(Vermeintliche) Logikfehler in Filmen

Logikfehler in Filmen

Heute untersuchen wir, was man gemeinhin unter Logikfehlern versteht und was wirklich Logikfehler in Filmen sind.

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16 Gedanken zu “(Vermeintliche) Logikfehler in Filmen

  1. Ich verstehe worauf du hinaus willst. Die Seite, die du abarbeitest hat wirklich ein paar dumme Beispiele genannt. Trotzdem finde ich das im Grunde begriffliche Haarspalterei. Du hast Recht. Nicht alles is ein LOGIKFEHLER.

    Gestern habe ich mir Tomb Raider (2018) angeschaut. Lara verhält sich da ein paar mal extrem dumm. So in die Richtung Ich-Werfe-Die-Brücke-In-Den-Abrund-BEVOR-Ich-drüben-bin-damit-mir-selbst-der-Weg-abgeschnitten-ist-mäßig dumm. 😉
    Das ist natürlich kein Logikfehler. Trotzdem sind solche Verhaltensweisen der Figuren extrem lästig und führen meiner Meinung nach schon dazu, dass ein Film schlechter wird. Ich finde dumme Entscheidungen, die offensichtlich nur dazu eingebaut wurden, um die Handlung weiterzuführen, auszudehnen oder zu dramatisieren sind echt nervig und kritisierenswert. Im Falle von Armageddon finde ich das mit der Umschulung nicht so dramatisch. Klar wäre es schlauer gewesen Astronauten umzuschulen. Ohne wenn und aber. Man hätte den Film genauso aber auch drehen können. Bruce Willis wäre dann halt kein „Bohrer“ sondern ein Astronaut. Der Film würde genauso laufen. Von daher war der „Fehler“ eine Unaufmerksamkeit. Aber keine bewusste Entscheidung, weil es eben so für die Handlung wichtig war und auf Teufel komm raus so sein musste.

    Allerdings muss da man da schon aufpassen, dass man das Rad nicht überdreht. Gerade das Harry Potter Beispiel ist so eine Sache. Man kann auch die Augen seiner Eltern haben, ohne die gleiche Irisfarbe. Wenn Mesut Özils Mutter ähnliche Augen hat wie ihr Sohn, dann spielt es keine Rolle, ob die letztendlich grün oder braun sind. Gemeint ist damit, dass die Form und/oder der Ausdruck ähnlich sind. Insofern sind viele dieser „Fehler“ Nerd-Spinnereien, mit denen ich nichts anfangen kann.

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    • „Trotzdem finde ich das im Grunde begriffliche Haarspalterei.“

      Jupp, da hast du recht. Aber wie immer mit Sprache gilt, dass man sie behutsam verwenden sollte.

      „Trotzdem sind solche Verhaltensweisen der Figuren extrem lästig und führen meiner Meinung nach schon dazu, dass ein Film schlechter wird.“

      Sobald man es negativ bemerkt, auf jeden Fall. Besonders gern bei Horror-Filmen. Wobei ich mir da langsam eine Egal-Einstellung habe wachsen lassen. So lange es mit Dummheit / Unachtsamkeit / einer Extremsituation zu erklären ist, sehe ich da großflächig drüber weg.
      Bei A Quiet Place könnte man viele Aktionen der Hauptfiguren zu Tode analysieren, aber das ändert für mich nichts dran, dass er ein atmosphärisch wahnsinnig gut gemachter Film war.
      Hätte er mir nicht gefallen, dann würde ich auch solche Entscheidungen stärker ankreiden.

      „Insofern sind viele dieser „Fehler“ Nerd-Spinnereien, mit denen ich nichts anfangen kann.“

      Bei Harry Potter ist das Problem eher, dass sie eine andere Augenfarbe als im Buch haben, aber auch da bin ich bei dir, dass viel übertrieben wird, sobald in den Nerd-Kosmos eingstiegen wird.
      Ich erinnere mich an Gravity und wie der auf so mancher Seite wissenschaftlich auseinandergenommen wurde. Hat mich nicht sonderlich interessiert.
      Aber ist jedem selbst überlassen, wie weit er die Stellschraube anziehen möchte.

      Allerdings sollte man aufpassen, dass man nicht alles zu einem Logikfehler macht, was einem seltsam erscheint.

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      • „Besonders gern bei Horror-Filmen. Wobei ich mir da langsam eine Egal-Einstellung habe wachsen lassen. “

        Ich erinnere mich daran, dass wir darüber im Zusammenhang mit Halloween gesprochen haben. Da hatte ich von „Logikfehlern“ gesprochen.

        Beispiel:
        Das Opfer rennt die Treppe runter. Michael Myers langsam hinterher. Das OPfer kommt unten an, biegt nach links, Michael ist schon da.

        Damit habe ich noch nich mal ein Problem. Ich meine, vielleicht kann sich Michael ja teleportieren, durch Wände gehen, durch die Zeitreisen oder hat einen Doppelgänger.

        Schädlich für die Spannung wird es für mich dann, wenn er all das in einer anderen Situation nicht mehr kann.

        Laurie rennt. Laurie stolpert. Laurie steht auf. Humpelt zur Haustür. Findet den Schlüssel nicht. Aber der eben noch rasendschnelle Michael schläft beim Laufen ein. Auch hier ist es möglich, dass er das mit Absicht macht, dass er keine Lust hat seine eventuellen Superkräfte zu nutzen, dass sie nur drinnen funkionieren oder er einen Krampf in der linken Arschbacke hat. Es ist möglich und damit kein Logikfehler.

