist anstrengender, als in der Werbung versprochen. Ein Anruf bei *** klärt das Problem auf: du hast eine zu kurze Schiene für menschliche Knochen. Sie empfehlen dir ein anderes Produkt und du fährst zum Umtausch in den Baumarkt. Schnell vergisst du, weswegen du eigentlich hier bist, und dein Einkaufswagen ist voll. Zu Hause reparierst du das Garagentor und pflanzt einen Baum im Garten. Du denkst an deinen Sohn. Die Luke im Keller könnte eine Metallverstrebung gebrauchen, nachdem er immer stärker wird. Zurück ins Auto. Wieder daheim ist Zeit fürs Abendessen. Du lässt den heutigen Torso herunter mit den Worten „Alles Gute zum Geburtstag.“ Er mag die knusprige Haut viel lieber als den Knochen abzunagen.
In Gedanken an den ereignisreichen Tag putzt du dir die Zähne und schaust in den Spiegel. Für Anfang 40 bist du noch immer eine verdammt heiße Frau.

Sex & Crime – Ist der Name Programm?

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© Camino Filmverleih

Was wie der Titel eines Blogartikels klingt, mit dem man Klicks generieren will, umreißt ganz gut, worum es in dem so betitelten deutschen Genrefilm geht: Zwei Kumpels treffen sich in der Kneipe. Die Frau des einen hat gerade Schluss gemacht. Glücklicherweise scheint die offenherzige Bedienung an einer Nacht voller Ablenkung interessiert zu sein. Der Verlassene und die Dame seines heutigen Herzens leihen sich die Wohnung des besten Freundes, um gemeinsam den Bund des Ehebruchs einzugehen. Doch dann passiert etwas Unerwartetes und die beiden Gefährten stehen sich plötzlich einer nackten Leiche gegenüber. Einer Leiche mit formvollendeten Brüsten, wie der andere schnell bemerkt. Was jetzt?

Kritik

Und damit wird eine Spirale des Blutes in die Filmwelt gesetzt, die sich in der Machart merklich an älteren Werken von Quentin Tarantino (Reservoir Dogs, Pulp Fiction) orientiert. Das Problem sind hierbei die Dialoge, die nicht so spritzig und natürlich wie beim Vorbild rüberkommen.
„Warum hast du einen Verband am Finger?“ – „Ich hab‘ ihn deiner Mutter reingesteckt.“
Dieses Beispiel zeigt gut, in welcher Region wir uns befinden und stellt noch mit den besten Spruch des Leinwandstückes dar. Hier hätten die Macher durchaus mehr Kreativität beweisen dürfen.
Stattdessen versuchen sie diese mit dem Plot und dessen Erzählweise auszuleben. Der Zuschauer wird erst durch viele Rückblenden auf die Tragweite des Geschehens aufmerksam gemacht und erlangt nach und nach Antworten auf Fragen, die er sich bis dato gar nicht gestellt hatte. Die Geschichte entspricht einer launigen Gaunerkomödie und ist in meinen Augen ausreichend durchdacht, um nicht in Langeweile abzudriften. Zudem gibt es ein paar lustige Einfälle, wie Beispielsweise den Schwanzmann. Allerdings hätte ich paar auch großschreiben können, denn allzu viele sind es leider nicht geworden. Auch hier hätte den 75 Minuten mehr Kreativität wirklich gut getan.

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© Camino Filmverleih

Die Umsetzung ist hochwertiger als bei einem deutschen Fernsehfilm und diverse Spielereien mit der Kamera werden lobend zur Kenntnis genommen. Wobei diese ebenfalls entsprechenden Hollywoodgrößen zugeordnet werden können. Mit mehr eigenen Ideen und Mut zur Umsetzung hätte hier eine wirklich amüsante schwarze Komödie entstehen können. Durch die blutleeren Konversationen rückt eine (Kauf-)Empfehlung insgesamt in weite Ferne. So bleibt am Ende wieder die berühmte Floskel stehen: ganz okay – für einen deutschen Film.


ist Sex & Crime nicht mein Ding. Die Geschichte macht sich durch die Rückblenden interessanter, als sie tatsächlich ist und irgendwann war ich dann froh, dass das Zeitlupenfinale mit dem Abspann endlich sein Ende gefunden hat. Einzig eine Szene kurz vor Schluss hat mir einen großen Lacher entlockt. Aber allein dafür muss man sich die eineinsechstel Stunden davor nicht geben. Wenn sonntags kein Tatort läuft, dann könnte das hier die passende Alternative sein.
Wirklich empfehlenswerte Alternativen sind Thursday – Ein mörderischer Tag und Headhunters.

Testauswertung

Der Anfagstext oben sollte in Wirklichkeit kontrollieren, welches Geschlecht ihr der handelnden Person vor dem letzten Satz gebt. Die Testergebnisse dürft ihr selbst bewerten. Tüdelüü.

 
 
Bewertung auf Filmportalen (Stand 27.11.2016)

Portal
Bewertung
Stimmen
IMDb
7,0 / 10
65
moviepilot
5,1 / 10
32
Filmstarts-User
3,2 / 5
4

Was schreiben Andere über diesen Film?

Abendzeitung München (unnötig vulgär) | bereitsgesehen (mittelmäßig) | epd Film (recht positiv) | filmzentrale (negativ) | kino-zeit (positiv) | Programmkino (durchwachsen) | Testkammer (positiv, da amüsant)

…nach oben…

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