Logan – Filmkritik

Filmkritik zu Logan, einem Familiendrama mit Roadmovie-Elementen und brutalen Szenen über einen alten Superhelden namens Wolverine

Kurze Meinung zu Logan – The Wolverine (Gesehen im Kino am 02.03.2017)
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Einleitung

Logan ist ein guter Film und ein sehr guter Superheldenfilm. Man hat Spaß, man ist traurig, man wird überrascht und der Charakter Wolverine bekommt endlich einen Film, der seiner würdig ist: brutal, ehrlich & konsequent.
Er hat auch kurze Schwächephasen, ist insgesamt leicht zu lang und in Sachen Gegenspieler eher uncharismatisch ausgestattet.
Nichtsdestotrotz überwiegen die zahlreichen positiven Aspekte und es war noch nie so ein Genuss, Hugh Jackman in seiner Parderolle bewundern zu dürfen. Dank Fokussierung auf zwischenmenschliches Drama und Konflikte im Inneren auch für jene Zuschauer geeignet, die bislang mit den ganzen Superhelden nicht warm geworden sind oder deren Liebe durch die (fast) ewig gleiche Formel mittlerweile erkaltet ist.

Kritik

logan-poster-web

© Twentieth Century Fox

Hier könnte noch viel Text stehen, aber mal ehrlich, wenn euch der Film auch nur ansatzweise interessiert, dann schaut ihn einfach an und spart euch die Filmkritiken vorab. Hier handelt es sich um keinen Kauf eines Autos oder einer Waschmaschine, bei der man seitenweise Rezensionen durchliest und sich am Ende noch unsicherer ist als zuvor. Wenn ihr wissen wolltet, ob er so ein Blödsinn ist, wie die ersten beiden jämmerlichen Versuche, Wolverine auf die Leinwand zu bringen, dann habt ihr seit dem ersten Satz eure Antwort: nein, ist es nicht. Was braucht ihr mehr?
Macht euch selbst ein Bild und vertraut nicht blindlings auf die Meinung anderer. Wenn ihr Spaß mit dem Film Showgirls hattet, dann ist das kein Guilty Pleasure, weil er insgesamt eine schlechte Bewertung einfgefahren hat – nein, dann ist es für euch einfach ein unterhaltsamer Film. Was nutzt euch die vermeintliche Expertise, dass Schauspieler x in Szene y mit Gesichtsausdruck z für Gefühl was-kommt-nach-z-? gesorgt hat?
Seitdem ich keine Kritiken mehr vorab durchlese und mir auch keine Trailer mehr anschaue, sitze ich so entspannt wie nie im Kino und auch wenn ich damit mal wieder die Notwendigkeit dieser Seite anzweifle, kann ich dieses Vorgehen nur weiterempfehlen.
Seht Kino wieder als das Freudestrahlen bringende Event an, wie ihr es damals mit Kinderaugen erleben durftet. Eine andere Welt, bei der es egal ist, dass Avatar keine ausgeklügelte Story bietet und Star Wars VII stellenweise den ersten Teil kopiert, wenn du persönlich einfach nur eine geile Zeit im Kinosaal hattest. Wahrscheinlich wäre es dir sogar nie negativ aufgefallen, wenn du nichts davon im Internet gelesen hättest. Und zumindest vor dem Filmgenuss bringen einem diese Informationen herzlich wenig.
Damit meine ich nicht, dass man andere Meinungen meiden sollte – ganz im Gegenteil – denn von Diskussion lebt eine blühende Gesellschaft, aber im Bezug auf Spaß am Filmeschauen plädiere ich für mehr Genuss durch weniger unnötige Gedanken vor dem Film.

Fazit

Und damit verabschiede ich mich ein zweites und letztes Mal von der Bühne der Filmkritiken. Es wird auf dieser Seite ab dem 15.03. noch das Filmquiz für den März geben, aber ansonsten heißt es:
geht weiter, hier gibt es nichts mehr zu sehen.

…nach oben…

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16 Gedanken zu “Logan – Filmkritik

        • Das ist mir wohl bewusst.

