Gibt es objektive Filmkritiken?

Hiermit rufe ich zur Diskussion auf, ob Filmkritiken überhaupt objektiv sein können. Lieber Leser, Du bist gefragt und gebeten, Deine Meinung zu äußern. Meine These: an einer Filmkritik ist alles subjektiv und muss es sogar sein.

(Auf die Idee bin übrigens durch die Blogparade My 100 greatest films of the 21st century so far von Miss Booleana gekommen, in der sie zu einer objektiveren Herangehensweise aufgerufen hatte.)


Inhaltsverzeichnis


Die Ausarbeitung

A. Begriffserklärung: objektiv – subjektiv

Zunächst muss man verstehen, was dieses Begriffspaar überhaupt bedeutet. Objektiv meint in diesem Zusammenhang, dass etwas frei von Gefühlen und Vorurteilen bestimmt wird, somit allgemein für jeden gültig ist.[1] Beispielsweise wenn Du sagst, dass Deine Mutter 49 Jahre ist. Selbst wenn sie dem widersprechen und sich selbst wie 39 fühlen sollte, lässt sich durch die Geburtsurkunde und dem Konzept, dass ein Jahr = eine Sonnenumrundung der Erde ist, unzweifelhaft feststellen, dass sie sich tatsächlich in ihrem 50. Lebensjahr befindet. Und das gilt für alle Menschen auf der Erde gleich. In Marsjahren wäre sie noch älter, aber das sagst Du ihr besser nicht.

Subjektiv entspricht dem Gegenteil, also von Gefühlen und Vorurteilen geleitet und keine Allgemeingültigkeit besitzend.[2] Nehmen wir unser Beispiel von oben, dann gehst Du mit einem Kopfschutz zu Deiner Mutter und sagst ihr, dass sie eine alte Frau sei. Während in der heutigen Zeit selbst der Begriff Frau seinen objektiven Status zu verlieren scheint, geht es uns allein um das Wort alt. Das wird als Gegenteil von jung, in einem bestimmten Alter oder im Komperativ älter zu jemand anderem definiert.[3] Was dieses bestimmte Alter ist, wird nirgends faktisch festgelegt. Vergleich man unsere heutige Lebenserwartung von etwa 80 Jahren[4] mit der aus dem Mittelalter von durchschnittlich etwa 40 Jahren,[5] dann muss man auf jeden Fall statuieren, dass der Begriff alt in einem Wandel stehen muss. Ab wann gilt man als alt? Hierauf gibt es keine feste Antwort. Selbst dann, wenn man das Alter seines Gegenübers kennt.
Stellt ihr eurem Partner eure Mutter vor und dieser sagt: „Nett, dass ich Deine Großmutter endlich kennenlerne“, dann ist nicht nur Zoff vorprogrammiert, sondern wir erkennen ein weiteres Spektrum der Subjektivität: wenn man keine objektiven Angaben hat, dann benötigen wir eigene Bezugsgrößen. Euer Partner wird eure Mutter für alt erachten, je nachdem was für Leute er kennt, die ihr ähnlich sehen. Oder vielleicht war er mal in einem Altenheim Zivi. Allerdings nehme ich an, dass sich Deine Mutter bei einem solchen Treffen etwas herausputzt und sich dadurch jünger macht, als sie eigentlich ist. Zudem wird Dein Partner (verlogen) höflich sein und sie mit Deiner Schwester verwechseln.

An dieser Stelle sind wir alle auf einem Level, was die Begrifflichkeit anbelangt und können endlich zum Thema Film und Filmkritik kommen, statt weiterhin über Deine Mutter zu sprechen. Auch wenn es ein schönes Beispiel war, da wir sie beide sehr gut kennen. (Was hat das in einer solchen Abhandlung zu suchen?!)

B. Objektive Bezugsgrößen im Film (mit kurzem Ausflug zur FSK)

Mit der obigen Definition können wir uns nun überlegen, welche objektiven Einheiten es überhaupt bei einem Film gibt. Tatsächlich messbar sind beispielsweise die Laufzeit eines Filmes, mit welcher Kamera er gedreht wurde, die Namen der Beteiligten, das Format (Cinemascope, Breitwand, etc.), die Handlung, die Altersfreigabe und hier sollten bereits einige aufgeschrien haben.
Bei den Kritiken zu Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, ist mir häufig aufgefallen, dass über die FSK-6-Bewertung geschimpft wurde, dass diese zu lasch sei. Die offizielle Begründung für die Freigabe weist zwar darauf hin, dass düstere Szenen enthalten seien, aber u.a. das Happy-End dies wieder wett mache.[6] Es kann sich (fast) kein Erwachsener in einen Sechsjährigen hineinversetzen – sollte das von Gesetzes wegen auch nicht wörtlich tun – und die Entwicklung einzelner Kinder ist nicht miteinander vergleichbar. Obwohl die FSK nach objektiv bestehenden Gesetzen bewertet, sind diese nach subjektiven Kriterien auszulegen.[7] Trotzdem kommt am Ende eine objektive Bezugsgröße heraus. Diese kann allerdings auch im Nachhinein noch geändert werden, wie man am Beispiel des Films Keinohrhasen sieht.[8] Streichen wir diesen Punkt also wieder von der objektiven Liste. Am besten zusammen mit der Laufzeit, der Kamera und dem Format, die zwar allesamt objektiv angegeben werden können, aber am Ende nichts über die Qualität eines Filmes aussagen.

I. Die objektive Nennung eines Regisseurs und die subjektive Wahrnehmung dahinter

Die wirklich objektiv bestimmbaren Werte mit Qualitätseinfluss belaufen sich demzufolge auf die Fragen, wie und von/mit wem wurde der Film gedreht. Aber wie stark kann man tatsächlich von beteiligten Personen auf die Qualität eines Filmes schließen? Während es zwar durchaus Regisseure gibt, die sich mittlerweile einen Namen erarbeitet haben, der dem Leser einer Filmkritik bereits einen Eindruck auf das Endprodukt geben kann, geht am Ende jeder Leser für sich selbst von seinen bisherigen Erfahrungen mit diesem Regisseur aus.
Am Beispiel M. Night Shyamalan kann man diesen Wandel gut skizzieren. Nach Sixth Sense standen ihm alle Türen offen und die Freude auf sein Nachfolgeprojekt Unbreakable war groß. Ungeachtet dessen Qualität sank die Erwartungshaltung und der Ruf des Regisseurs mit jedem neuen Film, bis mit Die Legende von Aang und After Earth der vorläufige Tiefpunkt erreicht wurde. Die objektive Nennung seines Namens wurde nun nicht mehr mit Erfolg, überraschenden Twists und guten Filmen assoziiert, sondern stand für Enttäuschung, überflüssige Wendungen und die Aufforderung, nicht ins Kino zu gehen. Mit The Visit kämpfte er sich wieder ein bisschen nach oben, so dass man sich ein Stück weit auf sein neuestes Werk Split freuen kann. Von einer Allgemeingültigkeit seiner Namensnennung sind wir demzufolge weit entfernt. Selbst bei so profilierten Regisseuren des heutigen Mainstreams, wie z.B. Tarantino, Nolan und Fincher findet wahrscheinlich jeder für sich einen Ausrutscher nach unten, sofern – und jetzt kommen wir zum Knackpunkt – man überhaupt zum Fan des bisherigen Œuvres gehört. Für jemanden, der mit den bisherigen Filmen nichts anfangen konnte, ist die Nennung des Regisseurs mit anderen Gefühlen verbunden, als für den Fanboy, der sich die Schuhgröße seines Idols in den Nacken tätowiert hat.

Wenn also selbst der wohl größten Einflussquelle eines Filmes,[9] dem Regisseur, kein objektiver Erklärungsgehalt zugewiesen werden kann, erspare ich mir jedes weitere Wort zu Kameraleuten, Drehbuchautoren und Darstellern. Dies ist freilich zur Diskussion in den Kommentaren freigeben. Zudem gehe ich gleich auf die einzelnen Komponenten eines Filmes detaillierter ein.

II. Kann ein Film als Ganzes objektiv bewertet werden, bzw. ist schlecht immer gleich schlecht?

Für die Beantwortung dieser Frage, schauen wir auf Filmportale, bei denen jeder dazu aufgerufen ist, seine Filmbewertung abzugeben, was am Ende zu einem Gesamtergebnis in Zahlen führt. Meist wird hierbei in x von 10 Punkten bewertet. Ginge man davon aus, dass ein Film komplett objektiv bewertet würde, dann würde jeder Zuschauer die gleiche Note vergeben. Bei einem kurzen Blick in die Wertungszusammenstellung eines beliebigen Filmes sieht man schnell, dass dem nicht so ist. Wobei die vollkommene Objektivität vermutlich von niemandem behauptet wurde.
Die Frage danach, ob ein Film als Gesamtprodukt objektiv bewertet werden kann, ist eine andere. Hier geht man nicht davon aus, dass es jeder tut. Jeder wird von sich selbst wissen, dass bereits eine unangenehme Erfahrung am Ticketschalter im Kino oder eine bevorstehende Prüfung / zurückliegende Trennung das gesamte Filmerlebnis und damit auch die Wahrnehmung der Filmqualität beeinflussen kann. Hätte man aber jemanden, der sich frei von allen äußeren Einflüssen und Vorurteilen machen kann, wäre dann eine objektive Beurteilung möglich? Zur Beantwortung müssen wir Kriterien heranziehen, anhand derer wir einen Film und dessen Qualität messen können. Alles andere wäre erneut nur subjektive Wahrnehmung. Denn wir erinnern uns, zur Messung des Alters brauchen wir einen Anfangspunkt und die Bezugsgröße Zeit. Aber woran halten wir nun eine Filmrolle, um zu messen, ob das darauf zu sehende allgemein gut oder schlecht ist?

