John Wick: Kapitel 2 – Filmkritik

Filmkritik zum Actionfilm John Wick: Kapitel 2 mit Keanu Reeves

Kritik zum Kinostart am 16.02.2017 | Fortsetzung von John Wick
Alles über- und direkt zum Fazit springen

Die drei Filmkritiken-Paradoxa:

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© Concorde Filmverleih

(1) Obwohl ich Filmkritiken schreibe, um euch zu sagen, ob ihr wie ich euer Geld für den Film im Kino lassen solltet, ist diese Seite am Ende nichts anderes, als ein verlängerter Arm der Werbeindustrie von Filmverleihern. Mit jeder Nennung eines Filmes – ob positiv oder negativ – bleibt das betreffende Werk im Gespräch und zieht vielleicht Zuschauer an, die ihn ansonsten gar nicht im Auge gehabt hätten. Zudem sorgt jede Seite, die einen Film bespricht, dafür, dass der Streifen bei einer Google-Suche höher in den Ergebnissen rutscht.

(2) Obwohl ich mir selbst keine Kritiken vor dem Filmgenuss mehr durchlese, und bereits nach zwei Monaten sagen kann, dass ich das jedem hier stark empfehle, schreibe ich selbst weiterhin Filmkritiken, in der hoffnungsvollen Erwartungshaltung, dass sie zumindest von einer Person gelesen werden.

(3) Obwohl sich diese Seite bereits vom Namen her um Filmkritiken dreht und auch in der heutigen Überschrift dieser Begriff fällt, beginnt die Einleitung mit einem Meta-Thema, anstatt sich um John Wick 2 zu kümmern. Und trotzdem wird sich das die letzten 19 Wochen nicht ändern. Jetzt habe ich zwar die Überleitung zum heutigen Film endlich geschafft, aber das hätten wir auch schneller, amüsanter und zielführender haben können. Hättet ihr mal oben auf den Link geklickt, der euch direkt zum Fazit führt.

Noch nicht das Fazit: Handlung

John Wick hat noch eine Schuld zu begleichen und muss aus dem Ruhestand zurückkehren. Nach der Ausführung seines vermeintlich allerletzten Auftrages, sieht er sich aber einem auf ihn angesetzten Kopfgeld ausgesetzt. Oder kurz gesagt: Keanu Reeves schießt eine Ladung Blei in die Gesichter und Ärsche zahlreicher Gegenspieler.

Noch nicht das Fazit: Kritik

Oh, sagen Sie mal, ist das rote Farbe auf weißer Leinwand von…
– Nein, gnä‘ Frau, hier hat John Wick vier Mafiosi erschossen.
Ein echter John Wick? Wie viel wollen Sie dafür haben?

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© Concorde Filmverleih

Der Film beginnt mit seiner stärksten Szene: Unzählige Lakaien bekommen die Faust von John Wick zu spüren und es gibt einen modernen Gladiatorenkampf Auto gegen Auto zu bestaunen. Alles so, wie ich es gerne habe, nicht zu schnell geschnitten und schön übersichtlich gehalten. Danach folgen eher langatmige Dialogszenen, die nicht allzu aufregend geschrieben wurden. Die lange Dauer bis zur nächsten Actionszene, die in einer viel zu dunklen Umgebung stattfindet, schafft nur in der Waffenauswahl eine amüsante Unterbrechung. Aber ihr wollt den Film sicher nicht nacherzählt bekommen, sondern in wenigen Stichworten hören, was euch erwartet und ob ihr euch darauf freuen könnt.

Die erste Hälfte begnügt sich mit den beiden angesprochenen Szenen, sobald aber das Kopfgeld hinzukommt, nimmt John Wick 2 so richtig Fahrt auf und wir stolpern von einer Kampfszene in die nächste. Das unterhält und lässt keine Langeweile aufkommen. Zwischendurch lernen wir mehr über die geheime Organisation kennen, in der sich John Wick befindet. Dankbarerweise wie im ersten Teil aber nur bruchstückhaft, so dass vieles im Hintergrund bleibt und man sich selbst Gedanken machen kann. So man das überhaupt will, denn der Film lebt allein von den Actionsequenzen. Allerdings fügen die dem ersten Teil nicht so viel hinzu, wie man sich das gewünscht hätte. Meistens werden stylische Bewegungen mit Kopfschüssen verbunden und rote Soße spritzt aus den Austrittslöchern. Das aber alles übersichtlich ohne großes Schnittgewitter. Nur eben auch ohne große Neuerungen. Selbst bei einer Schießerei in einem Spiegelkabinett schaffen die Macher es nicht, der Formel neue Variablen hinzuzufügen. Und trotzdem geht die Rechnung für diejenigen auf, die wie ich einfach nur sehen wollen, wie Keanue Reeves für blutige Ärsche sorgt. Denn genau das zeigt der Film.