          Dann sag ich mal so: „ja“
          Mit Logan hätte ich keinen passenderen Film zu diesem Entschluss finden können. Die Niederlage beim Oscar-Tippspiel war dann einfach zu viel für mich. Und deswegen tu mir einen Gefallen und versuche das Quiz dieses Mal zu gewinnen, damit mir mein letzter Wunsch als Blogger noch erfüllt wird.

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            • Das ist nett, dass du das sagst. Ich habe ja versucht, mit der Meta-Geschichte über Filmkritiken meine Lust erneut zu entfachen, aber ich kann und will mittlerweile keine Filmkritiken mehr sehen. Zudem nagen meine Hauptbeschäftigungen immer mehr von meiner Zeit ab. Drei Artikel die Woche war ein guter Rhythmus, aber den kann ich ja schon seit Januar nicht mehr garantieren.
              Der Spaß ist vorbei und wie kann ich Filmkritiken für davor schreiben, wenn ich selbst davon abrate, welche zu lesen. Das passt nicht zusammen.
              Für danach müsste ich mich aus eigenen Ansprüchen heraus mehr mit den Filmen beschäftigen, als einfach nur meine Meinung rauszuhauen. Überhaupt ist dieses „Meinung raushauen“ nicht das, was ich mir vorstelle. Ich brauche da mehr das hin und her eines richtigen Gespräches. Deswegen ja der kreativere Ansatz, um mich selbst bei Laune zu halten. Aber dann stellt sich die Frage, wieso nicht gleich wieder „richtig“ schreiben. Und das werde ich auch ungezwungen nebenher machen, aber nicht auf einem Blog veröffentlichen.
              Der Genuss an Filmen ist mir wichtiger, als mir während des Filmes schon Gedanken über die Kritik zu machen. Und Logan war glücklicherweise der richtige Film, um diesen Entschluss in eine kurze Kritik zu packen.

              Aber es freut mich, dass es so Leute wie dich gibt, die das bereits seit Jahren machen und immer noch Freude an (gewissen Teilen) der Filmbloggerei haben.
              Deine Original vs. Remake Geschichte werde ich übrigens im Auge bahalten. Ich hoffe, da kommt bald mal wieder was.

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              • Wir hatten ja neulich schon mal über Filmkritiken im Allgemeinen gesprochen und ich hatte da ja schon erklärt, dass ich auch kaum noch Kritiken schreibe, weil ich den Sinn (und damit den Spaß) nicht mehr darin finde. Und trotzdem habe ich bisher noch nie darüber nachgedacht den Blog zu schließen. Das muss aber natürlich jeder für sich entscheiden.

                Ich bedauere deine Entscheidung jedenfalls, weil ich in den letzten Wochen und Monaten immer wieder gerne gelesen habe was du da so treibst. Und auch über deine zahlreichen Kommentare habe ich immer sehr gefreut. Vor allem das wird mir fehlen.

                Wenn du irgendwann doch wieder Lust haben solltest etwas zu veröffentlichen, können wir ja mal gemeinsam an irgendeinem Filmthema arbeiten. Jenseits von Filmkritiken.

                Was die Original vs. Remake Reihe angeht, habe ich gute Nachrichten für dich. In der kommenden Woche steigen nämlich schon die nächsten beiden Konkurenten in den Ring.
                Ich will nicht zu viel verraten. +++ Spoiler Warnung +++ Aber der Filmlichter und ich haben vor kurzem gemeinsam Urlaub auf einer abgelegenen Insel vor der Küste Sumatras gemacht. Dort sind wir auf zwei echte Schwergewichte gestoßen, die nun in unserer Arena die Fäuste schwingen werden 😉

                +++ Spoiler Ende +++
                🙂

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                • Danke für das Angebot, aber da ich es bis heute noch nichtmal geschafft habe, mit der frischen Morgen Luft ein angedachtes Spezial auf die Beine zu stellen, verspreche ich da mal lieber nichts. Ich werde es aber im Hinterkopf behalten, danke.
                  „Jenseits von Filmkritiken“ das wär doch ein TItel für deine Autobiographie.

