The Strangers – Filmkritik(?)

Auszüge aus den Vernehmungsprotokollen zu den Vorkommnissen in The Strangers (2008)

Man in the Mask

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© Kinowelt

Frage: Sie bestreiten also die gegen Sie hervorgebrachten Anschuldigungen nicht?
Antwort: Ja, ich bestreite sie nicht.
Frage: Gut. Warum haben Sie es getan?
Antwort: Langeweile.
Frage: Was meinen Sie mit Langeweile?
Antwort: Wir waren wach. Es war 4 Uhr. Wir hatten nichts Besseres zu tun.
Frage: Bereuen Sie es?
Antwort: Jeder Spaß endet. Die Erinnerung bleibt, aber verblasst. Ihre Gesichter habe ich kaum noch vor Augen. Das ist schade. Man müsste das jede Nacht machen. Dann stumpft man ab. Das wäre schade. Ich bereue das geschaffene Dilemma.
Frage: Wie haben Sie die Nacht geplant?
Antwort: 3 Masken. Waffen aus dem Schuppen.
Frage: Sie haben das Gebiet nicht im Vorfeld ausgekundschaftet? Sich das Haus angesehen? Sich in irgendeiner Art abgesprochen?
Antwort: Das war nicht nötig. Wir hatten Masken. Sie hatten Angst. Einfache Psychologie.
Frage: Würde Sie es wieder tun? Vorausgesetzt, sie werden jemals aus dem Gefängnis entlassen? [Wendet sich an mich: streichen Sie den letzten Satz aus dem Protokoll]
Antwort: Ja.

Dollface

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© Kinowelt

Frage: Sie bestreiten also die gegen Sie hervorgebrachten Anschuldigungen nicht?
Antwort: Wären Sie schockiert, wenn ich Ihnen sage, dass ich sogar stolz darauf bin?
Frage: Inwiefern?
Antwort: Weil sich die ganze Welt fragt, warum wir es getan haben. Und es gibt keinen Grund. Wir haben es einfach so getan. Weder sind wir besonders böse, noch hatten wir eine schlechte Kindheit. Alle Antworten, die sie bisher bekommen haben, nutzen Sie nur, um uns zu verstehen. Weil Sie es nicht wahrhaben können, wenn etwas nur einfach so passiert. Ohne Grund. Die beiden waren zu Hause. Wir waren vor Ort. Das war’s. Reden Sie sich keine weiteren Gründe ein. Sie sollten langsam verstehen, dass Sie nicht alles verstehen können. Oder sie verzweifeln daran. Das ist mir egal.
Frage: Es muss doch einen Grund geben: warum haben Sie es getan? War es Langeweile? Oder das Gefühl, dass einem Menschen hilflos ausgeliefert sind?
Antwort: Hören Sie auf, sich das zu fragen. Wir haben es getan, weil wir es konnten.
Frage: Das glaube ich Ihnen nicht.
Antwort: Das ist nicht mein Problem, sondern Ihres.
Frage: Bereuen Sie es wenigstens?
Antwort: Wie kann ich etwas bereuen, dass ich ohne besonderen Grund getan habe? Entweder man bereut den Grund für seine Taten oder das Ergebnis. Wir hatten keinen Grund und ein Ergebnis war nie vorgegeben.
Frage: Sie haben die Nacht also nicht im Vorfeld geplant?
Antwort: Wir hatten keinen Plan. Wir hatten keinen Grund. Wir hätten auch jeden anderen zu jeder anderen Zeit treffen können. Nennen Sie es Schicksal, wenn Sie unbedingt eine Erklärung brauchen.
Frage: [Dreht sich zu mir: schreiben Sie bitte, dass meine letzte Frage an sie ist, ob sie sich an ihre Kindheit erinnere. Danach ist sie in Tränen ausgebrochen und wir haben die Befragung beendet.]

