Catch Me! – Filmkritik(?)

Filmkritik zur Komödie Catch Me! (OT: Tag, 2018)

Gesehen im Kino
So viel zu lesen? Bring mich direkt zum Fazit.

Genieße die Zeit, solange du zur Schule gehen darfst

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© Warner Bros. Pictures Germany

Mei, was habe ich diesen Satz gehasst. Jeden Morgen um 7:40 Uhr im Unterricht sitzen – und das bis um 13:15 Uhr! Zwei Mal die Woche sogar bis 16 Uhr. Geschätzt alle vier Wochen eine Klassenarbeit, gefühlt jeden Tag Hausaufgaben. Dazu hat man seine Schulfreunde nicht jedes Wochenende sehen können, weil man mit den Eltern auf einen doofen Ausflug gefahren ist. Außerdem musste man essen, was auf den Tisch kam und das Taschengeld wurde auch nur alle zwölf Monate erhöht. Was wollte ich endlich meine Freiheit haben…

…und irgendwann hatte ich sie endlich. Die Freiheit, arbeiten zu dürfen, oder aufs Amt zu gehen. Die Freiheit, ab 17 Uhr mit dem Tag anfangen zu können, was ich wollte – sofern ich am nächsten Tag nicht übermüdet zur Arbeit wollte. Die Freiheit, selbst zum Supermarkt zu laufen, Essen zu kaufen und danach zuzubereiten. Und ganz besonders die Freiheit, Geld zu verdienen, um meine in der ganzen Welt verstreuten Freunde zu besuchen, die keine Zeit hatten, weil sie Geld verdienen wollten, um ihre in der ganzen Welt verstreuten Freunde besuchen zu können.

Älter aber kein Stück erwachsen

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© Warner Bros. Pictures Germany

Unseren Protagonisten im Film Catch Me! geht es da nicht viel anders. Nur haben sie sich eine Freude aus der Schulzeit bewahrt: jedes Jahr im Mai spielen sie Fangen. Wer berührt wird, ist dran und muss den nächsten fangen. Und nach 30 Jahren soll nun endlich derjenige gefangen werden, der es bisher geschafft hat, verschont zu bleiben.
Beruhend auf einer wahren Begebenheit.

Die Idee klingt so absurd, dass bei einer konsequenten Umsetzung eigentlich nur ein verdammt lustiger Film bei herumkommen kann. Wobei der Film nicht verdammt lustig ist und im Umkehrschluss etwas mit der Umsetzung schief gelaufen sein muss.
Da haben wir Nebenfiguren, die weder Relevanz für die Geschichte noch für die Gagdichte haben. Da haben wir Hauptfiguren, die am Ende ganz andere Probleme mit sich herumtragen als die Fangerei. Und da haben wir Schauplätze, die mal hervorragend und mal so gar nicht für ein kunterbuntes Kuddelmuddel sorgen.

Eine gewisse Moral haftet den meisten US-Komödien an und irgendwie passt sie hier auch wie die Faust in den Hintern (ja, die Witze sind in etwa auf diesem Niveau), aber trotzdem ist der Film viel zu ausgebremst für die Darstellung eines Kinderspiels, bei dem es vor allem ums Rennen geht. Man stelle sich nur vor, die Macher von Community hätten sich des Themas angenommen. Mit ihren Paintball-Folgen haben sie bewiesen, dass und wie es geht. Catch Me! zeigt das Potential leider nur in Ansätzen.

Fazit

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© Warner Bros. Pictures Germany

Wenn das Beste an einem Film die Idee ist, man ihn dafür aber nicht loben kann, weil die Idee auf einer wahren Begebenheit beruht, dann ist fast alles gesagt.
Für einen lauen Sonntag Nachmittag macht er genug Spaß. Aber wenn man nicht mehr zur Schule geht, hat man dann überhaupt genug Zeit, um nicht gleich einen besseren Film anzuschauen? Lass dir eines geschrieben sein: Genieße die Zeit, solange du zur Schule gehen darfst!

So muss sich also ein Filmkritiker fühlen, wenn er den Bogen von Anfang bis Ende überspannt.

…nach oben…


Bewertung auf Filmportalen (Stand: 27.10.2018)

Portal
Bewertung
Stimmen
IMDb
6,6 / 10
53.231
moviepilot
6,2 / 10
264

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