Halloween (2018) – Filmkritik(?)

Filmkritik zur Horror-Fortsetzung Halloween aus dem Jahr 2018

Gesehen im Kino
Zeig Fazit!

Requel

halloween-002

© Universal Pictures International Germany GmbH

Es gibt Fortsetzungen, die werden Sequel genannt, Es gibt Filme, die erzählen die Vorgeschichte eines zuvor erschienen Films, die nennen wir Prequel. Es gibt Filme, die sind nicht viel mehr als diee Kopie eines früheren Filmes, die nennen wir Remake. Und es gibt Filme, die sind offiziell eine Fortsetzung, kopieren aber den Vorgänger in so vielen Punkten, dass es sich ebenfalls um ein Remake handeln könnte. Das ist dann ein sogenanntes Requel.
Tanz der Teufel II und Flucht aus L.A. sind hier genannt. Wenn man spöttisch ist auch Hangover 2.

Das Gute: Halloween (2018) ist nicht Remake genug, um unnötiges Requel zu sein.
Das Schlechte: Halloween (2018) ist unnötig genug, um Halloween II (1981) nicht als offizielles Sequel zu verdrängen.

Unausgegoren

halloween-003

© Universal Pictures International Germany GmbH

40 Jahre nach den Morden aus Halloween (1978) entkommt Michael Myers aus der Irrenanstalt und beschafft sich Maske und Messer. Wie der Titel verrät, geschieht das an Halloween. Wie der Titel nicht verrät, zeigt der Film neben dieser Geschichte viel Leerlauf, eine halbe Stunde Langeweile zu Beginn, viel zu viele Figuren, deren Ableben niemanden interessiert, und eine mit Drama angereicherte Hintergrundgeschichte, die mehr zum Lachen als zum Fürchten anregt.
Also alles in allem nicht das, was ich mir von einem Horrorfilm erwarte.

Dafür gibt es sehr wenige Jump-Scares (=Erschreckmomente), aber die Macher setzen stattdessen auch nicht auf Spannung. Lieber wird eine im Ansatz spannende Szene mit einem unnötigen und seltsam platzierten Schnitt unterbrochen, um irgendetwas ohne Belang zu zeigen. Und das nicht nur ein Mal.

Ebenfalls nicht nur ein Mal hat das Publikum gelacht, als der Töter (klingt im Englischen irgendwie besser) sein Opfer verfolgt und dieses sich fernab jeder Logik verhält. Ob das von den Machern gewollt war, sei dahingestellt, positive Auswirkungen hat es jedenfalls nicht. Denn im Gegensatz zu Horrorfilmen, bei denen man den Humor benötigt, um das Gesehene irgendwie zu verarbeiten, ist Halloween (2018) sehr handzahm. Und die „schlimmste“ Szene sieht so unwirklich aus, dass das Publikum ein weiteres Mal lachen musste.

Fazit

halloween-004

© Universal Pictures International Germany GmbH

Auf die Frage, ob Halloween heutzutage noch funktioniert, kann ich leider nur mit einem nein antworten.
Wer auf Jump-Scares steht, der kommt zu kurz. Wer auf Spannung steht, kommt zu kurz. Wer auf Gewalt steht, kommt zu kurz. Und wer jetzt ein zweideutiges Wortspiel erwartet, kommt genauso zu kurz.

Irgendwo im Text hätte ich noch erwähnen müssen, dass der Film versucht, Laurie Strode aus dem ersten Teil eine erweitere Geschichte zu geben, aber auch daran scheitert er in Inkonsequenz. Und nicht einmal die Sequenzen mit Anleihen an Kevin allein zu Haus laden zur Unterhaltung ein. Dann doch lieber Better Watch Out, der zumindest ein paar frische Ideen in dieser Hinsicht hatte.
Halloween (2018) ist letzten Endes nicht besser als Teil 4 und 5, er sieht nur jünger aus. Wem’s reicht…

…nach oben…


Bewertung auf Filmportalen (Stand: 31.10.2018)

Portal
Bewertung
Stimmen
IMDb
7,2 / 10
32.792
moviepilot
6,3 / 10
323
Advertisements

13 Gedanken zu “Halloween (2018) – Filmkritik(?)

  1. Sehr interessanter Beitrag. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich mir den Film anschaue, dafür waren wir die Kritiken bisher auch zu durchwachsen.
    Derzeit bzw. in der nächsten Zeit laufen/kommen so viele gute Filme im Kino, dass ich Halloween erst einmal hinten anstelle. Notfalls warte ich, bis er irgendwo zu streamen ist.