C. Verschiedene Messinstrumente

I. Einspielergebnis

Eine Bezugsgröße sind die Einnahmen eines Filmes. Diese sind objektiv messbar und geben wieder, wie viele Leute sich den Film im Kino angeschaut haben. Die Seite boxofficemojo.com ist uns hierbei eine große Hilfe, auch wenn sie vorrangig für den US-amerikanischen Markt Daten liefert (für Deutschland empfehle ich die Seite http://www.wulfmansworld.com/). Auf den ersten Blick haben wir also Avatar als besten Film aller Zeiten, denn er hat weltweit am meisten Geld eingespielt.[10] Allerdings sind die knapp 2,8 Milliarden nur die Einnahmen im Kino und lassen außer Acht, dass die Ticketpreise der Inflation unterliegen, sowie z.B. 3D-Filme durch höheren Preise schneller auf größere Einnahmen kommen. Glücklicherweise gibt es auch eine (geschätzte) Liste mit der verkauften Ticketzahl, die allerdings nur die USA berücksichtigt. Demnach wäre Vom Winde verweht der beste Film aller Zeiten mit 202 Millionen Kinobesuchern.[11] Dort wird aber wieder vergessen, dass diese Zahl keine einzigartigen Kinobesucher wiederspiegelt. Wenn also jemand 17 Mal hineingeht, dann würde seiner Stimme mehr Gewicht verliehen, als dem einmaligen Kinobesucher. Zudem stammt der Film aus den 30ern, als es noch viel weniger Auswahl in den Kinos gab. Die Zuschauer verteilten sich demzufolge auf weniger Filme. Beispielsweise gab es Ende 2015 zum Start von Star Wars VII 83 verschiedene Filme in den nordamerikanischen Kinos.[12] Keine 20 Jahre früher zum Start von Titanic waren es gerade einmal 20.[13] Beides am letzten Wochenende vor Weihnachten.
Wirklich vergleichbar sind die Einspielergebnisse demzufolge nicht. Man kann nur sagen, dass bei zwei Filmen, die zum gleichen Zeitpunkt erschienen sind, einer erfolgreicher als der andere war. Lässt sich dadurch ein objektiver Erklärungsgehalt über die Qualität herleiten? Ich hoffe nicht, ansonsten wäre Bauer sucht Frau dank höherer Einschaltquoten ein besseres Format als z.B. die Anstalt und der erste Boxkampf zwischen Stefan Raab und Regina Halmich wäre das Beste, was ProSieben jemals ausgestrahlt hat.[14] Zudem weiß der Käufer einer Kinokarte bei seinem ersten Kinobesuch vorab nicht, wie er den Film tatsächlich finden wird. Er muss sich hierbei auf Filmkritiken und Mund-zu-Mund-Propaganda verlassen. Demzufolge wären wir also wieder bei Bewertungsportalen und deren Angaben.

II. Massenbewertungen

Mittlerweile seht ihr bei den Kritiken auf dieser Seite immer einen kleinen Kasten, der euch die Bewertungen nebst Stimmenanzahl auf Seiten wie z.B. IMDb und Moviepilot präsentiert. Das dortige Konzept sieht so aus, dass jeder den Film innerhalb einer Skala von 1-10, bzw. 0-10 für sich bewerten kann. Es wird nicht abgeprüft, ob man den Film auch tatsächlich gesehen hat. Am Ende spuckt das Portal eine Durchschnittsbewertung aus, anhand derer man die Filme vergleichen kann. Demzufolge istL der momentan beste Film aller Zeiten bei IMDb Die Verurteilten.[15] Ein Film, der im Kino übrigens gefloppt ist und nie höher als Platz 8 der Wochencharts in den USA stand (in einer Zeit mit unter 20 gezählten Filmen).[16] Wir sehen also eine starke Diskrepanz zwischen Einspielergebnis und Massenberwertung. Nimmt man allein die Community-Bewertung liegt übrigens auch bei Moviepilot Die Verurteilten auf Platz 1 mit einer Bewertung von 8,6.[17] Zusätzlich sieht man eine große Überschneidung an Filmen, wie z.B. Der Pate, The Dark Knight, Die zwölf Geschworenen, Pulp Fiction, Herr der Ringe, u.a. auf den vorderen Rängen beider Listen. Während Moviepilot vor allen Dingen ein deutschsprachiges Publikum anspricht, trifft man bei IMDb Bewerter aus aller Welt. Durch die große Repräsentation an US-amerikanischen Filmen, gehe ich aber von einem weitesgehend westlichen Einzuggebiet aus.
Spricht das jetzt alles für die Qualität eines Filmes? Wenn von 1,7 Millionen Leuten über 1,5 Millionen Nutzer Die Verurteilen mit mindestens 8 von 10 möglichen Punkten bewerten, dann lässt sich auf jeden Fall ein Trend abzeichnen. Oder anders gesagt: Viele subjektive Meinungen bilden einen objektiv messbaren Wert. Gleichzeitig gibt es aber eine kleine Gruppe von Zuschauern, die den Film schlechter bewertet haben, für sie gilt dieser scheinbar objektive Wert somit nicht. Wir können zwar sagen, dass ein Film von so und so viel Leuten eine bestimmte Wertung bekommen hat, aber eine allgemeingültige Aussage darüber, ob der Film einem bestimmten Zuschauer gefallen wird, können wir nicht treffen. Zusätzlich kenne ich niemandem in meinem Bekanntenkreis, der Die Verurteilten als seinen Lieblingsfilm bezeichnet. Er wird aber von fast allen als sehr gut empfunden. Demzufolge böte ein Bewertungsportal einen Geschmackskonsens mit der prozentualen Chance verbunden, dass Dir der Film ebenfalls gefallen wird. Es wird aber nichts darüber ausgesagt, warum der Film einzelnen Zuschauern subjektiv gefallen hat. Geschweige denn, was ihn – sofern es das gibt – objektiv zu einem guten Film macht.

III. Auszeichnungen

Es gibt in vielen Ländern nationale Filmauszeichnungen. Deutschland hat die Lola, Frankreich den César und Großbritannien die BAFTAs.[18] Über diesen Preisen der einzelnen Länder steht der Europäische Filmpreis,[19] und der wohl bekannteste Filmpreis weltweit ist der Oscar[20] in den USA. Dort werden aber hauptsächlich US-amerikanische Produktionen geehrt und nur selten verirrt sich ein ausländischer Film in die Kategorie beste Film. Ein Beispiel ist der Film Liebe vom Österreicher Michael Haneke. Allein anhand dieser nationalen Einschränkung, lässt sich sagen, dass hier keine globale Allgemeingültigkeit erreicht werden kann.
Es bleibt die Frage, ob dann zumindest eine nationale, objektive Einschätzung der Qualität eines Filmes gegeben ist. Dazu schauen wir uns an, was die Kriterien für einen Oscar als bester Film sind. In den offiziellen Regeln der Oscar-Verleihung[21] gibt es einige objektive Maßstäbe, wie z.B. die Filmlänge (Regel 2, Nr. 2. a.), aber nirgends taucht eine Regel auf, auf was die Academy bei ihrer Wahl beachten soll. Es geht allein darum, welchen Film ein Mitglied besonders gut findet. Also sind wir wieder bei subjektiven Maßstäben und können die Verleihung mit einem Bewertungsportal wie Rotten Tomatoes vergleichen, bei dem es darauf ankommt, wie viele Kritiker einen Film gut, bzw. schlecht finden.[22] Zusätzlich lag das Durchschnittsalter der Oscar-Wähler 2012 bei 62 Jahren,[23] also entfernt man sich noch weiter von einer umfassenden Allgemeingültigkeit.

IV. Filmkunst in seinen Einzelteilen

Wenn wir uns so schwer damit tun, einen Film als Gesamtkunstwerk objektiv zu bewerten, dann gelingt uns das vielleicht, wenn wir uns die einzelnen Disziplinen näher anschauen.

1. Bilder

Vergleichbar mit der Bildenden Kunst besteht ein Film ebenfalls aus Bildern. Allerdings nicht aus Standbildern, sondern aus mehreren Bildern pro Sekunde, die dem Auge vorgaukeln, dass es eine zusammenhängende Bewegung sieht.[24] Es ginge zu weit, jedes Einzelbild eines Filmes zu bewerten. Bei 24 Bildern pro Sekunde[25] wären das in 90 Minuten 129.600 Bilder. Selbst für einen erfahrenen Kunstkritiker wäre das eine ganz schöne Meisterleistung. Zudem ähneln sich die Bilder in den einzelnen Szenen und nicht alles bewegt sich. Jetzt stehen wir vor der Frage, ob ein Bild objektiv bewertet werden kann. Man könnte sich mit dem goldenen Schnitt behelfen, der für das Auge besonders angenehm anzuschauende Bilder ergeben soll.[26] Soll. Im Endeffekt stehen wir auch hier vor dem Problem, dass Bildende Kunst von jedem anders wahrgenommen wird. Ein guter Film, der dem Phänomen nachgeht, was aus Kunst eigentlich Kunst macht und warum vieles auf dem Renommee eines Künstlers basiert, ist Exit through the Gift Shop, den ich (bei Interesse) empfehlen kann.
Ein Regisseur, der z.B. viel mit Bildkomposition arbeitet, ist Wes Anderson, dessen Filme auf Filmportalen gut ankommen und einspielmäßg zumindest das Budget mehr als verdoppeln können.[27] Allerdings ist nicht gesagt, dass die Bewertungen wegen seines auffallenden Szenenbilds so gut ausfallen. Es könnten auch die verschrobenen Charaktere oder die absurden Geschichten sein, die dem Publikum so gut gefallen. Oder alles im Zusammenspiel. Aber wie bereits herausgestellt, fehlt einer objektiven Gesamtbetrachtung die Grundlage. Bei der Bildbetrachtung hat man hier zwar Näherungswerte, wie den angegebenen goldenen Schnitt, Parallelität und Farbkontraste – so werden häufig blau und rot auf Kinoplakaten als Gegenpole verwendet – aber eine Allgemeingültigkeit lässt sich hier nicht ablesen. Wenn alle Menschen gleichermaßen für diese Kriterien empfänglich wären, würden sich Museen kaum mehr vor Besucherandrang retten können (auch dieser weit hergeholte Schluss steht natürlich zur Debatte).

