Rings – Filmkritik

Filmkritik zu Rings, dem dritten Teil der amerikanischen Horrorfilm-Reihe rund um Ring und Ring 2

Kritik zum Kinostart am 02.02.2017
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Einleitung

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© Paramount Pictures

Rings ist der mittlerweile dritte Teil der amerikanischen Verfilmung des japanischen Horrorfilms Ringu, der ebenfalls zwei weitere Teile nach sich zog, und seinerseits auf einer Buchtrilogie basiert. Interessant ist, dass weder die Romanvorlage, noch die japanische Trilogie oder die amerikanische Verfilmungen sich die gleiche Story teilen. Alle gehen ab dem zweiten Teil unterschiedliche Wege. Besonders abgefahren ist die Papierform, die völlig abdreht und am Ende teilweise an Matrix erinnert. Der japanische dritte Teil erzählt hingegen die Vorgeschichte von Samara (bzw. Sadako), dem Mädchen im Brunnen. Unser heutiges Rezensionsexemplar spielt zeitlich nach dem zweiten US-Teil und greift die Geschichte eines Kurzfilms auf, der zwischen Teil 1 und 2 liegt.

Handlung

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© Paramount Pictures

Wir erinnern uns, dass ein Videoband existiert, nach dessen Sehgenuss man sieben Tag Zeit hat, bis einen der Geist / die Seele o.ä. von Samara umbringt. Der Fluch konnte in der amerikanischen Verfilmung dadurch umgangen werden, dass der kurze Film kopiert und jemand anderem gezeigt wird. Insofern gab man den bevorstehenden Tod an den Nächstbesten weiter. Schneeballsysteme funktionieren einfach und zielführend.
Mittlerweile ist ein solcher Hype um das Video entstanden, dass sich Gruppierungen gefunden haben, denen es genau darum geht, sich selbst das Video anzusehen und dann im letzten Moment an einen Nachfolger weiterzugeben. Der Freund der Hauptdarstellerin hat sich in eine derartige Gemeinschaft verirrt, doch nach einem Zwischenfall will niemand seine Nachfolge übernehmen. Seine Freundin begeht einen folgenschweren Fehler…

Kritik

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© Paramount Pictures

Ring stand für psychologischen Horror ähnlich Shining und verzichtete großflächig auf Schockmomente. Ring 2 kehrte das Bild ins Gegenteil und führte das interessante Ende von Ring auf eine unbefriedigende Weise fort. Rings gelingt leider keine Rückkehr zu den Stärken des ersten Teils und zieht seinen Horrorfaktor besonders aus zwei Dingen: Durchgehend bedrohliche Filmmusik (und mit durchgehend meine ich auch durchgehend) sowie Schockeffekte, von denen ich so gar kein Fan bin, denn es braucht nicht viel um jemanden zu erschrecken: ein schneller Schnitt und der Ton wird Schrill, voilà.
Es gehört viel mehr dazu, Sapnnung aufzubauen und das gelingt Rings nur teilweise durch die Klänge im Hintergrund. Die drei grundverschiedenen Geschichten, eine CGI-Samara und das leicht lächerliche (Vor-)Ende helfen hingegen nicht.
Rings ist ein Film, bei dem ich sofort nachgesehen habe, wie viele Drehbuchautoren beteiligt waren (3), denn er lässt sich in drei verschiedene Teile einsortieren: der erste erinnert thematisch an It Follows und kümmert sich um die oben genannten Gruppierungen, was leidlich interessant ist. Der zweite Teil erzählt die Fortsetzung der eigentlichen Ring-Geschichte und besticht hier und da sogar durch visuellen Horror, der aber stets spannungsarm aufgelöst wird. Als drittes und letztes wird Samara auch ihres letzten Mythos‘ beraubt und wir müssen einem weltlichen Horror beiwohnen, der so gar nicht zu Ring passt und wie ein Fremdkörper wirkt. Zusätzlich negativ wirken sich die monotonen Synchronstimmen der beiden Hauptdarsteller aus.

Positiv überrascht war ich hingegen von dem Umstand, dass Rings ganze zwei Stunden ging, was mir im Kino gar nicht so lang vorkam, da er durch die verschiedenen Geschichten zumindest immer etwas zu erzählen hatte. Zwar nichts von Belang oder mit Nachhaltigkeit, aber Langeweile kam keine auf. Leider gilt das auch für den angestrebten Horror, den man im gleichen Maße dadurch erreichen könnte, dass man sich nur die Geräusche-Tonspur anhört. Vielleicht funktioniert er dann sogar besser, weil man die letzte halbe Stunde nicht mit ansehen muss, die bis auf die allerletzte Szene so gar nicht zur Horrorreihe passt.

Fazit

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© Paramount Pictures

Ich bin zwar nicht die richtige Zielgruppe für übersinnlichen Horror, konnte mich damals bei Ring aber trotzdem fürchten, da sich erst nach und nach ergab, was eigentlich für die Tode verantwortlich ist und kreativ mit audiovisuellen Mitteln gearbeitet wurde. Jetzt sind es also wieder kurze Schocker. Nichts, was der Geschichte hinzugefügt wird, führt zu mehr Angst vor Samara. Ganz im Gegenteil.
Ich bin froh, dass sie nicht den dritten Teil der Romanreihe verfilmt haben, aber Rings hätte es genauso wenig gebraucht. Gelangweilt wurde ich nicht, aber von guter Unterhaltung für einen Horrorfilm kann auch keine Rede sein. Immerhin hat er nichts gezeigt, was ihn komplett unschaubar macht. Aber sobald man das als Kriterium herauskramen muss, ist eh vorbei.