Pin-up Girl

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© Kinowelt

Frage: Sie bestreiten also die gegen Sie hervorgebrachten Anschuldigungen nicht?
Antwort: Nein, warum sollte ich auch? Man muss für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden.
Frage: Verraten Sie mir: warum haben Sie es getan?
Antwort: Langeweile.
Frage: Was meinen Sie mit Langeweile?
Antwort: Erinnern sie sich an Ihren ersten Kuss? Die fast endlos erscheinenden Sekunden, bevor sich die Lippen berühren. Dieses Gefühl bekommen sie nie wieder. Ein stärkeres Gefühl ergibt sich vor dem ersten Mal mit einem neuen Partner. Doch danach bekommen sie es nie wieder. Und ein noch stärkeres Gefühl erhält man, wenn man das Leben eines anderen Menschen in den Händen hält.
Frage: Bereuen Sie es?
Antwort: Nein.
Frage: Wie haben Sie die Nacht geplant?
Antwort: Wir wussten schon lange, dass diese Nacht irgendwann kommen würde. Wir waren noch wach und hörten Geräusche. Ein Auto. Stimmen. Wir sahen uns an. Kurze Zeit später standen wir draußen und schickten sie [Dollface] vor, um für die erste Erschütterung zu sorgen. Danach ging es wie von alleine.
Frage: Erregt es Sie, wenn Sie die Maske aufziehen?
Antwort: Erregt es sie, wenn sie darüber nachdenken? Ich sehe die Begeisterung in ihren Augen für diesen Fall. Wie sie sich ausmalen, wie es abgelaufen ist. Sie sitzen mir gegenüber,aber im Grunde sind wir uns ähnlich. Nur, dass ich handele und sie schauen nur zu, um sich den Kick zu geben.

…nach oben…

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4 Gedanken zu “The Strangers – Filmkritik(?)

  1. „Them“ ist besser 😉

    Was die drei Killer da ansprechen ist aber das größte Problem, warum Halloween 2-X so schlecht sind. Michael Myers braucht keinen Grund warum er tötet. Und die komischen Maskenträger hier offensichtlich auch nicht 🙂

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    • Them hat den besseren Beginn und das bessere Ende. Aber alles dazwischen fand ich bei The Strangers spannender umgesetzt.Und mir kommt es bei Horrorfilmen vor allen Dingen auf die Spannung an. Aber Them hat auch „Spaß“ gemacht und hat das Thema zeitlich früher umgesetzt, bekommt dafür also einen Bonuspunkt.

      Was du ansprichst, ist das Problem, dass ich mit den Remakes von Rob Zombie habe. Ich brauche keine psychologische Erklärung für das Verhalten eines Mörders. Besonders nicht für „The Shape“.

      Die beiden, denen ich gestern The Strangers gezeigt habe, sehen das allerdings anders. Die haben am Ende gemeint, dass sie gerne eine Erklärung gehabt hätten, und das Ende so blöd und unzufriedenstellend sei.

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      • Und genau aus dem Grund machen die Studios das auch. Weil die Mehrheit der Zuschauer so etwas will. 🙂

        Im Ernst. Wir (die hier ihre Blogs betreiben – nicht unbedingt wir beide) haben schon häufiger gesagt, dass es nicht DIE richtige oder bessere Art gibt Filme zu schauen.

        Aber unter uns Bloggern habe ich das Gefühl, dass wir tendenziell der Meinung sind, keine erklärenden Sequels, Prequels und Spin-Offs zu brauchen. Wir bewegen uns ins unserer Blase und denken, dass unsere Meinung der der Allgemeinheit entspricht. Das ist falsch. in meinem Bekanntenkreis wollen die meisten wissen wer was warum und wozu macht. Ein Film, in dem erklärt wird warum Han Solo Han Solo heißt. Cool. Was hat Dracula eigentlich in der Grundschule gemacht? Hat er da am liebsten Traubensaft getrunken?

        Ich glaube deine beiden Mitgucker sind insgesamt gesehen in der Mehrheit 😉

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        • Man steckt nicht in einem Durchschnitts-Filmgucker drin, weswegen ich mir das auch gar nicht mehr rausnehmen will, ein allgemeingültiges Urteil über irgendetwas abzuliefern. Ob die Mehrheit wirklich zu allem eine Erklärung braucht, weiß ich nicht. Aber aus meiner Erfahrung her, wie gut, bzw. schlecht offene Enden aufgenommen werden, hast du da wohl einen Punkt getroffen.

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