2. Andere Filmkomponenten oder: wir scheinen uns hier in etwas zu verrennen

Über Musik möchte ich nicht viele Worte verlieren, denn so gut der Einsatz von Filmmusik (Arrival), oder das Weglassen (Liebe) einen Film aufwerten kann, so unterschiedlich sind hier die Geschmäcker. Dazu muss ich nur auf Arbeit gehen und versuchen, einen Ballermann-Hit abzuspielen. So schnell könnte ich gar nicht schauen, wie mir eine Abmahnung ins Gesicht fliegt.
Qualität der Handlung, Überraschungseffekt des Twists, Einsatz von Beleuchtung, Kamerafahrten, Dialoge, Make-Up, Ausstattung, Kostüme sind ebenfalls kaum bis gar nicht objektiv zu bewerten. Wie akurat die Kostüme der Originalzeit nachempfunden sind, lässt sich noch feststellen, aber was sagt das darüber aus, wie gut ein Film ist? Das sagt höchstens aus, wie detailgetreu daran gearbeitet wurde. Aber wenn einen Zuschauer das nicht interessiert, dann hat diese Feststellung für ihn keinen Mehrwert und damit keinen objektiven Gehalt für die Qualität.
Spannung: gestern habe ich gelesen, dass jemand Sicario nicht so gut fand, kann demzufolge nicht objektiv sein. Liebesgeschichten nimmt jeder anders wahr, über Komödien streiten sich die Geister, Grusel ist nicht zu verallgemeinern, woran soll man sich also bitte halten, wenn man einen Film objektiv bewerten möchte?

3. Zumindest Schauspieler?

Ein Beispiel aus dem Serienkosmos: Breaking Bad, Anna Gunn als Skyler White. Von vielen ist ihre Rolle verhasst (Quelle: Internet) und somit ist sie eine gute Schauspielerin… möchte man meinen. Nachdem Anna Gunn nicht nur einen Emmy für ihre Darstellung bekommen hat, wurde sie im Internet persönlich wüst beschimpft.[28] Okay, es ist das Internet, zeigt aber trotzdem, dass auch eine vermeintlich gute schauspielerische Leistung der subjektiven Wahrnehmung ausgeliefert ist.

4. Das bleibt also übrig

Sollte euch in den Kommentaren nichts Weiteres dazu einfallen, muss ich auch diesen Punkt damit abschließen, dass ein Film nicht objektiv zu bewerten ist – weder im Ganzen, noch im Detail. Das würde ich sagen, wenn ich nicht noch etwas in Petto hätte. Und ja, mir ist bewusst, dass dies dem Gedanken einer fein gegliederten, wissenschaftlichen Arbeit widerspricht.

V. Kriterien der deutschen Film- und Medienbewertung

Die deutsche Film- und Medienbewertung vergibt Prädikate für besonders wertvolle Filme. Das habt ihr bestimmt schon gesehen: ein kreisrunder Button, in dessen Mitte Prädikat besonders wertvoll steht. Auf ihrer Website präsentieren sie eine Reihe an Bewertungskriterien, beispielsweise werden die Originalität der Geschichte, die von uns angesprochenen Kleinteile (Regie, Kamera, Drehbuch, etc.) und die Umsetzung im Gesamtkonstrukt bewertet. Also genau das, von dem ich vorhin gesagt habe, dass es nicht objektiv messbar sei. Dies ist der FBW auch in Grenzen bewusst, wenn sie schreibt, dass die objektive Bewertung bei Filmen an seine Grenzen stoße. Sie bedienen sich stattdessen eines Vergleichsmodells, wenn sie schreiben, dass entscheidend sei, ob der Film innerhalb seines Genres herausrage.
Ihr erinnert euch an unseren Vergleich: Deine Mutter ist älter als du (ich hoffe es). Wobei ich auch hier die objektiven Vergleichsinstrumente nicht sehe. Black Swan halte ich für einen sehr guten Film, obwohl er einiges von Perfect Blue abkupfert. Hier kann man sich streiten, ab wie viel Gemeinsamkeiten ein Film als nicht auszeichnenswerte Kopie anzusehen ist. Leider gibt die FBW keine genaueren Details ihrer Arbeit, weswegen wir uns drei Filme, die ein Prädikat erhalten haben, und deren Begründung anschauen.

1. Beispiel: Girl on the Train

Mit seinen immer wieder überraschenden Wendungen, dem stimmig und sphärisch inszenierten Setting und einer sich ständig steigernden Spannungsdramaturgie ist GIRL ON THE TRAIN ein Thriller par excellence, der den Zuschauer mit atemloser Spannung begeistert.[29]
Wie ihr in meiner Kritik zu Girl on the Train nachlesen könnt, bin ich da völlig anderer Meinung.
Der Jury gefiel besonders, wie komplex die Frauenfiguren gestaltet sind und dass sie alle drei vielschichtig von sehr stimmig besetzten Schauspielerinnen verkörpert werden. Der Eisenbahnzug ist die zentrale Metapher des Films. In der ersten Einstellung wirkt er wie ein Gefängnis für die junge Frau, in der letzten fährt er sie auf anderen Gleisen in ein freieres Leben.[30]
Eine Metapher und drei (in ihren Augen) unterschiedliche Frauenfiguren waren demzufolge ein großer Ausschlag in Richtung Prädikat. Immerhin kann man das objektiv nachvollziehen, aber warum das einen guten Film ausmachen soll, erklärt sich mir nicht. Die drei Frauenfiguren sind zudem allesamt hochgradig verletzlich und von ihren Männern abhängig, was ich jetzt nicht zwangsläufig als vielschichtig bezeichnen würde. Nächstes Beispiel:

2. Beispiel: Pets

Wir erinnern uns zurück, dass die FBW jene Filme auszeichnet, die in ihrem jeweilgen Genre herausragen. Wie in meiner Kritik zu Pets dargelegt, ist besonders die Geschichte eine nahezu 1:1-Kopie von Toy Story. Viele Einfälle rund um die Tiere, haben wir ebenfalls in vorherigen Animationsfilmen sehen dürfen. Einziger Apsekt, den ich persönlich zulasse ist der, dass die Stereotypen von Haustieren witzig beleuchtet werden. Was sagt die FBW dazu?
Die Drehbuchschreiber von PETS haben sich eine Fülle von überraschenden Varianten einfallen lassen, was Haustiere kommunikativ von Stockwerk zu Stockwerk in einem New Yorker Hochhaus zum Zeitvertreib anstellen können. Dass Ausflüge quer durch die Stadt ober- und unterirdisch dazu gehören können wird zweifelsohne bewiesen und auch der Abenteuer-Action-Effekt ist dabei beachtlich. Damit bis zum Eintreffen der geliebten Frauchen und Herrchen alles wieder geregelt ist, dazu bedarf es körperlichen Einsatzes ebenso wie tierisch/menschlicher Werte wie Freundschaft, Loyalität und Zusammenhalt. So können aus größten Feinden auch die besten Freunde werden. Klar, dass unsere animierten Lieblinge stark „vermenschlicht“ werden, was aber in Filmen dieses Genres und dieser Gattung auch zur besseren Identifikation nicht nur notwendig, sondern auch erwünscht ist.[31]
Hier gehen sie sogar explizit darauf ein, dass hier Genre-typisches abgeliefert wird, begnügen sich allerdings mit der Feststellung, dass dies okay sei. Eine Auseinandersetzung mit ihren eigens aufgestellten Kriterien sehe ich an dieser Stelle nicht. Prädikat: subjektive Bewertung.

3. Beispiel: Fifty Shades of Grey

FIFTY SHADES OF GREY ist ein sinnlich-erotisches und modernes Märchen über Kontrolle, Verführung, Begierde und Leidenschaften. Prickelnd und faszinierend.“ „Die beiden Hauptdarsteller wissen jedoch zu überzeugen und der Film hat seine großen Momente, so etwa, wenn Anastasia und Christian die Punkte des Vertrags durchgehen, der ihre Beziehung und ihre sexuellen Praktiken regeln soll. Diese Szene überzeugt durch eine reizvolle Ambivalenz. Außerdem zeigt sich hier besonders deutlich die gesellschaftliche Relevanz des Films (wie auch schon der Romane). Es geht um die Liebe in Zeiten des Kapitalismus. Welche Träume und Sehnsüchte, aber auch Realitäten, Beziehungen in unserer Gegenwart beeinflussen, darüber lässt sich anhand des Films trefflich diskutieren.[32]
Diskutieren kann man über diesen Film, was ich auch getan habe, aber zu sagen, dass er in seinem Genre herausragen würde, halte ich für weit hergeholt. Zudem sehe ich, wie in meiner Kritik zu Fifty Shades of Grey angesprochen, die negativen Aspekte so vorherrschend an, dass eine Prädikatsverleihung unmöglich erscheint. Nicht für die FBW.