    Gefällt 1 Person

      • Bedingt durch „keine Zeit“ habe ich noch so einiges in der Pipeline, was teilweise auch schon läuft:
        – Bohemian Rhapsody
        – Venom
        – 25 kmh
        – Bad Times at the Royale
        – No Mans Land – Expedition Antarktis
        – Mandy
        – Rampant
        – Aufbruch zum Mond
        – Nur ein kleiner Gefallen
        – Phantastische Tierwesen-Griswalds Verbrechen
        – Suspiria
        – Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot
        – The House that Jack built
        – Verschwörng
        – Under the Silver Lake
        – Mortal Engines
        – Aquaman
        – Mary Poppins`Rückkehr

        Diese beispielhafte Aufzählung ist für mich schon beim Durchlesen als nicht machbar eingestuft worden. Grad wenns dem Jahresende entgegengeht, steht für mir im Job immer die meiste Arbeit an, die dann auch am Wochendende von zuhause aus erledigt wird. Hinzu kommen diverse Geburtstage, Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmarktbesuche und, und, und dazu. Man nimmt sich einfach zu viel vor. Da heisst es dann, klug selektieren und effizient umsetzen…..Halloween ich da gern erst einmal hinten an.

        Gefällt 2 Personen

    • „Derzeit bzw. in der nächsten Zeit laufen/kommen so viele gute Filme im Kino…“
      Na dann lass mal hören. Ich hab noch einen Haufen Gutscheine und finde nichts, dass ich gerne sehen würde. hat zugegebenermaßen viel mit meiner Kinounlust zu tun. Aber vielleicht habe ich ja was übersehen.

      Gefällt 2 Personen

  2. Im Grunde hast du mit deiner Besprechung schon recht. „Halloween“ ist wirklich nicht gruselig und jetzt auch nicht spannend im klassischen Sinne. ABER! Er macht mir als großer Halloween (1978) Fan Spaß. Wenn man der ersten Teil nicht kennt und/oder mag, ist der 2018er wahrscheinlich echt lahm.

    „Halloween (2018) ist letzten Endes nicht besser als Teil 4 und 5, er sieht nur jünger aus. Wem’s reicht…“

    Hier muss ich dann dann doch entschieden widersprechen. „Halloween 2018“ ist unabhängig von meiner Fansicht um Welten besser als Teil 4 und 5. Alleine schon handwerklich. Der Soundtrack ist genial, die Kameraarbeit cool und im Gegensatz zu den genannten Filmen ist Halloween kein hirnloser Haufen Scheiße 😉

    Gefällt 1 Person

    • Da darfst du gerne widersprechen, aber als jemand der den ersten Halloween zu seinen Lieblingshorrorfilmen zählt, ist mir der neue Teil leider ein Dorn im Auge.
      Es ist ja schön, dass sie ein paar alte Darsteller von damals hervorgekramt haben, um die Geschichte weiterzuerzählen. Es ist auch schön, dass es einige (mehr oder dann doch eher weniger) subtile Anspielungen auf frühere Teile gibt . Aber die Umsetzung krankt in meinen Augen leider an allen Ecken. Dazu kommt, dass die Geschichte genau wie die Umsetzung jegliche Spannung vermissen lässt. Damals habe ich Laurie die Daumen gedrückt, dass sie überlebt. Heute war ich eher dafür, dass sie endlich den Tod findet und erlöst wird. Genau wie ihre nervige Verwandschaft. Schafft es denn so gut wie kein Horrorautor mehr, Figuren zu erschaffen, die einem nicht auf den Geist gehen?

      Soundtrack habe ich in der Kritik nicht angesprochen, weil das beste Stück aus dem Soundtrack das Original-Theme aus dem Jahr 1978 ist. Das meiste andere sind Variationen dieses Stückes. Und die hinken hinter dem Original her.
      Die Kameraarbeit, bzw. Inszenierung würde ich am Anfang im Gefängnis loben. Abgesehen davon ist sie mir eher negativ aufgefallen (Stichwort: Lens-Flares).