                  Hab mich auch gerne mit dir und wenigen anderen ausgetauscht. Ein paar interessante Diskussionen sind sogar hier und da entstanden. Letztlich liegt mein Fokus in der nächsten Zeit leider auf anderen Dingen. Im März haste meine Kommentare ja nochmal, und zu diesen affigen Filmen, die ihr euch da angeschaut habt, werde ich sicher auch was in den Kommentaren beisteuern. Wobei ich mich frage, auf welche zwei genau eure Auswahl gefallen ist und hoffe, dass ich die Jahreszahlen 1933 und 2017 lesen darf. Oder vielleicht sind es 1976 und 2005. Oder alle zusammen. Ich lasse mich überraschen.

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  1. Sehr, schade dass uns ein weiteres Filmblog verlässt. Ich kann die „Freiheit beim Filme schauen“ irgendwie schon verstehen, doch gibt das darüber Schreiben dem Filmkonsum auch einen gewissen Sinn: Ich beschäftige mich ausführlicher mit den Werken und kann diese besser einordnen. Ich glaube ich könnte nicht mehr ohne und würde auch die Diskussion vermissen, die ich eben viel lieber auf Blogs führe als den großen Portalen Moviepilot, Facebook und Co. den Traffic hinterherzuwerfen…

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    • Im Nachhinein spreche ich auch gerne über Filme, allerdings stelle ich das „spreche“ hier in den Vordergrund. Weiß gar nicht, wie viele Filme ich mir alleine angeschaut habe, seitdem ich die Seite (oder auch die davor) mit Inhalten füttere. Und genau dadurch fehlt mir der Austausch noch mehr als davor.
      Ich könnte auch Kritiken für Leute schreiben, die den Film schon gesehen haben, aber dazu fehlt mir die Zeit, Artikel ausführlicher, bzw. gehaltvoller zu schreiben und Filme so zu beleuchten, dass der Leser etwas neues lernt. Da wären meine eigenen Ansprüche an den Text zu hoch. Zugegeben habe ich auch nicht die Muße, mich während des Films auf Kleinigkeiten / Machart / etc.zu konzentrieren, wobei ich da jetzt schon reingerutscht bin.
      Für mich ist der Sinn beim Filmeschauen gerade der, in den Bann gezogen zu werden und fremde Welten erleben zu können. Und da stört mich der Gedanke, wie ich darüber schreiben könnte, eher als dass er mir hilft.

      Dir weiterhin viel Spaß. Und du bist natürlich herzlich zum Filmquiz im März eingeladen.

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  2. Gerade gelesen, dass du deine Filmkritiken-Karriere (einstweilen) an den Nagel hängst. Schaß. Echt. Deine Kritiken (oder Meinungen, wie du es selbst ausgedrückt hast) werden mir fehlen. Du schreibst ausgezeichnet, hast immer einen witzigen Dreh für deine Kleinode gefunden, und inhaltlich waren wir ja oft auch recht nah beisammen.

    „Logan“ ist ein würdiger Abschluss, das stimmt. Aber schade, dass es überhaupt zu diesem Abschluss kommt.

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    • Vielen Dank für deine netten Worte.

      Leider fehlt mir durch anderweitige Verpflichtungen die Zeit, mich dem Thema Filme und Kritiken so zu widmen, wie ich das zu Beginn dieser Seite noch tun konnte. Von dem her bin ich zwar traurig, dass mir jetzt etwas fehlt, aber auch froh, dass ich Logan zu diesem Anlass passend missbrauchen konnte.
      Ich werde weiterhin schreiben (wenn auch keine Kritiken) und vielleicht irgendwann mal wieder im Netz auftauchen, aber momentan ist nicht die Zeit dafür, wie ich merken musste.
      Hat mich stets gefreut, mich mit dir und anderen auszutauschen und andere Sichtweisen auf das Medium Film aufgezeigt zu bekommen (auch wenn wir zumeist gleicher Meinung waren).

      Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß mit deiner Seite und dass du nicht auf die Idee kommst, alle Filme von Friedberg / Seltzer anzuschauen und zu besprechen, denn die sind ausnahmslos beschissen.

      Falls du Lust hast, darfst du dich gerne an dem momentan laufenden Filmquiz versuchen.

      Pfiat Di

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      • Keine Sorge, weitere Friedberg-Seltzer-Machwerke schaue ich nur dann an, wenn ich pro gesehener Minute 100.000 Euro überwiesen bekomme. Dann halte ich vielleicht mal wieder 30 Sekunden lang durch …

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