Mein filmischer Vorsatz 2017

Das neue Jahr beginnt und man nimmt sich erneut die Sachen vor, deren Umsetzung man bereits letztes Jahr nicht geschafft hat. Warum nicht stattdessen mehr saufen, weniger Sport und sich nicht selbst belügen? Ich nehme mich dieser Herausforderung an, tausche aber den letzten der drei Punkte durch das heutige Thema:

2017 keinen Trailer anschauen und keine Rezensionen im Vorhinein lesen

Warum das Ganze?

Man beraubt sich selbst seiner Jungfräulichkeit und schürt Erwartungen, die der Film nicht nur in der Regel nicht halten kann. Ich habe bereits 2015 zumindest beim Film Star Wars Episode VII auf jeden Trailer verzichtet und das war eine goldrichtige Entscheidung, da ich so erst im fertigen Film in den Genuss des Millennium Falken, der neuen Stormtrooper – das stimmt natürlich nicht. Man wird jeden Tag im Internet mit Informationen, Nachrichten und Bildern bombardiert, dass es einem nahezu unmöglich fällt, unbedarft ins Kino zu gehen. Deswegen versuche ich im Wege dieses Experiments auch Imageboards, Blogs, Podcasts, etc. nur noch nach einem Kinobesuch zu durchstöbern. bzw. heikle Themen ganz zu überspringen. Leider gilt dies auch für mein Lieblings-Kinomagazin auf Youtube: Kino+.
Es geht mir darum, einen Film wie zu jenen Zeiten empfinden zu können, als einem nur der Gang ins Kino blieb und man die mühsam angesparten 20 Pfennig auf gut Glück aus der Leinwand geschmissen – auch das stimmt so nicht. Bereits damals gab es natürlich Vorfilme und Trailer, sowie Kritiken in Zeitungen zu lesen.

Warum also wirklich?

Ich bin gleichzeitig satt und überdrüssig geworden. In jedem Komödien-Trailer sieht man die besten Gags und kann sich dann im Film nicht mehr großartig darüber freuen. Bei Rogue One wusste man bereits, dass Darth Vader auftaucht und bei Episode VII, dass der Millennium Falke wieder fliegen würde. Bei Terminator Genisys wurde der Twist verraten und auch bei dem morgen erscheinenden Passengers habe ich die Befürchtung, den ganzen Film im Vorfeld schon zu kennen. Darauf habe ich absolut keine Lust mehr. Ich will überrascht werden und die Spannung genießen, nicht zu wissen, wie es weitergeht. Mir Sorgen um die Charaktere machen und optische Leckerbissen im Endprodukt zum ersten Mal mit aufgerissenen Augen wahrnehmen dürfen.
Bei Kritiken ist es was anderes. Die verraten mir nicht zu viel, aber geben einen zu eindeutigen Einschlag in eine bestimmte Richtung (positiv oder negativ). Ich will von der Qualität eines Filmes übermannt werden, ohne zuvor davon geahnt zu haben. Will keine Enttäuschung mehr spüren, weil der Rezensent zu Recht auf die Idee kam, Assassin’s Creed zu loben. Und will auch nicht in die existierende Gefahr geraten, einen Film nur deshalb besser zu finden, weil an ihm bereits der Beifall von so vielen anderen vor mir klebt. Kurzum möchte ich keine vorgefertigte Meinung mein Eigen nennen.

Heißt das, Kritiken und diese Seite werden unnötig?

Das gilt es herauszufinden. Dies ist ein Experiment, das auf ein Jahr ausgelegt ist und am Ende mit einem großen Fazit abgeschlossen wird. Was natürlich bedeutet, dass auch diese Seite in irgendeiner Form in einem Jahr noch existieren sollte.
Da ich mir seit dem Start dieser Seite mehr Filme anschaue als je zuvor, brauche ich nicht mehr zwingend Kritiken, um im Vorfeld den für mich am besten geeigneten Film herauszufinden. Aus einer Auswahl von zwei oder drei Filmen schaue ich mir meistens eh alle an.
Jedenfalls bin ich gespannt, was ich nach dem Jahr auf die Frage antworten werde. Noch weiß ich es nicht.

Wie wählst du dann Filme aus?