        Trotzdem ist es willkürlich und schadet dem Film. Und das sage ich obwohl ich den Film insgesamt mag. 🙂

        „Allerdings sollte man aufpassen, dass man nicht alles zu einem Logikfehler macht, was einem seltsam erscheint.“

        Schönes Schlusswort, das ich gerne unterschreibe 🙂

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        • Da ich auf mein eigenes Schlusswort schwerlich etwas hinzufügen kann,
          möchte ich nurmehr die Bitte äußern, dass du mir bitte bald den Zugang zum Filmquiz gewährst, damit ich schonmal alles vorbereiten kann.

          Danke dir!

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  2. Einer der Filme, der oft genug als einer der Größten überhaupt geführt wird, beginnt mit einem Logikfehler: am Anfang von Citizen Kane stirbt ebendieser und sagt auf seinem Sterbebett „Rosebud“. Die Welt fragt sich warum und das obwohl niemand anwesend war, der das Wort hätte hören können.
    Das interessiert niemanden und das völlig zu Recht. Wie Du sagst, wenn man es braucht, lässt es sich aus der Filmwelt beantworten (der Butler hat von außen an der Tür gelauscht) aber es ist für den Film völlig bedeutungslos. Wie die meisten Logikfehler, außer wenn sie, wieder wie Du sagst, die innere Logik ihrer Welt brechen.

    Einiges von dem was die Liste erwähnt sehe ich nicht mal als Logikfehler. Ich kenne die Potter-Filme nicht, aber wenn ich das richtig verstehe haben wir zur Fülle des Zuges nur das Wort des Charakters, der sich zu Harry setzt. Wer sagt denn, dass das die Wahrheit ist? Vielleicht ist es eine Notlüge, weil es in nem anderen freien Abteil stinkt, oder was weiß ich. Das ist ebenso wie dummes Handeln kein „Logikfehler“ es ist einfach.

    Sonst wäre jeder meiner Tage voller Logikfehler. Sowohl von anderen, als auch von mir. Völlig unglaubwürdig, diese Welt… 😉

    PS: wenn ich mich richtig erinnere, machen die Rebellen am Anfang von …Jedi einen Hypersprung, doch die Erste Ordnung verfolgt sie trotzdem, obwohl das nicht möglich sein sollte. Es würde also nichts bringen und nur mehr Energie verbrauchen. Oder war die Frage,warum nicht eher ein Kamikaze-Angriff mit dem eigenen Flaggschiff durchgeführt wurde? Ich würde sagen die Antwort darauf ist offensichtlich.

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    • Die Frage bei Star Wars war dahingehend, warum sie nicht eher „geflüchtet“ sind mit der Mölichkeit des Hyperraums. Aber das hast du ja ganz gut entkräftet, würde ich sagen 😉

      Ma-Go hat mal irgendwann erwähnt, dass außerhalb unserer Filterblase ein größeres Unverständnis für offene Enden und Anfänge herrsche. Was wohl damit zusammenhängen könnte, dass die Leute (wenn schon nicht im richtigen Leben) dann wenigstens im Film alles erkläärt haben wollen. Und so könnte dann auch etwas als Logikfehler benannt werden, wenn man es sich nur nicht erklären kann, bzw. der Film es nicht erklärt.
      So jemand sollte besser keine südkoreanischen Filme schauen, bei denen ich bislang am meisten das Gefühl habe, dass sie auf Erklärungen zu Gunsten des Zuschauers verzichten und lieber eine Geschichte erzählen.

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      • Ja, diese Erklärungslust teile ich auch nicht wirklich. Ich finde es furchtbar, wenn Charaktere durch Gänge laufen, sich Fußnoten zurufen und das dann als „Storytelling“ durchgeht. 😉

        Es greift wahrscheinlich zu kurz, das komplett dem Superheldenfilm vor die Füße zu werfen, aber dessen Lust an der Origin-Story ist sicherlich ein Faktor (aber ob nun Henne oder Ei, weiß ich nicht). Wie oft muss ich Bruce Waynes Eltern wohl noch sterben sehen…

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        • Bei den Superhelden liegt es, glaube ich, eher daran, dass es ein Story-Archtyp ist, dass ein „Normalo“, bzw. jemand, der mit seinem Leben Probleme hat, plötzlich neue Fähigkeiten (neues Wissen, o.ä. erlangt und es gerade darum geht, wie die Figur damit umgeht.

          Könnte man sich bei der zweiten, dritten, vierten Verfilmung durchaus sparen, wenn man eh nichts neues zu erzählen hat, das stimmt schon.
          Nur das Problem ist, meine ich, eher der amerikanischen Filmkultur geschuldet, den Zuschauer für dumm zu halten und deswegen alles erklären zu müssen. Und daran gewöhnt man sich im Laufe der Zeit. Ein bisschen mehr Mut zur Offenheit schadet nicht nur am Badestrand.

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          • Das Ironische ist, dass Batman 1989 mit Batman als Batman anfängt, in Batman Begins dauert es ~1 Stunde bis er auftaucht. Das soll keine Aussage über die Qualität der Filme sein, aber kann vielleicht ein Datenpunkt für die Entwicklung der Origin „Besessenheit“ sein.

            Nennen wir es statt der „amerikanischen Filmkultur“ vielleicht lieber “ typischen Hollywood Mainstream“. Denn es gibt auch Leute wie Lynch, Villeneuve, Cronenberg oder Singh, die kein (oder zumindest nicht immer) Interesse daran haben sich zu erklären (ich gebe zu, das waren zwei Kanadier und ein Inder und nur ein Amerikaner, aber der kommt aus Texas und zählt deshalb doppelt). 😉

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            • „aber kann vielleicht ein Datenpunkt für die Entwicklung der Origin „Besessenheit“ sein.“

              Könnte man auf jeden Fall mal näher untersuchen.

              Dankenswerte Ausnahmen gibt es immer wieder, von dem her füge ich nur zu gerne das Attribut „Mainstream“ hinzu.

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