4. Zusammenfassung

Natürlich habe ich jetzt drei Beispiele herausgekramt, mit denen ich so gar nicht konform gehe, und es gibt genügend Filme, bei denen man der Jury-Begründung nur zustimmen kann. Allerdings zeigen bereits die drei genannten Filme, dass selbst bei eigentlich objektiv aufgestellten Kriterien, eine objektive Auseinandersetzung mit dem Film nicht möglich ist. Dafür gibt es schlicht zu viele verschiedene Meinungen.

D. Abschließende Meinung

Wie dargelegt, bin ich fest davon überzeugt, dass es keine objektive Filmkritik gibt. Dies hängt u.a. mit den genannten Punkten zusammen. Zusätzlich spielen die aktuelle Verfassung des Zuschauers, die Erwartungshaltung und sein filmisches Vorwissen eine viel zu große Rolle, um sich für eine objektive Kritik davon zu befreien. Jeder Versuch, auch nur samtenen Schrittes in eine vermeintlich objektive Richtung zu schreiten, bzw. einer Kritik gar das subjektive Element zu nehmen, kann nur scheitern. Wir versuchen uns in die Köpfe anderer hineinzuversetzen, aber am Ende kennen wir nur eines: unsere eigene Meinung. Alles, was wir an einem Film loben, entsteht daraus, dass wir aus irgendwelchen Gründen Gefallen daran gefunden haben. Wir können uns auf die Suche nach diesen Gründen machen, aber eine tiefergehende filmwissenschaftliche Auseinandersetzung würde wie dieser Artikel jeden Rahmen einer Filmkritik sprengen.
In meinen Augen sollte eine Filmkritik daher aus der eigenen Meinung und aus der Begründung für diese bestehen. Hier darf ruhig geschimpft und gezetert werden, sollte der Film dies herausfordern – selbst, bzw. besonders dann, wenn die restliche Welt den Film toll zu finden scheint, muss man sich trauen, seine eigene Meinung darzulegen. Zusätzlich muss die Filmkritik in der Lage sein, die Erwartungshaltung des Zuschauers in die richtige Richtung zu lenken. Allerdings sieht es mit Filmkritiken wie mit Filmen aus, am Ende sind sie subjektiv zu bewerten.

 
Andere Meinungen (bzw. Nachtrag)

Und jetzt hoffe ich, dass ihr fleißig mitdiskutiert. Es kann gut sein, dass ich Themen nicht genug gewürdigt, bzw. gar nicht berücksichtigt habe, oder ihr einfach anderer Meinung seid. Ich freue mich über jeden Kommentar zu diesem Thema und hätte ein Lächeln auf meinem Gesicht, wenn die Diskussionskultur in der Filmblogosphäre wieder stärker in den Vordergrund rückt.

Schöne Grüße

Benni von FilmkritikenOD

…nach oben…


Fußnoten (Links zuletzt abgerufen und getestet am 03.12.2016)
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54 Gedanken zu “Gibt es objektive Filmkritiken?

    • Stimmt, da wird das Thema auch kurz angerissen. Wie ich sehe, mit einer anderen Meinung als ich sie vertrete. Von dem her finde ich das umso interessanter. Werde ich gleich mal in den Fundus nehmen. Danke für den Tipp.

      Der Text mitsamt dem Inhaltsverzeichnis wurde nur für diesen Blog geschrieben, japp.

      Gefällt mir

        • Das habe ich absichtlich hier nicht veröffentlicht, da das im Gros eine „unfaire“ (Schmäh-)Kritik gegenüber der Person Antje Wessels darstellt und (für mich) den Fehler enthält, zu viele Fremdwörter zu nutzen, um den Text gehobener erscheinen zu lassen. In meinen Augen ein Trugschluss. Aber wenn man sucht und an manchen Stellen vorbeiliest, dann kann man durchaus den ein oder anderen Punkt rausziehen.
          Daher danke für den Hinweis.

          Gefällt 1 Person

          • Findest du? Ich kann beides sehr gut nachvollziehen und würde mich dazwischen positionieren, schon aber mehr zum Autor des feuilletonistischen Blogs. Gut, über Fremdwörter lässt sich streiten, aber inhaltlich sagt er entscheidende Dinge.

            Dass es im Folgenden schon wieder A. Wessels trifft, liegt einfach daran, dass man sich an ihrer Ansicht sehr gut lang hangeln kann. Wie schon gesagt: Ich bin zum Teil auch ganz bei ihr.

            Sie sagt erstens, dass die Vielfalt des Angebots, die Journalistenbranche massiv einschränkt. Stimmt auch, nur sehe ich darin eben nur mehrere Meinungen und ich persönlich finde das bereichernd. Ob nun jemand Studiertes oder Erfahrenes Ghostbusters in den Himmel lobt oder ein frisch gebackener Blogger sagt, „Den find ich scheiße“ und dies dann einigermaßen begründet, ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Ich lese oder höre beide gern. Das ist wie einkaufen und sich dann darüber zu beschweren, dass Geschäfte neu eröffnen. Es gibt ja offensichtlich einen Bedarf über den Fachjournalismus hinaus. Daraus leitet sie einen allgemeinen Qualitätsverlust ab (subjektive Bewertung). Sehe ich, wie gesagt, anders. Dann sagt sie etwas, was ich für mich absolut nachvollziehen kann. Man kann mit einem Genre oder einem Film überhaupt nichts anfangen, kann beides handwerklich aber dennoch schätzen (objektiver also). Das sehe ich ähnlich. Heißt nicht unbedingt, dass es so gemacht werden sollte.

            Absolut streitbar ist der Part über ihrer Ansicht nach unprofessionelle Kritik, den ich selbst nicht nur als unpassend erachte, sondern auch als schlichtweg falsch ansehe und auf den sich „Feuilletonistisch“ auch am meisten bezieht.

            „Wenn es mit der eigenen Karriere nicht geklappt hat, pöble ich wenigstens die Karrieren jener Menschen in Grund und Boden, die das geschafft haben, wovon ich träume.“

            Das ist eine gewagte Unterstellung… Und wo ist da der Respekt anderer Schaffenden gegenüber? Wo sind die Positivbeispiele? Die meisten Blogger, Podcaster etc. die ich bisher kennengelernt habe, studieren noch und üben dies mehr als Freizeitaktivität nebenher aus und sind dennoch oder gerade deshalb lesenswert. Für mich hörte sich das stellenweise nach beruflicher Quengelei an, dass früher alles besser war. Aber immerhin regt es zur Diskussion an und das ist unter anderem genau das, was der zweite Artikel einfordert.

            Reibungspunkte erzeugen. Seit jeher ist es Brauch auf Filmfestivals oder im Theater, eine Reaktion von sich zu geben, wenn es vorbei ist – auch in Buhrufen. Beleidigender und undifferenzierter geht es eigentlich gar nicht. Aber auch davon LEBT eine Kunst. Man kann natürlich alles sachlich und objektiv behandeln, nur wozu dann überhaupt? Für das Portemonnaie des Zuschauer? Als ob der eine „fachliche“ objektiv relativierte Aussage vor dem Kinobesuch benötigt. Sicherlich, der ein oder andere macht das, aber bei weitem nicht alle (meine Meinung). Vielmehr fragt der „Durchschnittszuschauer“ doch (dazu zähle ich auch mich): „Wie fandst du den denn?“, „Lohnt sich das?“ Und das holt man sich bei Leuten ab, denen man vertraut, die einen ähnlichen Geschmack oder eine ähnliche Meinung haben. Subjektiv. Und dazu gehört eben auch, dass jemand sagen kann, dass er Til Schweiger scheiße findet. Man nimmt doch einem anderen Menschen damit nicht das Denken und Handeln ab, sich selbst ein Urteil zu bilden.

            Wann bekommt ein Film mehr Besprechungen/ Diskussion/ Kritik? Wenn ich sage, dass die narrative Struktur der Exposition nicht mit dem übereinstimmt, was der Film ab dem zweiten Plotpoint ausführt oder wenn ich sage: Der hält nicht, was er verspricht. Oder: Stark am Anfang, schwach am Ende. Letzteres tut Antje Wessels auch. Ist das objektiv? Für mich ist es nur eine weitere Meinung unter vielen. Selbst in der Wissenschaft, wo man seine Inhalte auf ebenso „objektive“ Aussagen stützt, ist die Auswahl letztlich subjektiv. Am Ende steht immer noch eine Meinung. Ich würde auch sagen, dass ich mich um Fairness bemühe und zumindest versuche, jeden Film differenziert „auseinanderzunehmen“ Dennoch lese und höre ich lieber Beiträge, die polarisieren, mich aus meiner Comfort-Zone rausholen und mich zum Handeln bringen. Genau wie es die Kunst an sich eben auch tut. Nur, weil man den Inhalt eines Filmes kritisiert, heißt das noch lange nicht, dass man die Menschen oder die Zielgruppe dahinter kritisiert und ihre Arbeit nicht zu würdigen weiß. Man äußert nur sein Missfallen – gern auch bei Youtube. Ob das immer Profilierung ist… Ich weiß es nicht, aber ich denke, dass auch diese „Kritiker“ eine Daseinsberechtigung haben, denn für den Zuschauer scheinen sie relevant zu sein. Runtergebrochen: Die Meinung über einen Film ist nie eine einzigartige. Es gibt viele, die etwas gut oder schlecht finden, aus den gleichen oder anderen Gründen. Interessant wird es doch erst bei dem Menschen dahinter, der sie von sich gibt, was mich auch zum nächsten Punkt bringt.