So richtig ins Rollen kommt dieser Vorsatz erst gegen März, da ich von einigen Filmen bereits 2016 Trailer oder ihren Namen in Top10-Listen von Amerikanern, Journalisten und Festival-Besuchern gesehen habe. Wenn ich aber (so gut wie) gar kein Filmmaterial gesehen habe, dann orientiere ich mich einfach danach, was in den (jetzt nur noch) zwei Kinos in Konstanz gezeigt wird und lese mir in zwei Sätzen durch, um was sich der Plot dreht. Dazu sehe ich zwangsläufig das Poster. Bei einigen Filmen wird das hinhauen. Nimmt man aber die ganzen Superheldenfilme, Fortsetzungen, Romanverfilmungen, etc. dann komme ich dank fehlendem Alzheimer und der Angst vor einer Lobotomie nicht umhin, meine Vorkenntnisse mit in den Film zu nehmen.
Zusätzlich werde ich versuchen, häufiger in die Sneak Preview zu gehen, da ich von mir weiß, dass ich solche Filme wie Bob, der Streuner im richtigen Kinoleben nie anschauen würde. Vielleicht werde ich so eines besseren belehrt. Wer weiß.
Für den privaten Genuss werde ich mir nach wie vor wöchentlich ansehen, welche Filme auf DVD & Video-on-Demand erscheinen, dort aber ebenfalls nichts groß darüber nachlesen.

Aber entgehen dir so nicht irgendwelche Kracher?

Die kann ich auch 2018 noch nachholen.

Was versprichst du dir davon?

Wieder mehr Spaß im Kino zu haben. Man könnte zwar argumentieren, dass es besser wäre, erst gar nicht so viele Filme anzuschauen und noch besser, erst gar nicht darüber zu schreiben, aber eins nach dem anderen. Im Leben weiß man nicht, was als nächstes kommt, und dieses Konzept funktioniert erfolgreich seit mehreren Jahrtausenden. Glaubte man ungläubigen Wissenschaftlern, dann sogar ein bisschen länger.

Was, wenn du merkst, es gefällt dir nicht?

Dann ziehe ich es trotzdem durch. Ohne ihre geliebten Zigaretten und Schockwerbung-Memory fühlen sich die wenigsten Vorsätzler wohl, aber ist es nicht der Sinn eines Vorsatzes, es allen Widrigkeiten zum Trotze umzusetzen?
Außerdem haben mich die Meinungen zur jüngsten Sherlock-Folge sehr in meinem Beschluss bestärkt.

Und die Vorwerbung im Kino?

Ich gehe erst nach der Eispause hinein, oder bastel mir was Schönes, um davor nichts zu sehen und nichts zu hören.

Was bedeutet das für diese Seite?

Lasst euch überraschen. Aber keine Sorge, ich werde bei Interesse auch weiterhin die Beiträge anderslautender Meinungen verlinken, da mein Vorsatz für einen Film nicht mehr gilt, sobald ich ihn gesehen / die Kritik fertig geschrieben habe.

Vorsatz hin oder her, diese Seite untersteht so oder so einem steten Wandel, denn wir wissen ja: Stehenbleiben ist Rückschritt auf der Rolltreppe des Lebens.
„Nicht, wenn man sich umdreht…“

…nach oben…

Advertisements

9 Gedanken zu “Mein filmischer Vorsatz 2017

    • Dann renne ich schreiend davon, bevor er seinen Satz vervollständigen kann.

      Da ich in meinem Bekanntenkreis eher derjenige bin, der Filmtipps gibt anstatt sie zu bekommen, dürfte mir das dort hoffentlich leichter fallen als im Netz. Und wenn, dann handelt es sich meist um ältere Filme und nicht um die neuesten Produktionen. Aber mal sehen. Nicht, dass das hier einer liest und mich absichtlich informiert 😉
      Ich habe es gestern bereits beim Fernsehen gemerkt, dass es verdammt schwierig wird. Nichtsahnend komme ich vom Klo, als Werbung läuft, und sehe einen Millisekunden-Ausschnitt von La La Land. Also streng genommen bin ich schon gescheitert ^^

      Gefällt mir

  1. Ich bin gespannt wie das für dich läuft. Ich hatte ja neulich schon mal erwähnt, dass ich mich mit dem Lesen von Filmkritiken VOR der Kinosichtung sehr zurückhalte. Aber so extrem wie du würde ich das wohl nicht schaffen und machen wollen 😉
    „Bob der Streuner“ ist übrigens mittelgut. Muhahahahahahaha 😉

    Gefällt 1 Person

Beginne eine Diskussion oder steig mit ein

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s