Neben der Unoriginalität im Vergleich zum ersten Teil fällt auf, dass die Sounddesigner bei Schlägen einen besseren Job hätten machen können, sofern die Menschen in dieser Welt nicht aus Walnüssen bestehen. Außerdem ist es eine kleine Frechheit, dass das ganze Ende nur als Aufmacher für einen dritten Teil dient, der – so viel sei verraten – noch mehr an Krach-Bumm-Action und noch weniger an eh störender Story verspricht. Denn das ist das Gute an John Wick, hier gibt es weder eine aufgesetzte, unterschwellige Liebesgeschichte, noch einen nervigen Sidekick, auf den die Hauptfigur aufpassen muss. Ja, Jack Reacher 2, ich rede mit dir!

Das Fazit – endlich

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© Concorde Filmverleih

Und was soll ich sagen, die Macher haben erreicht, was sie wollten: ich hätte gerne nochmal zwei Stunden im Kino gesessen, um direkt Kapitel 3 sehen zu können. Trotz manch lustiger Dialoge und Szenen, bei denen ich nicht weiß, ob sie ernsthaft-trashig oder gewollt-ironisch sein sollen, und den nicht sehr abwechslungsreichen Waffenkämpfen, wurde ich gut unterhalten. Allerdings habe ich auch nicht viel mehr erwartet als das, was ich bekommen habe. Früher habe ich solche Filme in der Videothek ausgeliehen.
Für den dritten Teil dürfen sie gerne mehr Abwechslung in die Kämpfe bringen, wie sie es bereits im Prolog probiert haben und dann werde ich sicherlich auch diesen wieder für Actionfans empfehlen, die sich ungern von Story und Charakterentwicklung ablenken lassen.

Das war er also, mein Film der Woche, und dabei habe ich noch einen gesehen, über den es am Sonntag mehr zu lesen gibt. Oder ihr schaut einfach an, worauf ihr Lust habt.

…nach oben…


Bewertung auf Filmportalen (Stand: 17.02.2017)

Portal
Bewertung
Stimmen
IMDb
8,4 / 10
26.150
moviepilot
7,5 / 10
128
Filmstarts-User
3,5 / 5
19

…nach oben…

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7 Gedanken zu “John Wick: Kapitel 2 – Filmkritik

  1. Den werde ich mir auf jeden Fall irgendwann anschauen. Den ersten teil fand ich ok, aber jetzt nicht wirklich gut. Deshalb sicher kein Kinobesuch. 🙂
    Mal wieder zum Thema Filmkritik: Ich habe für mich festgestellt, dass mir das Schreiben von Filmkritiken irgendwie keinen Spaß mehr macht. Ich wollte zu meinen letzten beiden Kinosichtungen eigentlich was schreiben und wusste inhaltlich auch schon was. Aber irgendwie hatte ich überhaupt keine Lust darauf 😦

    Gefällt 1 Person

  2. Sehr interessant aber ich denke daran liegt es bei mir nicht. Ich schaue auch seit ich den Blog habe nur was ich interessant finde und schreibe nur, wenn ich Lust dazu habe.

    Ich glaube bei mir ist es eher eine generelle Sinnfrage. Wieso überhaupt eine Filmkritik? Eigentlich ist es mir (mittlerweile) vollkommen egal, ob der geneigte Leser sich den Film anschauen wird oder nicht. Das macht das Filmerlebnis für mich nicht besser oder schlechter.

    Viel mehr Spaß macht es mir mit Gleichgesinnten über Filme zu sprechen und zu diskutieren und dabei evtl. meinen Horizont zu erweitern oder meine Sicht auf einen Film o.ä. zu verändern. Ich habe gemerkt, dass z.T. bei scheinbar banalen Beiträgen wie z.B meinem Mixtape mehr Austausch bei rumkommt als bei den Filmkritiken.

    Die beschriebene Unlust bezieht sich also in der Tat nur auf das Format Filmkritik. Der Beitrag zu den beiden „Ring“ Versionen hat mir z.B. riesig Spaß gemacht und ich war vorher selbst gespannt was dabei raus kommen wird. Der Austausch mit Andreas war wirklich cool.

    Ich denke ich ignoriere das Tief einfach und schreibe einfach darum herum. Filmtipps, Remake Battles, Mixtape, Filme die älter sind als ich… genug andere schöne Kategorien gibt es ja 😉

    Gefällt 1 Person

    • Das musst du deine Eltern fragen. Aber wenn du jetzt anfängst, selbst für Nachwuchs zu sorgen und nicht erst in vier Monaten, kann sich dein Jungspund nicht über sowas beschweren.

      Oder du schmuggelst dich einfach ins Kino rein… nicht, dass ich dir das hier empfohlen hätte…

      Gefällt 1 Person

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