            Was die Leidenschaft der Kollegen angeht: Vielleicht wäre die nicht so schnell verbrannt, wären sie nicht in dem fairen Korsett einer leblosen Kritik erstickt. Man ist auch, was man schreibt. Wenn man sich größtenteils in den Dienst anderer stellt – was diese vermutlich gar nicht möchten – muss man sich nicht wundern, wenn die Leidenschaft vergeht. Das funktioniert auch in anderen Lebensbereichen nicht.

            Gefällt 1 Person

              • „Es gibt keine objektive Filmkritik und es sollte sie auch nicht geben“

                Der Satz kommt mir in einer anderen Variation sehr bekannt vor 😉

                Ein paar Punkte noch zu deinem obigen Kommentar:
                „Man kann mit einem Genre oder einem Film überhaupt nichts anfangen, kann beides handwerklich aber dennoch schätzen (objektiver also). Das sehe ich ähnlich. Heißt nicht unbedingt, dass es so gemacht werden sollte.“

                Wie schon geschrieben, (und da stimme ich mit dem Feuilletonistischen Blog überein) hat das nichts von Objektivität, sondern von Subjektivität, die man objektivieren will. Wenn ich die Machart gut finde, warum sollte sie dann automatisch für alle gut sein? Und nach wie vor ungeklärt, bleibt die Frage, was dieses „gut“ überhaupt bedeutet bei einem Film.

                „Das ist eine gewagte Unterstellung… Und wo ist da der Respekt anderer Schaffenden gegenüber?“
                Das habe ich mir tatsächlich auch gedacht. Sie fordert Respekt gegenüber… aber wie gesagt, gehört diese Diskussion über ihren Text auch auf ihre Seite.

                Ich bin für mehr Diskussion, um nicht zu sagen VIEL MEHR DISKUSSION, aber stets an geeigneter Stelle. Die Filmblogosphäre ist mir bisweilen zu lasch und ich muss gestehen, dass ich auch noch nicht komplett herausgetreten bin, um niemanden zu verschrecken. Ein großes Ziel, diese Scheu abzulegen. Am Schluss wird sich schon finden, wer Interesse daran hat. Und wenn man das Ganze mit genug Respekt macht, sollte das auch kein Problem darstellen.

                Dein Absatz über die sachliche Kritik habe ich weiter oben schonmal damit abgehandelt, dass jemand, der sachlich kritisiert, eine möglichst gorße homogene Masse anlocken will. Nur jemand, der auch mal um sich tritt und unpopuläre Meinungen vertritt, kann sich gewiss sein, dass ihn diejenigen lesen werden, die etwas mit seiner Meinung anfangen können. Und seien es am Ende weniger.

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                • „Der Satz kommt mir in einer anderen Variation sehr bekannt vor“ In welcher? Steh ich grad auf dem Schlauch?

                  Mit objektiver, meine ich sachlicher, rationaler, auf das Handwerk bezogen (klar ist das subjektiv beeinflusst). Man könnte zum Beispiel sagen, dass die Kameraeinstellung für diese Szene sehr gut gewählt wurde, weil es den Inhalt an dieser Stelle handwerklich widerspiegelt. Da gibt es schon eine Range, zum Beispiel im Gegensatz zu jemanden, der einfach nur draufhält.

                  Es muss tatsächlich „anderen Schaffenden“ gegenüber heißen…

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                  • Hmm… vergleichen wir doch mal die (Facebook-)Follower von Frau Wessels mit denen aller anderen, die hier kommentiert haben 😛
                    Keine Ahnung, ob man sich auf die Wette einlassen kann. Was ist der Einsatz?

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                  • In meiner Einleitung steht:
                    „Meine These: an einer Filmkritik ist alles subjektiv und muss es sogar sein.“
                    Ist dein Satz nur andersherum formuliert.

                    Das lässt sich durchaus lesen, allerdings fehlt mir auch hier der Übergang zum Attribut „gut“, bzw. zu einem objektiven Kontext.
                    Der Vergleich ist gut gewählt und ist tatsächlich etwas, mit dem sich Filmwissenschaft beschäftigt „wie drücke ich mit filmischen Mitteln etwas aus, das ich sagen will“. Da könnte sich durchaus ein Vergleich sehen lassen. Aber auch hier bin ich mir nicht sicher, ob die Interpretation des Ganzen nicht subjektiv beeinflusst wird. Dafür gibt es genug, die den Vergleich nicht sehen, bzw. wiederum welche, die einen sehen wollen, obwohl dort keiner ist und auch wieder welche, die den Film (aus welchen Gründen auch immer) einfach gut finden und ihm deshalb gewisse Qualitäten zusprechen.

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            • Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Hätte es zwar schöner gefunden, wenn du dich mit meinem Text auseinandersetzen würdest, aber da wir im Wesentlichen die gleiche Meinung teilen, bin ich dir nicht ganz so böse.
              Werde an dieser Stelle auch nicht weiter auf die Punkte von / über Antje Wessels eingehen, da ich meinen Beitrag völlig losgelöst von ihrer Meinung verfasst habe und ich (sonst gerne aber heute) nicht des Teufels Advokat spielen möchte, um diese Diskussion am Laufen zu halten.
              u.a. auch der Grund, wieso ich den feuilletonistischen Blog nicht verlinkt habe, da er sich mehr mit Antje Wessels als dem eigentlichen Thema der objektiven Filmkritik auseinandersetzt. Aber scheinbar hat sie einfach die streitbarere Meinung. (Zu Recht höre ich mich selbst aus dem Hintergrund schreien)

              Viel lieber würde ich von lenalovesfiction die Beispiele für objektive Maßstäbe eines Filmes kennenlernen. Die könnten nämlich der Diskussion auf dieser Seite den nötigen Zunder verleihen.

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                • Substantiv [die]

                  die Haltung, sich an den Tatsachen zu orientieren und Gefühle nicht mit einzubeziehen.

                  Hmm…
                  Am Ende ist es (wie ich weiter unten schonmal angedeutet habe) wahrscheinlich Wortklauberei. Ich bin weiterhin auf Suche nach irgendwelchen (objektiven) Maßstäben, die sich unmittelbar in das Attribut „gut“ oder „schlecht“ umwandeln lassen. Darum ging es mir.

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                  • Ich weiß, aber solange wie denkende und fühlende Menschen involviert sind, wirst du die nicht finden 😉 Man kann nur versuchen, sich mehr Wissen anzueignen um profundere Besprechungen zu schreiben, sich einen Hintergrund zu verschaffen, um den Film „fair“ einzubetten und letztlich (so versuche ich es) den letzten Punkt dem Gefühl zu geben und es gar nicht erst zu negieren. In Arrival war es so, dass ich vom Weg und vom Herz, den das Werk genommen hat schon beeindruckt war. Da steckte also viel Fleißarbeit und Energie dahinter. Die Kombination von Geschichte, Kamera und Musik fügte sich für mich in die Idee, die das Drehbuch hatte, hervorragend ein und trotzdem war da noch eine stark persönliche Note. Das alles wäre eine 8 oder 9 gewesen (etwas sachlicher eben). Die 10 gab es für Anspannung, Zittern und Tränen 🙂

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                  • In dem Fall sollte ich mal jemanden mit Depressionen befragen.

                    Dein letzter Satz gefällt mir außerordentlich gut, denn er bringt etwas ins Spiel, das ich bislang vergessen habe: Gefühle. Wahrscheinlich das Wichtigste bei einem Film. Danke. Wie konnte ich das nur vergessen.

                    Es ist halt das Problem (wie unten mit lena diskutiert), dass jeder Mensch ein anderes Filmwissen hat und dementsprechend anders auf ein und die selbe Umsetzung reagiert.

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  1. Ich will ja jetzt nicht angeben, aber zur FBW und der FSK habe ich auch schonmal was geschrieben (https://filmkompass.wordpress.com/2015/03/19/institutionelle-filmbewertung/).

    Kleiner FBW-Schwank am Rande: TRANSFORMERS bekam damals ein „wertvoll“. In den Bewertungskriterien der FBW heißt es aber, dass das Prädikat nicht an Filme vergeben werden darf, die „erkennen lassen, dass sie der kommerziellen Werbung dienen“. TRANSFORMERS ist aber eine Verfilmung von Hasbro-Spielzeug. Muss ich noch mehr sagen?

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    • In dem Fall kann man schon verstehen, wieso so häufig ein Prädikat vergeben wird. Andernfalls überlegen es sich die Verleiher sicher zweimal, ob sie einen Film einreichen und das Geld dafür bezahlen.

      Zeigt halt alles, dass auch solche Kriterien stark im Auge des Betrachters liegen, wenn nicht gar andere Entscheidungen im Hintergrund für eine Auswahl maßgeblich sind.

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      • Aber verliert dann so ein Prädikat nicht an Glaubwürdigkeit? Ich würde mich nicht auf FSK- oder FBW-Wertungen verlassen. THE JUNGLE BOOK (2016) bekam eine FSK-Bewertung ab 6 Jahren. Dafür fand ich den Film viel zu gruselig. Im Zweifel muss man sich da wohl auf sein Bauchgefühl verlassen.