      „Hier muss ich dann dann doch entschieden widersprechen. „Halloween 2018“ ist unabhängig von meiner Fansicht um Welten besser als Teil 4 und 5.“

      Das war zwar von mir ein überspitzter Satz, aber im Grunde stehe ich dazu. Der neue Halloween hat Jamie Lee Curtis und sieht besser aus, weil aktueller. Aber das war es an Vorteilen gegenüber Teil 4 und 5. So hirnlos 4 und 5 auch sein mögen, sie waren spannender (und blutiger).
      Hätten Sie die Geschichte rund um Laurie nicht nur oberflächlich erzählt und daraus keine Art Monster-Clash gemacht, dann wäre ich vll bei dir. Aber in der Form hat mein Herz im Kino geblutet – und das nicht dank Michael Myers.

      Aber schön, auch eine andere Meinung zu lesen. Immerhin hat er ja einige gute Kritiken erhalten (u.a. Filmstarts)

      Gefällt 1 Person

      • „Es ist auch schön, dass es einige (mehr oder dann doch eher weniger) subtile Anspielungen auf frühere Teile gibt .“

        Es ist vor allem schön, dass die hanebüchenen Erklärungsversuche dieser Teile verworfen werden und sich auf das Wesentliche konzentriert wird.

        „Damals habe ich Laurie die Daumen gedrückt, dass sie überlebt.“

        Das war bei mir damals schon anders. Laurie war mir damals schon als Figur egal. Allerdings habe ich den Film natürlich nicht 1978 gesehen sondern mit Horrorvorerfahrung, sodass Laurie wie ein austauschbares Klischee wirkt. Ich weiß, dass Carpenter dieses Bild geprägt hat. Aber für mich als 14-Jähriger (?) war das nicht präsent. Bei mir lebte der Film damals vor allem von der Faszination für Michael.

        “ So hirnlos 4 und 5 auch sein mögen, sie waren spannender (und blutiger).“

        Ok, da kann man nichts gegen sagen. Außer, dass ich das ganz anders empfunden habe 🙂 Blutiger war Rob Zombies Version übrigens auch 😛

        „Aber schön, auch eine andere Meinung zu lesen.“
        Schön, dass du wieder schreibst.

        Gefällt 1 Person

        • „Es ist vor allem schön, dass die hanebüchenen Erklärungsversuche dieser Teile verworfen werden und sich auf das Wesentliche konzentriert wird.“

          Beim ersten Teil vollste Zustimmung. Dass er sich auf das Wesentliche konzentriert, sehe ich etwas anders. Denn für mich was das Wesentliche an Halloween (1978) die Spannung, das Böse und das Unnahbare an diesem Monster. Spannung fehlt, böse könnte man noch sagen, da es keine großen Erklärungsversuche gibt. Nur wird er in diesem Film trotzdem greifbarer dargestellt. Man ist näher an ihm dran und gibt ihm einen Gegenspieler auf Augenhöhe.

          So alt bin ich jetzt auch nicht, dass ich den damals gesehen hätte. Laurie ist auch kein super herausgearbeiteter Charakter gewesen. Trotzdem wollte ich, dass sie diese beschissene Nacht überlebt.
          Beim neuesten Teil galt das leider für keine einzige Figur.

          „Blutiger war Rob Zombies Version übrigens auch 😛“
          Das stimmt. Passt halt in meinen Augen nicht so ganz zu Halloween. Bei The Devil’s Rejects und Haus der Tausend Leichen hat die Härte besser funktioniert.

          „Schön, dass du wieder schreibst.“
          Danke, danke. Aber dieses Mal kündige ich das nirgends groß an. Es wird wieder mehr ein Spaßprojekt ohne große Verpflichtung.

          Gefällt mir

    • Ich habe mir überlegt, wie man das Phänomen nennen könnte, als mir jemand vor dem Film erzählt hat, dass er sehr viel kopiere. Als ich dann gegoogelt habe, ob es den Begriff bereits gibt, habe ich gemerkt, dass mir mal wieder jemand zuvor gekommen ist. Das Urban Dictionary u.a. definiert es so wie ich, dass es Sequel und Remake in einem ist.
      Wobei Wiktionary darunter einen Film versteht, der weder Sequel noch Remake ist und nur das Thema, bzw. die Welt neu aufrollt.
      Also alles noch nicht abschließend geklärt.

      Gefällt mir

Beginne eine Diskussion oder steig mit ein

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s