November – Filmkritik

Eine Filmkritik zum Mysterythriller November mit Courteney Cox in einer Geschichte mit drei verschiedenen Varianten.

Von Bernd Zentner gewünscht | Film auf DVD gesehen
Alles über- und direkt zum Fazit springen

Beim Psychiater

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© Sunfilm Entertainment

„Ich kann meiner Erinnerung nicht mehr trauen. Wer sagt mir, dass ich alles genau so erlebt habe, wie ich es mir vorstelle? All die Lügen, die ich mein ganzes Leben lang erzählt habe, bohren sich in meinen Verstand und scheinen die Kontrolle zu übernehmen. Ich sehe meinen Ex-Mann von mir weglaufen, aber der Grund dafür verschwimmt. Ist es meine Affäre, wie von ihm behauptet? Ist es die Besessenheit auf seine Arbeit, wie ich es ihm vorgeworfen habe? Oder ist es, weil ich wir keine Kinder bekommen konnten, wie ich es letzte Woche geträumt habe? Das Vertrauen zu mir selbst ist weg und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Meine ganze Vergangenheit scheinbar eine Erfindung meiner Gegenwart. Bitte, Sie müssen mir helfen!“

„Das menschliche Gehirn ist komplex und mitunter kompliziert, aber es weiß stets am besten, was für unseren Charakter das Richtige ist. Glauben Sie mir, Sie werden glücklicher, wenn Sie die Überschreibung Ihrer Erinnerungen zulassen. Stellen Sie sich vor, Sie hätten ihr einziges Kind getötet. Wollten Sie diese Schuld Ihr Leben lang auf sich laden?“

„Nein, natürlich nicht.“

„Dann seien Sie ihrem Gehirn dankbar für diese Fähigkeit.“

Darum geht es

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© Sunfilm Entertainment

Courteney Cox erlebt den schlimmsten Tag ihre Lebens. Zu ihrem Pech nicht nur ein-, sondern gleich dreimal. Ihr Verstand klammert sich an kleine Reste ihrer Erinnerung, doch was wirklich geschehen ist, bleibt zunächst verschleiert. Es bleibt die Frage, ob sie die Wahrheit je ergründen kann und wenn ja, ob sie diese nicht lieber in der Vergessenheit ruhen gelassen hätte.

Kritik

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© Sunfilm Entertainment

Grundsätzlich finde ich die Idee, dass eine Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird, goldrichtig. Ein Grund, wieso ich Episode 6 aus Staffel 4 der Serie Prinz von Bel Air so gern habe. Dort wird eine Pool-Party in zwei grundverschiedenen Ansätzen visualisiert und ruft so Komik hervor.
November variiert seine drei Versionen optisch durch verschiedene Filter (siehe Bilder), bietet inhaltliche Unterschiede aber nur in Nuancen und verliert durch seine Handy-Kamera-Optik, in der die Schauspieler trotz einfacher Dialoge überfordert scheinen, recht schnell an Reiz. Letztlich geht es nur um die (in meinen Augen gelungene) Auflösung und weniger um den Weg dorthin. So wirkt vieles belanglos und fordert bis auf das Ende auch keine Interpretation des Geschehens. Wenige gelungene Thriller-Momente können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die grundsätzlich interessante Idee spannungsarm und optisch nicht ansprechend umgesetzt wurde. Zudem nimmt das DVD-Cover durch seine Ähnlichkeit zu einem anderen Film das eigentlich überraschende Ende bereits vorweg. Muss dasselbe Marketing-Team wie hinter dem Trailer von Terminator: Genisys gewesen sein.

Fazit

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© Sunfilm Entertainment

Film-Empfehlungen sind immer so eine Sache. Irgendwie fühlt man sich verpflichtet, den Film gut zu finden, aber allein durch die hohen Erwartungen wird dies stark erschwert. Ich hätte November wirklich gerne gemocht, da ich weitere Filme mit der Grundidee sehen möchte, aber für eine Empfehlung fand ich ihn viel zu langweilig. Zudem setzt sich der ganze Film im Prinzip aus zwei der unten genannten Alternativen zusammen, die aber beide um einiges mehr an Unterhaltungswert bieten. Es bleiben Charaktere, deren Schicksal mir persönlich völlig egal war.
Wer alle genannten negativen Aspekte für sich verschmerzen und einem unterdurchschnittlich gemachten Film alles verzeihen kann, wenn ihn nur das Ende fasziniert, der möge sein Glück versuchen. Für mich wäre ohne die Empfehlung und das Wissen, dass noch ein Kniff kommt, nach 20 Minuten bereits Schluss gewesen. Mehr Budget hätte dem Film zur Umsetzung seiner Ideen gut getan.
PS: die Einleitung verrät nichts über November.

Alternativen: Jacob’s Ladder, Lola rennt und Stay

Remember, remember…
 
 

Bewertung auf Filmportalen (Stand: 11.12.2016)

Portal
Bewertung
Stimmen
IMDb
5,5 / 10
2.810
moviepilot
4,4 / 10
47
Filmstarts-User
Keine Bewertung
Film nicht zu finden

Was schreiben die Drei von der Tankstelle über November?

Der Film Noir (lässt einen kalt) | Filmzine (eher unbefriedigend) | jump-cut (=Filmanalyse für danach)

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