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        • Dadurch, dass du dich nicht darauf verlässt, gibst du ja bereits die Antwort, ob das Prädikat glaubwürdig ist.

          Mittlerweile machen FSK 6 und FSK 12 eh keinen großen Unterschied mehr, da man im zweiten Fall als 6-11-jähriger mit den Personensorgeberechtigten ins Kino darf. Und wie schon angesprochen, ist am Ende jedes Kind anders. Mir hat mit 6 Jahren Edward mit den Scherenhänden (und die Werbung für Shining in der TV-Pause) ein solches Traumata beschert, dass ich ihn nie wieder angeschaut habe. Der Nachbarsjunge hatte damit so gar kein Problem.
          Hier spielen zu viele Variablen mit rein, als dass man die Bewertung pauschalisieren könnte. Deswegen sehe ich sie eher als Aufforderung an die Eltern, sich mit dem Medienkonsum ihrer Kinder auseinanderzusetzen. Leider sehen manche die FSK als abschließende Maßgabe an und kümmern sich nicht weiter drum.
          Aber das nur am Rande zum eigentlichen Thema.

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  2. Interessanter und gleichsam unterhaltsamer Beitrag. Wie du denke auch ich, dass Filmkritiken per se nur subjektiv sein können. Dennoch gibt es manche Aspekte eines Films, die subjektiven Eindrücken mehr ausgeliefert sind als andere. Bei meinen Kritiken versuche ich immer diese Aspekte klar zu betonen. Ich fand zum Beispiel „Birdman“ eher langweilig und damit alles andere als gut. Der Film wird also in keiner meiner persönlichen Bestenlisten auftauchen. Trotzdem kann ich sagen, dass mir Keaton, die Kameraarbeit und die Hollywoodkritik durchaus gefallen haben. Dass ich die Story, die Figuenkonstellationen und vor allem Edward Norton öde bzw nervig fand, ist schwer zu erklären führt aber zu einer eher negativen Bewertung des Gesamtwerks meinerseits.
    Genau gegenteilig verhält es sich mit den „Turtles“. Der Film ist genau genommen eigentlich ziemlich mies. Ich habe ihn aber mit einem sehr alten Freund zusammen gesehen und wir hatten aus Nostalgie Gründen eine Menge Spaß.
    Empfehlen würde ich ihn trotzdem kaum jemandem 😉

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    • Danke.
      Auf dein zweites Beispiel möchte ich näher eingehen:
      wenn du Turtles (welchen jetzt genau?) spaßig fandest und super unterhalten wurdest, aus welchen Gründen beurteilst du ihn dann als „genaugenommen ziemlich mies“? Das ist so etwas wie der Knackpunkt bei Filmkritiken und vermutlich das, was Frau Wessels in ihrem Beitrag meint, wenn sie sagt dass man eine objektive Sichtweise an den Tag legen sollte. Es bleibt zwar die Frage, was einen Film gut und was schlecht macht, aber wenn man davon ausgeht, dass das subjektive Gefallen im Vordergrund stehe, dann wäre Turtles für dich persönlich ein guter Film. Nun versetzt du dich aber in den Kopf anderer, bzw. denkst dir einen objektiven Betrachter und gibst dem Film dadurch eine negative Note – obwol du ihn persönlich sehr unterhaltsam fandest. (Wenn ich das richtig verstanden habe)
      Die Frage ist, ob irgendjemand diesen Switch hin zur Objektivierung überhaupt leisten kann. Schaut man sich die IMDb-Wertungen hat, dann bekommt Turtles (2014) von mehr als 40% eine Wertung von 7 oder höher. Eine ganz schön große Masse an Leuten, die man den Film also empfehlen könnte.
      Und genau deswegen plädiere ich dafür, dass man seine eigene Meinung in den Vordergrund stellt und begründet. Kennt der Leser den Geschmack des Rezensenten, kann er sich sehr gut daran orientieren und durch die Begründung das auf seinen eigenen Geschmack üertragen – im besten Fall.

      Filmkritiker, die sich in eine objektive Lage versetzen, begehen in meinen Augen keinen Dienst an ihren Lesern, sondern an sich selbst. Denn anstatt diejenigen Leser zu bedienen, die die gleiche Meinung haben, bzw. diese nachvollziehen können, versucht man so eine möglichst große Masse zufriedenzustellen.
      Wobei es natürlich dazugehört, eine Prognose abzuliefern, wem der Film gefallen könnte, bzw. einen Vergleich zu anderen Filmen zu liefern. Aber zu sagen, dass der Film eigenlich gut sei, bzw. eigentlich schlecht, setzt sehr viel voraus. Allen voran die Definition von einem guten, bzw einem schlechten Film.

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      • „Und genau deswegen plädiere ich dafür, dass man seine eigene Meinung in den Vordergrund stellt und begründet. Kennt der Leser den Geschmack des Rezensenten, kann er sich sehr gut daran orientieren und durch die Begründung das auf seinen eigenen Geschmack üertragen – im besten Fall.“ Das trifft meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf. 🙂
        Noch mal zu den Turtles (2014):
        Die Effekte sind bestenfalls mittelmäßig, Michelangelo nervig, die Logiklöcher fast eine Beleidung für die Intelligenz des Zuschauers und das Finale eiskalt vom kurz zuvor erschienenen Spider Man kopiert. Deswegen hatte ich damals (wie du es ja bereits gesagt hast) meine Meinung deutlich gemacht. Nämlich dass der Film lediglich für Kindheit-Fans (wie mich) zu empfehlen ist. Alle anderen werden möglicherweise die Hände über dem Kopf zusammenschlagen 😉

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            • Sehr interessanter Gedankengang.
              Schade, dass sich da jetzt niemand angesprochen fühlt😉

              Naja, wenn keiner (an dieser Stelle) das Gegenteil behauptet, dann fühle ich mich einfach im Recht, auch okay ^^
              Hab da noch ein paar andere Streitpunkte in petto. U.a. den Umgang mit Spoilern, um das Thema schonmal zu spoilern.
              Aber vielleicht hat auch niemand in der Blogosphäre Interesse an einem Zwiegespräch – wir werden es herausfinden.

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              • Interessantes Thema, das mich während der Zusammenstellung meiner Liste der 100 besten Filme des 21. Jh. auch beschäftigt hat. Und ich bin da ganz bei Ma-Go. Voll und ganz objektiv kann eine Filmkritik nie sein, weil Menschen nun mal unterschiedlich an die Dinge rangehen und ganz verschiedene Interessen haben. Aber: ein gewisses Maß an Objektivität ist dennoch wichtig und ich denke das besteht darin, dass man zwischen seinem persönlichen Geschmack und allgemeinen Bewertungskriterien differenzieren kann. Da finde ich Frau Wessels Beispiel sehr treffend: selbst wenn ich kein Fan von Fantasyfilmen bin, kann ich „Herr der Ringe“ seine Qualität nicht absprechen. Das wäre schlicht schade. Ähnlich ging es mir auch mit Birdman. Er hat mich einfach emotional nicht angesprochen, ich würde ihn wahrscheinlich kein zweites Mal ansehen, aber er war keine Frage unglaublich gut gemacht. Also habe ich das Recht, einen Film schlecht zu bewerten, nur weil ich mit seinem Inhalt nicht auf einer Wellenlänge bin?

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                • Meine Frage bleibt weiterhin, woher dieses „Maß an Objektivität“ kommt, bzw. was die „allgemeinen Bewertungskrieterien sind“.
                  Das Beispiel von Frau Wessels finde ich aus dem Grund schlecht gewählt, weil Herr der Ringe aus einer Zeit stammt, in der sie (wie sie schreibt) noch gar nichts mit Filmen am Hut hatte. Dementsprechend konnte sie sich bereits auf die Meinungen anderer und die hohe Platzierungen der Filme in allen möglichen Foren / Portalen verlassen. Aber ich diskutiere an dieser Stelle nicht mit ihr, sondern mit dir:
                  Das Beispiel Birdman gefällt mir besser. Dort kann ich auch einen weiteren Punkt ansprechen: Was heißt „unglaublich gut gemacht“? Wer entscheidet, was „gut“ in diesem Zusammenhang bedeutet? Es gibt keinen allgemeinen Konsens darüber, wann ein Film „gut“ gemacht ist. Sonst wären meiner Meinung nach viel mehr Filme „gut“ gemacht. Die Tatsache, dass er (scheinbar) am Stück gedreht wurde, ist außergewöhnlich im Vergleich zu anderen Filmen, das steht außer Frage, aber bedeutet das im Umkehrschluss auch, dass er „gut gemacht“ wurde? Ähnlich gelagertes Problem sieht man bei den Rezensionen zu „Victoria“. Keine Kritik kommt aus, ohne zu erwähnen, dass er wirklich (nicht nur scheinbar) am Stück gedreht wurde. Das ist auf jeden Fall so viel Arbeit, dass man es erwähnen muss. Aber ist das gleichbedeutend mit „gut gemacht“? Ich kenne genug Kinomitarbeiter und Filmfans, die nichts mit den beiden genannten Beispielen anfangen konnten. Was nutzt es ihnen also, wenn ein Rezensent scheibt, dass er „gut gemacht“ ist? Wenn er stattdessen schreibt, dass er ihn trotz der erwähnenswerten Machart langweilig fand, weiß der mündige Leser, wie er die Kritik einschätzen kann. Und zwar anhand vorheriger Kritiken und dem Geschmack des Rezensenten.