 

Für Fans von: Ring 2, Paranormal Activity: Die Gezeichneten und generell Filmen mit Schock statt Spannung

Statt alternativen Filmen möchte ich euch heute eine interessante Webseite zeigen, die Jumpscares (das, was ich als Schockmomente bezeichne) bei Filmen zählt und auflistet. Dort kann man direkt danach sortieren, was man lieber sehen möchte: http://wheresthejump.com/

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Bewertung zu Rings auf Filmportalen (Stand: 03.02.2017)

Portal
Bewertung
Stimmen
IMDb
5,2 / 10
709
moviepilot
3,1 / 10
13
Filmstarts-User
3,1 / 5
9

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13 Gedanken zu “Rings – Filmkritik

  1. Den wollte ich mir heute anschauen, war dann aber leider zu müde. Vielleicht ergibt sich die Chance ja noch mal. Den ersten Teil fand ich ganz gut . Ebenso das japanische Original. Allerdings hab ich nach Sichtung des Trailers befürchtet, dass es nichts wirklich Neues gibt. Außer vielleicht dass Samara jetzt Facebook hat und ihre Freunde nervt

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    • Er passt sich schon dem Zeitgeschehen an, und er macht ein paar Sachen anders als das Original. Ob dir das ausreicht, um als „Neues“ zu gelten, weiß ich nicht, da wir die Neuerungen vergleichbar bereits in anderen Filmen der letzten Jahre gesehen haben.

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      • Als im Trailer die Frau dieses Haare (oder wie im Remake das Kabel) hoch würgt, dachte ich schon: „Moment mal, das kenne ich doch schon.“ Auf der anderen Seite, warum sollte sich Samara die Mühe machen und sich für jedes Opfer etwas Neues ekliges oder gruseliges ausdenken 😉

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          • Ja sieht man. Ich halte mich ja was Trailer angeht mittlerweile auch sehr zurück. Aber ich war vorgestern in Split und da lief der Trailer zu „Rings“. Übrigens auch der zu „The girl with all the gifts“, der vermutlich die halbe Story erzählt :/

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            • Ich bin so überrascht, weil die Szene hmm… eher gegen Ende kommt, um das mal so zu sagen…

              Siehst mal, ich weiß noch nichtmal, was das für ein Film ist, von der verzogenen Göre, die so viel zu Weihnachten bekommt. Bisher bin ich echt zufrieden mit meinem Vorsatz. Es lebt sich entspannter.

              Wie fandest Split denn jetzt?

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              • Mehr so mittelgut 😀
                Vielleicht schreibe ich am Wochenende ein paar kurze Zeilen dazu. Aber insgesamt war ich etwas enttäuscht wie wenig Wendungen der Film hatte. Vielleicht hatte ich von Shaymalan da auch einfach zu viel erwartet. Ach, und die drei Mädels fand ich alle furchtbar! Und dass sie im Laufe des Films immer weniger anhaben mussten fand ich auch albern. Ich hab mich auch an ein paar Logikpunkten gestört. Das grundlegende Thema um das behandelte Phänomen und die grundsätzliche Frage wozu das menschliche Hirn in der Lage ist, fand ich hinegegen sehr spannend.

                Verstößt es gegen deinen Vorsatz, wenn ich dir verrate worum es in „The girl with all the gifts“ wahrscheinlich geht? Ich habe den Film noch nicht gesehen und weiß also auch nicht viel mehr.

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                • Also das mit dem weniger anhaben fand ich gar nicht so furchtbar, muss ich gestehen 😉
                  Fand’s cool, dass sie McAvoy genommen haben, denn die Grundthematik hat viel mit X-Men gemeinsam.

                  Wenn du es einfach in einen Kommentar schreibst, kann ich mich ja nicht dagegen wehren ^^ Ich lese mir vor dem Kinobesuch schon eine kurze Beschreibung durch und ich habe das Gefühl, dass er hier eh nicht gezeigt wird, da die nichtmal den neuen Affleck zeigen.
                  Wird Zeit, umzuziehen. Ist der Plot denn interessant?

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                  • Als die Frau am Diner am Schluss sagt: „Wie dieser Typ im Rollstuhl, den sie vor einigen Jahren eingesperrt haben. Wie hieß er noch?“ Hätte ich fast gerufen „Charles X Xavier“ 😀 😀 😀 Aber ja das stimmt. Die Verbindung zu den X-Men ist durchaus da.

                    Ich finde den angekündigten Plot zu „The Girl with all the gifts“ sehr spannend. So wie ich es verstanden habe geht es um eine Art Zombies. Eine Hand voll Kinder scheint immun gegen das Virus zu sein und sind damit die letzte Hoffnung der Mesnchheit. Nur wollen die Kinder das nicht sein und liebe rihre Ruhr haben. Oder was in der Art 😀

                    Gefällt 1 Person

                  • Hehe, das wäre mal ein lustiger Reinruf gewesen. Davon gibt es heutuztage nicht mehr viele ^^

                    Okay, also haben sie quasi Das Videospiel The Last of Us mit mehreren Kindern genommen. So hört es sich an. Klingt nicht übel.

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                  • 🙂 Sehr gerne. Nur rückst du uns in ein sehr fragwürdiges Licht, wenn du solche Sachen hier ohne Zusammenhang in die Kommentare schreibst 😀
                    Wenn einer das hier liest, könnte das missverstanden werden.

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