                  Natürlich ist das alles nicht so einfach, wie dargestellt und es gehört eine Begründung zu jeder (halbwegs) anständigen Kritik dazu, aber mir fehlt einfach der Konsens, wann etwas „gut“ und wann etwas „schlecht“ ist. Weitere Beispiele sind Boyhood, der vielerorts nur für die Herangehensweise gelobt und ansonsten als langatmig kritisiert wurde. Ist die Herangehensweise nun „gut gemacht“ oder ist die langsame Erzählweise „schlecht gemacht“? Ich persönlich fand ihn richtig gut und hatte am Ende das (noch nie bei einem Film erlebte Gefühl) ein ganzes Leben miterlebt zu haben.
                  Oder nehmen wir mein Lieblingsbeispiel:
                  Jack & Jill bekam bei Filmstarts 4/5 Sterne. Der Film ist in meinen Flop 5 Filmen aller Zeiten – bei über 1700 gesehenen Filmen wohlgemerkt. Ich hasse Filmstarts dafür, dass ich mir den Schund wegen ihrer Kritik angesehen habe, aber so konnte ich zumindest in Zukunft von ihren Komödienkritiken Abstand nehmen, weil ich wusste, dass wir auf einer unterschiedlichen Wellenlänge liegen.

                  Zu deinem letzten Satz will ich ein krasses Gegenbeispiel bringen. Stell dir den rassistischen Propagandafilm der ISIS vor, in dem sie sich selbst als die Krieger Gottes darstellen und Spannung dadurch erzeugt wird, dass man nicht weiß, ob die Geiseln überleben, o.ä. Jetzt denk dir, dass er die (für dich) besten Kameraeinstellungen, Dialoge, und sonst was hat. (Vielleicht würde dir das gar nicht auffallen, wenn du den Rest beschissen findest, wer weiß) Dann sage ich klar ja, du darfst nicht nur, du MUSST den Film schlecht bewerten, WEIL er DIR nicht gefällt. Du kannst (und sollst!) natürlich trotzdem schreiben, dass dir die Machtart zugesagt hat. Wegen mir auch „er ist gut gemacht“, allerdings bleibt das eine subjektive Einschätzung und sagt nichts darüber aus, ob dem jeder zustimmen kann.
                  Filmkritiker müssen weder erzwungen lustig, noch krampfhaft kritisch sein, aber für mich müssen sie ihre eigene Meinung haben und diese begründen können. Nur dann kann der Leser seine eigene Schlüsse daraus ziehen. Und dabei bliebe ich wahrscheinlich, bis mir ein objektiver Ansatz gezeigt wird, an dem man einen Film messen kann. Oder mir fällt selbst irgendwann einer ein. Als unbelehrbar möchte ich nicht gelten.
                  Es ist nicht so, dass alles schwarz und weiß ist. Ich schreibe in meinen Kritiken selbst, dass ein Film vergleichbar mit dem und dem ist, oder dass er dem und dem gefallen könnte. Allerdings mache ich das aus meiner subjektiven Wahrnehmung und Erfahrung heraus und nicht aus objektiven Maßstäben. Denn die gibt es meiner Meinung nach nicht. Aber vielleicht ist es am Ende zu viel Wortklauberei um den Begriff „objektiv“.

                  Falls / wenn du antwortest, starte bitte eine neue Kommentarreihe, sonst wird diese hier zu lang. Danke!

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  3. Sehr interessanter und ausführlicher Beitrag zur Objektivität von Filmkritik oder eben deren Fehlen.
    Es gibt auch nichts zu kritisieren, viel mehr möchte ich auf ein historisches Beispiel verweisen: Zufällig habe ich eine zeitlang mit historischen Filmkritiken in der Weimarer Republik zu tun gehabt. Sie sind nicht nur deutlicher Beweis für eine weltanschauliche Prägung jeder Filmkritik, sondern zeigen sogar die politische Inanspruchnahme von Filmkritiken.
    Das sollte obenstehende These noch weiter bestärken.

    Danke für den schönen Text, ich habe einiges lernen können!

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    • Vielen Dank!

      Wie hat man denn „zufällig“ mit historischen Filmkritiken zu tun? Hast du denn ein Beispiel, das du verlinken kannst, für so eine politisch eingefärbte FIlmkritik, fände das recht interessant. Ist ja sowas wie die andere Seite von dem, was ich hier angesprochen habe. Hier die subjektive Sichtweise auf FIlme und dort das subjektive Schreiben einer Filmkritik. Darüber habe ich mir noch gar keine großen Gedanken gemacht, aber das „wie“ einer Filmkrititk könnte man auch in der heutigen Zeit noch sehr gut untersuchen.

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  4. Das war im Zuge meiner Masterarbeit, also nicht ganz zufällig, aber mit überraschend deutlichem Ergebnis. Seit längerem wollte ich darüber mal etwas schreiben und sollte das vielleicht am kommenden Wochenende einmal angehen. Ich kopiere einfach mal zwei kurze Auszüge aus der Arbeit in diesen Kommentar. Es handelt sich um die Rezeption von G.W. Pabsts „Westfront 1918“. Vor der Behandlung der Filmkritiken habe ich mithilfe der Analyse einiger Szenen den starken und facettenreichen Pazifismus im Film herausgestellt. Die Kritiken lesen sich dann wie folgt:

    1. Zu den liberalen Zeitungen mit dem Schwerpunkt Film zählt die „LichtBildBühne“, welche von 1908 bis 1939 erschien. Die Rezension zu Westfront 1918 erschien am 26. Mai 1930 und war voll des Lobes für den Film.

    Er zeige „den Krieg. Draußen und daheim. Unerbittlich. Die Situation des Jahres 1918. Den Massentod, den Massenhunger, die innere und äußere Verelendung eines Volkes für – eine verlorene Sache. Unerbittlich fügt er die Tatsachen in wuchtender Wort- und Bildsprache ineinander zu unwiderlegbarem und darum erschütterndem, überzeugendem Gesamtwerk.“

    2. Der nationalsozialistische „Völkische Beobachter“, dessen Chefredakteur zu dieser Zeit Alfred Rosenberg hieß, bietet hingegen eine genaue Analyse der Botschaft des Films und richtet seine Kritik nicht an die Darstellung des Frontgeschehens, sondern an die daraus abgeleitete Deutung des Krieges. Die Darstellung bleibe „in ihrer Realistik objektiv“.170 Die Thematik wird sehr ernst genommen und es wird versucht, eine schlüssige Argumentation entgegen der Botschaft des Films im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie zu konstruieren. Der Rezensent gibt sich ob der Verbreitung seiner eigenen nationalsozialistischen Deutung des Ersten Weltkrieges selbstbewusst:

    „Weil es nicht mehr möglich ist, die Tatsachen zu verfälschen, die Kampfsittlichkeit, Selbstverleugnung, Kameradschaft, den Gehorsam und die übermenschliche Pflichttreue, deshalb wird mit Schlüssen gearbeitet, die das Heldentum nicht leugnen, aber als zwecklos, als abgetan für moderne Menschen kennzeichnen sollen. […] Als etwas Sinnloses soll der Krieg, trotz höchster Mannesleistung, in den Köpfen der Zuschauer (und Zuhörer) fixiert werden, sie sollen das Bild von einem ganz unnützen Heldentum, das bestenfalls tiefes Mitleid verdient, mit nach Hause nehmen und dazu den Schwur, versteht sich, ähnlichem aus dem Wege zu gehen. Nicht der Krieg wird mehr verfälscht, dagegen stünde die Front auf als Zeuge, aber seine Deutung wird aufs falsche Gleis geschoben.“

    Ich hoffe, mein Punkt wird anhand der Zitate deutlich. Was sagst du dazu?

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    • Hätte sogar mit einer noch schlimmer eingefärbten zweiten Version gerechnet. Dein Punkt kommt auf jeden Fall zur Geltung. Wobei ich das heute bei Bloggern zwar nicht so stark sehe, aber ich habe das subjektive Gefühl, dass bei großen Zeitungen durchaus ihre politische Meinung in Filmkritiken zur Geltung kommt. Allerdings ohne Nachweise oder Statistik.

      Kann nur für mich sprechen, aber ich würde sehr gerne etwas darüber lesen, wenn du die Zeit dazu findest. Vor allen Dingen, ob so etwas auch in Filmbeispielen vorkommt, die nichts mit Krieg oder Politik zu tun haben, wäre interessant zu wissen.

      Danke auf jeden Fall für den ausführlichen Kommentar!

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      • Das ist wirklich ein interessanter Punkt. Ich kann mir vorstellen, dass solch unterschiedliche Rezensionen jedoch auch in anderen (Werte-)Bereichen vorkommen, wie etwa der Darstellung von Familie. Ausserdem wäre es interessant zu fragen, ob die Weimarer Republik einen Sonderfall darstellt. Danke für die Anregungen!

        Zur erwarteten stärkeren Einfärbung der zweiten Version möchte ich auf einen Blogbeitrag von mir verweisen. Im selben Jahr wie „Westfront 1918“ kam auch „All Quiet On The Western Front“ auf den deutschen Markt und im Zuge der ersten öffentlichen Aufführung kam es zu Randalen und Protestmärschen seitens Rechtsgesinnter unter der Federführung Goebbels‘ (damals 1930 Gauleiter in Berlin). Unterstützt wurde dies durch ein Hass- und Hetzkampagne in den rechten Blättern. Da ist also das drastischere Beispiel.

        https://iamjackskinoblog.wordpress.com/2016/11/24/weisse-maeuse-und-stinkbomben-im-kinosaal-im-westen-nichts-neues-als-politischer-und-gesellschaftlicher-skandal/

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        • Muss mir das mal in Ruhe anschauen und schreibe dann nochmal was dazu.
          Weißt du denn, ob es einen Kritikenkritiker gibt? Also jemanden, der (nur) Kritiken von anderen rezensiert? Dürfte zwar einen schweren Stand in der Szene haben, aber dort könnte man sich vermehrt solche Beispiele finden.

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          • So etwas ist mir auch nicht bekannt. Es ist aber schwer zu glaueb, dass sich eine einzige Person anmaßen würde über die gesamte Zunft zu richten. Da ist der „schwere Stand“ noch die freundlichste Formulierung. Allerdings gibt es etwas ähnliches in geschichtswissenschaftlicher Perspektive. Es handelt sich um einen Vortrag von Helmut Diederichs über die Historie deutscher Filmkritik (http://www.sozpaed.fh-dortmund.de/diederichs/texte/vortwien.htm).
            Um bei der Geschichtswissenschaft zu bleiben, die Quellenkritik fragt immer nach Intention und Tendenz des Autors. Wir fragen also nach Herkunft, Prägung, Erfahrung, Weltanschauung etc. des Autors, all das macht im Bereich der Filmkritik einen solchen Text gezwungenermaßen zu einer subjektiven Kritik.

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            • Naja, es maßen sich genug Leute an, über die ganze Filmszene zu richten. Ich wäre begeistert von solch Kühnheit.

              Diese wissenschaftliche Herangehensweise ist im Grunde das Gegenteil von den meisten Filmkritiken, die man im Netz findet. Mancherorts finden solche Gedanken noch einen geringen Anklang, aber es geht dann doch eher darum, ob man an dem Film Gefallen findet, als darum, was die Filmemacher ausdrücken wollten.
              Und weil selten beides gleichermaßen von einem Kritiker erreicht werden kann, finde ich es umso wichtiger, dass man ein breites Spektrum an Meinungen und unterschiedlichen Herangehensweisen an Kritiken finden kann.

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  5. Nun ja, „gut gemacht“ war vielleicht etwas vage ausgedrückt. Ich meinte das im Sinne von beeindruckend und originell, kein 08/15 Film nach Schema F, ein Film der etwas Neues zum Genre beiträgt. Das macht für mich auch einen guten Film aus. Im Übrigen gibt es sehr wohl objektive Kriterien. Film gibt es ja schon eine Weile, und da gibt es eine ganze Wissenschaft, die sich damit beschäfitgt. Das ISIS-Beispiel finde ich in diesem Zusammenhang etwas überzogen. Ich dachte, wir reden hier über fiktionales Kino.

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    • Ich meinte einen fiktionalen Film, aber da das Beispiel zu krass gewählt wurde und vom eigentlichen Thema abzulenken scheint, ziehe ich es gerne zurück. Ich würde mich über eine Nennung dieser objektiven Kriterien sehr freuen. Genau nach denen suche ich ja. Und wie oben zum Ausdruck gebracht, geht es mir um objektive Kriterien, die aussagen, ob ein Film gut, bzw. besser ist als ein anderer. Etwas, das meines Erachtens nach keine Disziplin in der Kunst-, Literatur- und Filmwissenschaft ist.

      Beim Thema 08/15 gebe ich dir insofern Recht, dass ich auch gerne Filme habe, die etwas „anders machen. Allerdings sehe ich auch das als subjektiv an, da jemand, der weniger Filme (bzw. ähnliche Filme nicht) gesehen hat, den Vergleich so nicht unterschreiben kann. Wer Perfect BLue nicht gesehen hat, der wird Black Swan vielleicht originell nennen, aber durch eine große Ähnlichkeit ist er es eher weniger. Allerdings könnte man hier durchaus einen objektiven Maßstab anlegen, wenn man davon ausgeht, dass ein neutraler Beobachter alle Filme kennt, die es gibt. Allerdings ist dann die Frage, was man mit Zitaten, Anspielungen, Hommagen und Parodien macht?
      Ich weiß nicht, ob man „andersartig“ direkt auf das adjektiv „gut“ übertragen kann.

      Oder nehmen wir erneut Birdman: Hitchcock hat die (mit den damaligen Mitteln) gleiche Herangehensweise bereits 1948 in seinem Film Cocktail für eine Leiche (OT: Rope) umgesetzt.

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  6. Das ist insofern nicht vergleichbar, als dass sie mehr Zugang zu den Sachen hat. Aber man könnte sich mal den Spaß machen und „Die Filmanalyse“ als Vergleich hinzuziehen oder sich die Reaktionen auf den Autor des zweiten Beitrags bei Twitter und bei Facebook ansehen. Und wenn die beiden erst gegeneinander loslegen… Es ist eben eine andere Streit- und Diskussionskultur. Die ist auch sachlich, aber wesentlich provokanter.

    Zu „gut“ und objektiv. Das liegt in der Natur der Sache, dass das subjektiv bleibt und diente nur dem Beispiel. Da müsstest du ganz klare Kriterien an Inhalt und Ausführung anlegen (Zahlen!) und das ist aberwitzig und wird hoffentlich nie passieren.

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  7. Als Problem würde ich das nicht bezeichnen. Kennst du Patrick Holzapfel? Wenn du mich nach einem „Vorbild“ fragen würdest… Nicht, dass ich so schreiben würde, aber ich finde seine Kritiken mit Abstand am besten und dafür gab es dieses Jahr auch ein Stipendium. Er schreibt fast durchgehend subjektiv und macht daraus eine eigene Kunstform. Manchmal bin ich soweit weg, wenn ich seine Beiträge lese. Das ist für mich auch Kritik. Dabei sagt sie mehr über den Autor aus, als über den Film.

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  8. Eine sehr interessante Frage, die ich mir so noch nicht gestellt habe, denn für mich waren Kritiken schon immer subjektiv (und, um dir zuzustimmen, sollten es auch sein).
    Es gibt selbstverständlich Dinge, die objektiv zu bewerten sind; und alle Kriterien zu erfassen und demnach zu beurteilen macht deren Kritiken aus (griech. Kunst der Beurteilung).
    Was ist jedoch mit der Beurteilung der Kunst? Man stimmt wohl zu, dass z.B. Literatur, Malerei und Musik nicht objektiv zu bewerten sind. Filme gehören meiner Meinung nach in diese Kategorie der Bereiche, die keine eindeutigen Beurteilungskriterien aufweisen und deren Bewertung dem subjektiven Geschmack „ausgeliefert“ ist. Die vermeintlich objektiven Merkmale eines Films hast du ja oben ausführlich besprochen, und ich sehe die Möglichkeiten damit abgedeckt.

    Das Beispiel mit Herr der Ringe, das schon aufkam, finde ich interessant. Ich denke, man sollte gar nicht erst versuchen, die eigene Meinung erst gar nicht von der Kritik an sich trennen und hat es auch nicht nötig, solange man seine Argumente begründen kann. Aussagen wie „Ich bin kein Fantasyfan, aber Herr der Ringe ist eigentlich gut“ verlieren nämlich an Bedeutung, sobald man beginnt, Belege zu liefern. Denn die basieren auf Kriterien, die man ja, wie schon diskutiert, nicht objektiv bewerten kann. „Gut“ ist nicht pauschal definiert, wenn es um Kunst geht.

    Anderer Punkt: Objektivität wird in dieser ganzen Sache von ihren Verfechtern überbewertet.
    Subjektivität wird hier teilweise beurteilt, als wäre es etwas Verwerfliches, und als wären Kritiker intolerant und allen anderen Auffassungen gegenüber verschlossen. Filmkritiker wie du sind lobenswerterweise zu vernünftigen Diskussionen bereit und stehen diesem Klischee demonstrativ entgegen.
    Wieso brauchen wir Plädoyers für objektive Filmkritiken? Absichtlich subjektive Bewertungen sind viel interessanter zu lesen und fordern viel mehr heraus. Anstatt krampfhaft zu versuchen, zumindest ein der Mehrheitsmeinung entsprechendes Bild eines Filmes abzuliefern, könnte man sich mehr mit der eigenen Meinung beschäftigen und hinterfragen, warum man bestimmte Dinge so und nicht anders aufgefasst hat. Das regt zudem auch die Leser an, das Gleiche zu tun.

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    • Danke für deinen Kommentar und deine Zustimmung (wobei mir eine gegenteilige Meinung tatsächlich lieber wäre).

      „„Ich bin kein Fantasyfan, aber Herr der Ringe ist eigentlich gut“ verlieren nämlich an Bedeutung, sobald man beginnt, Belege zu liefern. Denn die basieren auf Kriterien, die man ja, wie schon diskutiert, nicht objektiv bewerten kann. „Gut“ ist nicht pauschal definiert, wenn es um Kunst geht.“
      Und trotzdem habe ich das bei der ein oder anderen Kritik sicher auch schon geschrieben.

      „Wieso brauchen wir Plädoyers für objektive Filmkritiken? Absichtlich subjektive Bewertungen sind viel interessanter zu lesen und fordern viel mehr heraus. Anstatt krampfhaft zu versuchen, zumindest ein der Mehrheitsmeinung entsprechendes Bild eines Filmes abzuliefern, könnte man sich mehr mit der eigenen Meinung beschäftigen und hinterfragen, warum man bestimmte Dinge so und nicht anders aufgefasst hat. Das regt zudem auch die Leser an, das Gleiche zu tun.“

      Punkt.

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